Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818146
Variana. 
Varin , 
Jean. 
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selten. In der Gallerie Orleans war ein Bild des Johannes mit 
dem Kreuze. Dieses Gemälde ist jetzt in England. Im spanischen 
Museum zu Paris ist ein Bild des heil. Michael, der den Dämon 
bezwingt, eine glückliche Nachahmung von Rafael. Ein zweites 
Gemälde jener Sammlung stellt die Madonna mit anbetenden 
lleiligen dar. Der Herzog von Dalmatien besass ein Bild des er. 
standenen Heilandes im Garten. In der Gallerie des Grafen von 
Esterhazy zu Wien ist ein Bild der Madonna. 
Vargas war ein selir gebildeter und geistreicher Künstler. 
Streng in seinem moralischen Leben, und den [Körper geisselnd 
mit scharfen Instrumenten, war er in Gesellschaften an enehzn 
und witzig. Als ihm einmal ein schlechten Künstler ein ärucifix 
zur Beurtheilung vorzeigte, sagte er zu ihm: dass der Heiland 
wirklich zu sprechen scheine: Pardunalos, Senur, que m) sahen 
lo que hacen (vergib ihnen, Herr, sie wissen nicht, was sie thun.) 
Vargas starb zu Sevilla 1563, nicht 1590, wie Palumino angibt. 
P. Baillu soll nach ihm die Schenkung Constaxiliils an St. 
Peter gestochen haben. Dieses Blatt ist mit dem Monugramme 
VL. bezeichnet, was aber Peter van Lint bedeutet. Man findet 
es in iblgendem Werke: Vitae et res gestae pontilicum Roma- 
norum etc. Romae 1677, fol. 
Variana, Kupferstecher, ist du_rch folgendes schöne Blatt bekennt: 
Magdalena dem Herrn dxe Füsse waschend, gr. 8. 
Varlgnanü, DOIIIBIIICO, Architekt und Bildhauer von Bologna, 
mit seinem Familiennamen Ailuo, hatte in der ersten Hälfte des 
16. Jahrhunderts Ruf. Er war einer der Künstler, welche zur 
Herstellung? der Faeade von S. Petronio in Bologna concurrirten. 
Sein Plan legt noch äegenwärtig II] der Residenza della Rev. fab- 
brica der liirchc. In etzterer werden ihm die Marmorstatueix der 
Heiligen Petronius und Franciscus beigelegt. In der capitolinischeil 
Sammlung zu Rum ist von ihm eine Büste des Papstes Leo X. 
 Dieser Künstler blühte um 1520  30. 
Varm oder Warm, Jean, Medailleur und Bildhauer, geb. zu 
Lüttich 1604, widmete sich aus Neigung der Malerei und Plastik, 
und leistete in beiden_Fächern_Ungewöhnliches, obgleich er seinen 
Ruf als Stempelschneider grundete. Perrault II. 85. nennt von 
ihm eine Statue Ludwig XIV., und ein Brustbild des Cardinals 
 Richelieu in Erz, welches in der Sorbonne aufbewahrt wurde. Als 
Maler zeigte er sich durch sein eigenes Portrait, welches Raiudohr 
(Studien etc. Hannover 1792) im Hause des Grafen Molllae zu C0- 
penhagen sah. In der Stempelsehneideliunst gab ihm Dupre U"- 
terricht, Varin richtete aber zugleich auch auf die Verbesserun 
der Priigemaschinen ein Augenmerk. Durch ihn..und dann dui-cä 
J. P. Droz, wurde das früher übliche Taschenwerk durch das Stuss- 
werk verdrängt, welches gegenwärtig allgemein im Gebrauch ist, 
 Ludwig XIII. berief ihn nach Paris, wo er als General-Miinzmei- 
ster des Reiches eine Reihe von Miinz- und Medaillenstempeln 
schnitt, welche den Antiken gleich geachtet wurden. Ein mich 
weiteres Feld eröffnete ihm die Ruhmliebe Ludwigs XIV., welcher 
eine Academie des Inscriptinns et des Medailles stiftete, zunächst 
zum Zwecke der Anfertigung von Medaillen zur Geschichte dieses 
Königs, welche mit passenden lnschriften versehen werden muss- 
_ten. Unter der Regierung dieses Königs stand Varin in der Me- 
daillenlaunst unerreicht da, indem er diesen Zweig der Plastik wie- 
der zu jener Höhe brachte, von welcher die Kunst bereits herab-
        

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