Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818636
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Ve-cellio , 
Johanna. 
Vecellio , 
Orazin. 
ein ausgezeichneter Magistratsmann. Der Fürst, das Vaterland und 
diirßürgerrechneten sich ihn zum Rulnne. Ueber das Leben und 
Wirken dieses Mannes s. St. 'l'ico1.zi's Vitc dci pitturilfecelli. Mi- 
lano 1817. Als Anhang dient die Leiclienretle beim Begräbnis; 
des Künstlers von Vineenzo Vecelli. der sich als Literat Ruf er- 
warb. Merkwürdige Beiträge gilg auch Dr. Jacobi Cadurin: Dcllu 
axnnre ai Veneziani di 'l'iz1ano. Venezia 1855. Zauutto fügte dm- 
Pixiacothcca Veneta das Bihluiss des Francesco Vecclhu bei. Es ist 
einem Gemälde Tiziaifs entnummen, welches Dr. Jacubi (Cadoriil) 
besitzt. Es stellt die heil. Jungfrau mit dem Iiimle vor, in ßiglei- 
tnng des Apostels Andreas, des heil. Tiziano und eines Clerilaers, 
St. 'l'iziano trügt die Züge Francescifs, und unter dem ClerilW-r 
stellte sich Tiziail Vecelliu dar. 
Bidulli und Lanzi bringen unrichtige Angaben über diesen 
Künstler. Sie behauPten, Tizian sei auf sein Talent eifersüchtig 
geworden, und habeihn desswegen beredet, Iiairfmann zu werdem 
Diess ist ungegrümlet. Tizian hatte in ihm durchaus keinen Ne- 
benbuhler mehr zu fürchten.  
Veßelllß, Jßhanna, wird von W. Hollar irrig zur Malerin ge- 
stempelt, Er stach 1650 ein weibliches Bildniss, mit der InsclxrifL; 
Johannina Vesella, Pietressa, {ilia prima da 'I'izianu. Tiziau haue 
nur Eine 'l'ocl'1ter, Namens Curnelia, und (ließe könnte das Blatt 
von I-Iullnr darstellen. Das Bilduiss ist von Tizian gemalt, und 
nicht von der Johanna Vccelliu. Auch die Frau des Nlarco Ve- 
cellio hat 'l'i1,ian gemalt. 
Vecellw , MHPCO, Maler, wurde 1555 geboren, und war der Sohn 
des Toine Tito Vecellio, welcher den Advokaten Antonio Vecellin 
zum Vater hatte, den Onkel des 'l'izian. Letzterer nahm ihn in 
sein Haus nur", und sorgte sowohl für seine wissenschaftliche a]; 
iiir seine artistische Bildung. Marco war der Liebling des Blei- 
sters, und da er auch 'l'alent und Fleiss besass, und namentlich 
in der Weise 'l'i1,ian's seine Bilder behandelte, erwarb er sich bald. 
den Beinamen Marco cli Tiziano. In Venedig sind Bilder von 
ihm, welche nur in Ausdruck und Bewegung zu wünschen übrig 
lassen. Im Uebrigen verrathcxx sie einen glücklichen Nachahmer 
Tizian's. In den Sälen des Gebäudes der Zehn und de, Pregadi 
sah man mehrere Bilder von Heiligen von ihm, und in den Hir- 
chen zu Venedig sind einige Altargemiilde von ihm zu finden. 
Am Gewölbe von S. Giovanui e Paolo führte er Bilder in Fresco 
aus. In Trevigi ltinterliess er ebenfalls Werke, und namentlich 
riihmt man ein grosses Gemälde in einer Kirche zu Pieve di Ca. 
dore. Die nlittlere Abtheilung stellt Christus am Iireuze dar, zu 
den Seiten die Disputä der heil. Catharixla und deren Martertod, 
 Tizian behandelte diesen Iiiinstler wie seinen Sohn. Er ver- 
heirathete ihn mit einem Mädchen aus guter Familie, und freute 
sich unendlich, als 1570 ein Sprössling aus dieser Ehe hervorgirxg. 
Diess ist Tizian Vecellio der jüngere, genannt Tiziaxlello. Ti- 
zian's eigener Sohn, Orazio, hatte keine Nachkommen. Marcg 
starb zu Venedig 16H , im 66. Jahre. 
VGGBIIIO, OPEIZIO, Maler, der Sohn Tizian's, wurde 1515 zu Ve- 
nedig gehuren, und vom Vater zur Kunst hcrangeIaildet. Im Jahre 
1546 begleitete er ihn nach Rom. Während 'l'i1.1an das Bildnis; 
 des Papstes Paul III. malte, portraitirle Oraziu den berühmten 
Violinspiclnr Battista Siciliaxlu. Er hatte überhaupt als Bildniss-
        

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