Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818278
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Vasari , 
Giorgiü. 
Treppe fortgesetzt, aber erst später vollendet wurden, so dass wir 
unten dieselben und die anderen römischen Arbeiten noch weiter 
berühren. Im Jahre 1561 nach Florenz zurückgekehrt, fertigte 
er den Plan zum Gebäude der Uffizien (Fabbrica dei Magistrati), 
und am 14- Jilii 1501 wurde der Grundstein gelegt. Dieses Ge- 
häude wurde als eines der prächtigsten und schönsten der Stadt 
erklärt, weil man die älteren der daselbst vorhandenen Gebäude 
nicht mehr nach Verdienst zu würdigen verstand. Im Jahre 1552 
beschloss der Herzog den Bau des Palastes der Stephansrittei- in 
Pisa (acanto alla torre della fame), und Vasari lieferte eilig (leu 
Plan. Der Marmor musste auf Befehl des Herzogs in Serarezza 
gebrochen werden, denn Carrara ward ihm verhasst. Auch zu 
den Arbeiten am Chore des Domes, zu den Pyramiden auf der 
Piazza St. Maria Novelle, zu den Säulen bei S. Felice durfte nur 
Serarezzer Marmor genommen werden. Bei allen diesen Unter- 
nehmungen hatte Vasari die Leitung. Sein VVerk ist auch die 
Cuppel der Madonna delP Umilta zu Pistoja, es ist uns aber die 
Zeit nicht bekannt, in welcher der Plan dazu entstand. Im Jahre 
1563 scheint eine Pause eingetreten zu seyn, denn der Künstler 
fand Mnsse zur Organisirung einer Akademie, llotunda degli 
Angeli genannt. Er schildert die Einsetzung in mehreren Briefen, 
und ein jeder Künstler durfte es sich zur hohen Ehre rechnen, 
wenn Vasari ihn in diese Rotunde einfiihrte. Dem Stradmws wurde 
diese Ehre zu Theil, welcher in Italien zu den Lieblingsgehiil- 
fen des Meisters gehörte. .In dem genannten Jahre dachte man 
auch an die Vollendung der neuen Sakristei von S. Lorenzo. Va- 
sari legte den Plan vor, worüber Cosrnus in einem Briefe vom 
24. Februar 1565 sein Wohlgefallen iiusserte. Bald darnach wurde 
der grosse Saal des Palazzo vccchio zum Malen in Verding gege_ 
ben. Vasari hatte kurze Zeit vorher dem Herzog-e die Entwürfe 
für die Wand- und Deckengemälde zugesandt. Cosmus crwiederte, 
dass ihm diese Zeichnungen sehr gefallen, da_ sich die Entstehung 
und alllnählige Vergrösserung des Staates dann zeige, nur meinte 
der Fürst, dass der Kreis und der Beistand der lliithe, welchen 
der Künstler dem Grosslterzog in dem Bilde der Beschliessung des 
Krieges gegen Siena zutheilen wollte, unnöthig sei, da er es allein 
war, der den Beschluss fasste. Dagegen wollte er allenfalls die 
Verschwiegenheit hingestellt w-issen, und irgend eine andere Tu- 
gend, die dasselbe ausdriicke, wie die Räthe. Vasari malte an 
der einen grosscn VVand des Saales nämlich den lirieg gegen 
Siena, auf der anderen jenen gegen Pisa. In den vier Ecken 
sind Malereien späterer Künstler. Von J. Ligozzi ist der Empfang- 
der 12 Gesandten bei Bonifziz VIII. im Anno santo 1500. und die 
Krönung Cosmus I. durch Pius V. Die Wahl des Ilerzogs malte 
Cigoli und Passignano dessen Bekleidung mit dem Mantel des 
militärischen heil. Geistordens. Iin Jahre 1565 haute Vasari den 
fast eine halbe lVIiglie langen Corridor! welcher den Palazzo vec- 
chio mit dem Pitti verbindet. Der Künstler rühmt sich, dieses 
hässliche Werk in weniger als fünf Monaten zu Stande gebracht 
zu haben. Hierauf traten Festlichkeiten ein, welche ihm Gelegen- 
heit verschaften, seine Kunst im Schnellmalen zu zeigen. Bei der 
Vermählung des Erbprinzen Francesco de" Medici mit Johalina 
V01! Oesterreich waren Festdecorationen nöthig, welche Vasari mit 
Seinen Gehiilfen in der kürzesten Zeit herstellte. Den Apparat 
beschreibt er in der zweiten Ausgabe der Vite in einer ausführli- 
chen Relation, und fühlt sich nicht wenig geehrt. _Eine andere 
Gelegenheit dieser Art bot sich beim Einzugs des Kaisers Carl V.
        

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