Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1817997
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Vannncci , 
Pictro 
di 
Christofano. 
Im Cullegio del Cambio sind im Erdgesehosse zwei gewölbgc 
Zimmer, welche Perugino in Fresco ausnialte. Iui Angesichte des 
Einganges in die Sala belindet sich die Geburt und Verklärung 
Christi. Erstere hat viel Aehnlichkeit mit jener, welche der liünsi- 
1er in S. Francesco al Monte malte, nur mit dem Unterschiede, 
dass hier noch mehr Studium und schönere Zeichnung sich offen- 
baret. Beide Gemälde sind vortrefflich, und besonders die Verlalii- 
rung von grossartigeru Charakter. An der rechten Wand befinden 
sich sechs Sibyllen, und eben so viel Propheten, worunter Daniel 
das Bildniss ltafaePs ist. In der Höhe erscheint Gott Vater. Auf 
der linken Seite sieht man oben die Madonna, und unten ganzc 
Figuren, deren beigeschriebene Namen sie als berühmte Männer 
Roms und Griechenlands bezeichnen. In der Höhe sieht man viel- 
allegorische Darstellungen. Vasari lobt kein Werk des Meisters 
mehr, als dieses. An einem Pfeiler brachte derselbe sein Blldlliss 
an, mit der Jahrzahl 1500. Der zweite Saal dient zur Capelle, 
deren Bilderschmuck sich in grosser Frische erhalten hat. Das 
Altarblatt, die Taufe Christi, gehört nicht zu den bessten Arbeiten 
Peruginifs. Ueberdiess malte er an der Hauptwantl Darstellungen 
aus dem Leben des Johannes, die Verkündigung, die Heiinsn- 
chung, die Geburt und die Verklärung Christi. An den beiden 
grossen Bogenwünden malte er in zwei Bildern die Geschichte de, 
Herodes, und daneben zwei Sibyllen. Am Gewölbe sieht man Gnu 
Vater, und unten die Brustbilder der Evangelisten und Kirchen- 
lehrer. Iieiner der herrlichen Köpfe hat mit dem andern eine an- 
dere Verwandtschaft, als jene der göttlichen Begeisterung. Das 
Gesicht des ewigen Vaters flösst Liebe, keine Furcht ein. 
In der Gallerie des Barone della Penna ist jetzt ein Hauptwerk 
des Meisters, welches ehedem in der Servitenkirche sich befand. 
St. Petersburg. 
In der k. Eremitage ist eine heiliäe Familie von hohem Wer, 
the. Am Boden liegt auf einer Dee se das Jesuskind, vup ihm 
seitwärts sieht man Maria in Andacht und Exitzücken, und über 
dem Iiopfe des Rindes steht Joseph auf den Stab gestützt. Rechts 
{kniet Franciscus, links Hieronymus, und über der Seene schwebt 
ein Kranz von Engeln. Diese Composition ist geistreich, hat aus- 
drucksvolle liöpfe, eine kräftige lebendige Färbung, und beggn- 
ders gelungen sind hier die vollen runden Falten, wie sie gc- 
wöhnlich nicht vorkommen. 
Der Fürst von Galitzin erwarb aus einem Franziskanerklosrcp 
in Toskana ein Bild des Heilandes mit der Magdalena, timgeben 
von Johannes und Hieronymus. Dieses Gemälde soll Rafael nagh 
einer Zeichnung von Perugino gemalt haben.  
B o m. 
Im Vatikan sind folgende drei Bilder von Perugino: 
Die Geburt Christi, welche aus der Kirche der Minori rifor- 
mati dclla Spineta bei Todi kommt, und unter BafaePS Hülfe ent- 
stand.  
Die Auferstehung Christi aus der Franeiskanerkirche zu Pc- 
rugia, vielleicht ganz von Rafael nach Peruginds Angabe gemalt. 
Der ältere schlafende Wächter ist Bildniss des Meisters, der junge 
jenes von Rafael. 
Eine thronende Madonna mit vier Heiligen, ehedem in der 
Ilathskepellc zu Perugia, dann im Centralinuseuln zu Paris, und 
jetzt im Vatikan. Dieses ausgezeichnete Gemälde athmet Rafael"; 
Geist, und trägt folgende Inschrift: Hoc Petrus de cliastro plebi; 
PIDXII.
        

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