Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1817713
CO2 
Vämnucchi, Andrea , 
genannt 
AD 
del 
Sarto. 
lers kommt ihm darin gleich. Bei der Belagerung von FlOTCnz 
1529 wurde das Gemälde nur durch eine Art von Wunder gereg- 
tet. Die meisten der die Stadt umgebenden Gebäude wurden zu 
jener Zeit zerstört. Auch ein Theil der Iiirche und des Klosters 
San Salvi war schon demolirt, als die Zerstörer des Abendmahls 
ansichti wurden, und von Staunen hingerissen von der Zerstö- 
rung abäiesseii. Im Jahre 1551 erhielten die Nonnen von St. Ju- 
Kliann Baptist das halbzerstörte liloster, und so ist das Gemälde 
noch heut zu Tage unter Clansur. Im Jahre 1557 wurde es bei 
der Uebersehwvemmuiig des Arnirbeschiidiget. Uiirißöq besass de, 
englische Gesaiidschaltssekretiir Fox Strangway eine interessante 
Oelfarbenskizzc zum F_resco. 1m Jahre 1527 erhielt Andrea auch 
den Auftrag, fiir die Kirche der Madonnade St. Agnesa in Pisa 
fiinf Bilder in Oel zu malen, welche jetzt in der Tribune des D9- 
mes zu sehen sind. Sie stellen die Heiligen Johannes Baptist und 
Petrus, St. Catharina, St. Agnes und St._ Nlargaretha dar, von 
denen namentlich die letzteren von ausgezeichneter Schönheit sind, 
Für die Gesellschaft von San Jacopo in Florenz malte er 1528 
eine Bruderschaftsfahnc mit St. Jakob, jetzt in der floreiitinischen 
Gallerie.    
Während Andrea auf diese _Weise still und ruhig mit seinen 
Arbeiten beschäftiget war, fing in Florenz die Pest zu wuthen an, 
welche im August 1527 liigllßh Yllßhr 315'500 Menschen ilahiiirafie_ 
In diesen Jammer-tagen floh, wer nur immer konnte, und auch 
den Andrea finden wir iin December 1528 mit seiner ganzen Fa- 
niilie im Iiloster der Nonnen von San Piero zu Luco im Mugello- 
thale. Hier malte er'drei Bilder, von denen die Pieta, der auf 
einem Leintuche von Johannes gehaltene und von den Freunden 
betrauerte Leichnahin iles_l'lerrn,_ das berühmteste, und wie es 
scheint, einzig erhaltene ist. DIQ. drei Hauptfigur-ran, Christus, 
Maria und Johannes, sind_der schonen Pieta des Fra Bartolomeu 
im Pitti entlehnt, woy sich Jetzt auch_ das Bild Andrea's befindet, 
wie aus dem unten folgenden Verzeichnisse der Werke der Gal- 
Ierie des Pittizu ersehen. pie vortreffliche Symmetrie und schöne 
Gruppirung dieser Cumpusition, die gelungene Charakterisirung 
der einzelnen Köpfe, die Wahrheit des Ausdrucks, die Ausfüh- 
i-iing der Gewänder und die Liebe, womit das Ganze in einem 
leichten und flüssigen Ton, und doch in den d-laupttheilen mit 
vieler Sorgfallt gemalt ist, stellen diese Pieta_in die Reihe der 
meisterhaftesten Werke Andrea's. Und doch ist das Bild nicht 
ohne Tadel geblieben. Lanzi bemerkt, dass der Leib des Heilan- 
des für den eines Todteii sich zu gut aufrecht halte, und seine 
Blutgefäße 7.11 Vlcl Relief zu haben scheinen. Dem Colorit fehlen 
Kraft und Wärme, es ist sogar beinalielialter, als man es bei 
Andrea gewohnt ist. Jener Zauber des Helldunliels, der in an- 
deren Werken herrscht, wirddiier grosstentheils vermisst. Die 
übrigen grossen Vorzüge des Künstlers kennen aber: nicht Yerdun. 
kelt werden; mit etwas mehr Iiratt, Reliel und Wärme durfte es 
wohl kaum übertroffen werden. Andrea erhielt dafür mit Ein- 
schluss der beiden anderen Bilder am 11 Oktober 1528 die Summa 
von 90 Goklgulden. Das zweite Bild, welches del Sarto in Luco 
malte, stellt den Besuch der Maria bei Elisabeth dar, und da; 
dritte war ein Cllflälllläküpf, jenem für die Capelle der Nunziata 
ähnlich. Jetzt ist in St. Maria degli Angeli zu Florenz eine Cupie. 
per Il-ylalßp Zanobi Pnggi copirte diesen Iiopf tur Bartolomeo 
Gonr i. 
Nach seiner Rückkehr von Luco malte_Andrea in Florenz 
für einen ihm befreundeten Glaser Beccuccio zu Gambassi die
        

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