Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1818128
Vtlrgag , 
Luis 
443 
Vargas, LIIIS de, Maler, das Haupt der neueren andalusischen 
Schule, wurde 1502 zu Sevilla geboren, und von Diego de la Bar- 
rera in den Anfangsgriinden der Iiunstunterrichtet. Hierauf malte 
er Sargastapeten, welche in VVasserfarben ausgeführt wurden, 
und häufig nach Amerika gingen, Damals war in Andalusien noch 
immer die gothische Malweise herrschend, Vargas enläusserte sich 
aber später in Italien gänzlich der herkömmlichen Manier, und 
wurde nach seiner Rückkehr der llegenator der liunst in An- 
dalusien, 
Wann er nach Italien gegangen, ist nicht bekannt. Palomino 
sagt, der liiinstler habe sieben Jahre in Iiom verweilt, wo er nach 
der gewöhnlichen -Annahme Schüler von Pcrino del Vaga gewesen 
seyn soll, Nach der Angabe des genannten Schriftstellers könnte 
Vargas von 1520  1527 in Italien gewesen seyn, allein wir möch- 
ten ihm nicht unbedingt glauben, da zu jener Zeit Perine del Vaga 
selbst noch IiafaePs Schüler war, und unter dessen Aufsicht malte. 
Nach der Einnahme v0n1ioin(1527) ging er nach Pisa, und erst nach 
hergestellter Ordnung wieder nach Rom zurück, um seine Arbei- 
ten zu vollenden. Wahrscheinlich traf Vargas erst jetzt den Pe- 
rino in Rom, und nicht 1520, da er als Tapetenmaler bereits eine 
grosse technische Fertigkeit erlangt haben soll, welche ihm in 
Italien Vorschub gab. Man dürfte eher den Pacheco als Gewahrs- 
mann eintreten lassen, welcher als Zeitgenosse behauptet, Vargas 
habe 23 Jahre in Italien zugebracht, was um so glaublicher wird, 
da das älteste Werk des liüilstlers in Sevilla von 1555 ist, somit 
23 Jahre nach 1521 ausgeführt wurde. Der Beweis, dass Vargas 
unter unmittelbarer Leitung des P. del Vaga gestanden, ist aher 
noch immer nicht geliefert. Er könnte zwar in ltom einige Zeit 
den Unterricht jenes Meisters genossen haben, und dann in Ge- 
nun, WO Perinu. lange Zeit thiiti war, Niemand weiss aber, dass 
der Iiiinstlei- daselbst gearbeitet äiabe. Sicher ist es indessen, dass 
Vargas im Allgemeinen auf del Vaga's Stufe steht, und mit die- 
sem zu den talentvollsten und geistreichsten Nachfolgern RafacPs 
gehört. Im Einzelnen erreichte er sogar die Anmuth und Grazie 
des rossen Urbiners. Er verdient daher den Beinamen Pintor 
Excellexxte, welchen ihn; die Landsleute gaben; denn Vargas steht 
unter ihnen als Maler mit Auszeichnung und vor- allen da. Lei- 
der sind die meisten seiner Werke zu Grunde gegangen, oder in 
einem so schlechten Zustande, dass sie Ruinen leichen. Heut 
 zu Tage sind nur mehr acht bis zehn achte Gemälde dieses Mei- 
sters vorhanden.  
Als das ältese Werk des L._ de Vargas in Seidlla nimmt man ge- 
wöhnlich die Geburt Christi auf einem Altar in der Cathedrale, 
welcher 1555 auf Rechnung des Francisco de Baena gßäßllll Wllflle, 
wie Cean Hermndez aus einem Akte des Capitels der Kirche er- 
sah. Dieses Gemälde hat folgende Aufschrift: Tunc dtscebam Lui- 
sius de Vargas, aber keine Jahrzahl, und somit kann man nicht 
behaupten, dass Vargas das Bild 1555 gemalt habe, Wg er 315 
Mann von 55 Jahren nicht mehr Schüler seyn konnte, Dieses 
Gemälde stammt daher aller Wahrscheinlichkeit nach aus einer 
früheren Periode des Meisters, und es ist insofcrne das älteste 
undatirte Bild desselben. Sein frühestes bekanntes NVerk in Se- 
 Villa war aber dennoch von 1555, nämlich die Virgen del llosario, 
 welche Vargas ln S. Pablo in Frcsco gemalt, wovon sich aber keine 
Spur erhalten hat. Nicht ohne lictonchcn sind die berühmten 
 Fresken an der Nordseite der Cathedrale in einem Retablo. Hier 
 ist ein kreuztragender Christus, welcher schon. 1590 so sehr ver-
        

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