Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818644
Vecellio , 
Tiziano. 
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maler Ruf, es möchte aber hier und da eines seiner Gemälde auf 
 Rechnung Tiziaifs kommen. Im Belvedere zu Wien wird ihm 
das Portrait eines Mannes zugeschrieben, der einen Brief auf 
dem 'I'ische ergreift. Auf dem Papiere steht: 1558. Natus annos 
55. Historische Bilder laummeu wenige vor, da er gewöhnlich 
dem Vater hiilfreiche Hand leistete. Was sich aber dieser Art von 
ihm findet, soll nach Ridulfi bis zur Verwechslung im Style Ti- 
ziaxfs gehzilteifseyn. Im Palazzo publico zu Venedig war ein Ge- 
mälde von Orazio, welches ein Gefecht der Römer mit den Trup- 
pen des Kaisers Friedrich vurstellte, aber durch Brand zu Grunde 
ging. Von 1543  50 befand er sich mit dem Vater in Augsburg, 
man kann aber daselbst kein Werk von ihm nachweisen. 
Bidulfi gibt diesenl Hiinstler nicht das hesste moralische Zeug- 
niss. Er sull sich der Alchymie ergeben, und ein liederliche; 
Leben geführt haben, allein der Künstler muss da die Schuld 
seines Bruders Puniponio tragen, welcher zu jenen Menschen gc- 
hörte, die nichts gelernt haben, als fremdes Gut zu verprassen. 
Im Jahre 1576 starben Vater und Sohn an der Pest in Venedig. 
VGCBHIU, TlZiilnO ü), der Hauptmeister der venetianischen Ma- 
lerschule des 16. Jahrhunderts, wurde 1477 zu Pieve di Gadnre 
eboren, wo sein Vater Gregorio in gliiclflichen Verhältnissen 
Eabtqund daher seinen Söhnen eine gute Erziehung geben konnte. 
 
 Der älißsm Biograph dieses Meisters ist Vasari, VNZCICIICF die 
Glanzperiode desselben durchlebte, und noch_ vor ilun starb, 
dä Tizian die äussersten Lcbensgrünzen erreichte. Als Her- 
alusqeber einer weiteren (anonymen) Biographie nennt man 
[l'air Tizianello (Tiziano Vecellin juii.), mit einer Dedication 
"l an Lady Arundel-Surrey. Ticozzi gab 1817 in Mailand 
eine Schrift über die Familie Vecellio ans Licht: Vite dei 
pitturi Veeellii, 8. Eine ausführlichere Biographie bearbei- 
tete J. Northcote: Tlie life and correspondance of Titian. 
With. port. 2 Voll. London 1855, 8. In diesem Jahre er- 
schien auch in Venedig einenyinteressante Schrift, welche 
wichtige Aufschlüsse über Tiziau verspricht: Dello amoru 
ai Veneziani di Tiziano Veeelli, par Cndorin. Der Abbate 
Giuseppe Cadorin war,noch_ 1847 mit einer umfassenden 
Biographie Tiziarfs heslchältiget, welche bei Gelegenheit 
der Aufstellung des Denkmals in der Kirche de, Frari er- 
scheinen, und zum crstcninale die Geschichte des Lebens 
und der Werke des grossen Meisters auf Urliunden ge- 
stützt darstellen sollte. Dieses Werk ist noch nicht erscliie. 
nen. Viele urkundliche Bciträ e gibt aber Dr. Gaye in 
seinem Carteggiu ineditu etc. äirenze lööQ Hl- Der Zweite 
Band enthält verschiedene Briefe von Tizian und ändere 
Documente, und auch im dritten Bande kommen noch ein 
Paar solche vor. 
Von älteren Schriftstellern, welche ausser Vasari über 
Tizian rhapsodiscli berichten und urtheilen, nennen wir 
zuerst Ridolli, dann Lauzi (Gesch. der Melerei), Meiigs 
(Betrachtungen über Rafael, Corregio und 'l'izia1i). M. d'Ar- 
gensville (Vie de plus fameux peintres), Fiorillo (Gescli. 
der Malerei in Italien), Watelet und Levesque (Dictionnairc 
des arts), Gault de St. Germain (Ecole Italienneetc.) u. S. 
w. Fiissly hat in den Snpplementen zum Künstler-Lexi- 
con mehrere Auszüge au: früheren Schriften zusammenge-
        

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