Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1817906
Vannucci , 
Pietro 
di 
Clxristofano, 
421 
Lecla mit dem Schwane, nach dem Bilde der_Gallerie Orleans 
von Ph. Triere gestochen, fol.  
Ein Bild dieser Art bcsass Lucian Bonaparte. 
Echo in einen Stein, und Narcissus in eine Blume verwandelt, 
nach einem Bilde der Gallcrie Cursixxi von G. B. Cecchl gestochen, 
1'154, qu. fol. 
Vannueei, Pietro di Christofano, genannt p, Pm-uging, der 
Hauptmeister der Umbrischeil Malersehule, wurde nach der ge- 
wöhnlichen Annahme 14116 zu Castello (Castro, Citta) della Pieve 
geboren, wo seine Hinderjahre in drüeliender Armuth verflossen, 
wesswegen aber Vasari, der Biograph dieses Meisters, dessen Stre- 
ben nach innerem Verdienste nur mit so grösserem Lobe erhebt. 
Sein erster Lehrer war ein gewiihnlieher Maler, von einigen eben- 
falls Pietro Peruginu genannt, der den armen Knaben arg behan- 
delte, so dass wirklich eine angeborne Kunstliebe dazu gehörte, 
um unter solchem Zwange nicht unter zu gehen. Pietro's Fleiss 
und sein ungewöhnliches Talent siegten aber über Kummer und 
Noth, und bald war der Knabe der Zuchtruthe des gemeinen Ma- 
lers entwaehsen. Als weitere Meister nennt man Nieeolo Alunno, 
B. Buonfigli (Mariotti, Fiorillo), Piero della Franeesea, und irrig 
den P. G. lo Spagna, gewiss ist aber, dass Pietro in den wenigen 
früheren Bildern , die bestimmt werden können, der Richtung des 
N. Aluuno nahe verwandt ist, welcher aus der alterthümliehen 
Behandlungsweise der Sieneser des 14. Jahrhunderts alhnühlig zu 
einer volleren Durehbildung iiberging, seinen Gestalten etwas Ge- 
müthliches, Anziehendes, seinen männlichen Figuren zuweilen ei- 
nen ergreifenden Ernst? seinen Frauen- und Engellaöpfen eine 
ungemeine Zartheit verlieh. Lerugino machte sich diese Vorzüge 
zu. eigen, und verband damit ein strengeres Formenstudium im 
Sinne der Paduaner. Seine Jugendarbeiten können aber nicht 
mit Bestimmtheit angegeben werden, es müssten denn verschiedene 
kleine Bilder in Tginpera bei den Nonnen zu S. Jaeopo di Napuli 
und andere im linnsthandel dafür gelten. Im Museum zu Berlin 
ist ein Bild der Madonna mit dem liincle auf dem Schoosse, je 
rechts tllldvlillliS ein verehrender Engel, Alles in 'l'ernpera gemalt. 
Diese kleinen Bilder müssen, wenn sie von Perugino herrühren, 
um 11370 entstanden seyn; später begab sich der liünstler nach 
lügrenz zu Andrea Verroehio, und eignete sieh hier jene freie, 
auf naturalistiscbe Aullassung begründete Durchbiltlung der Form 
an, in welcher die Idorentiner ausgezeichnet waren. Er arbeitete 
bereits 1.175 in jener ilorentinischen lYIanier, die Bestimmung der 
Folge in den Arbeiten dieses Meisters von diesem Jahre an durch 
das folgende Deeennium ist aber schwierig, da er versäumt hat, 
das Jahr der Vollendung anzugeben. Ein charakteristisches Zeug- 
niss für seine Auffassung in der mittleren Zeit gibt die Anbetung 
der Könige in St. Maria giouva zu Perugia, welche aber keine an- 
dere Beglaubietuxg, als das Bildniss des Künstlers zur Linken un- 
ter dem Gefolge der Könige hat. Desswegen wollten diejenigen, 
welche den Perugino nur nach seinen späteren Werken aufgefasst 
haben, hier keine Spur seiner Hand erkennen, gegenwärtig ist 
man aber nicht mehr im Zweifel, und setzt das YVerk urn 1475. 
Es stimmt nach B. von Rtnnohr (ital. Forschungen II. 337 ff.) mit 
dessen Manergemälden in jener Capelle, welche Papst Sixms IV, 
1480 in Rom erbauen und ausmalen liess. Ein Tlieil seiner Bil- 
der in der Sixtina ist aber nicht mehr vorhanden, da man sie, 
um dem jüngsten Gerichte von Michel Angela Raum zu geben, 
unter Paul III. abgeworfen hatte, mimlich die Himmelfahrt der Ma-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.