Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1816909
Vnlencia , 
Marias 
Valencienncs , 
Pierre 
321 
sie mit Statuen, die als Muster des schlechten Geschmackes gel- 
ten können, wie Bermurlez sagt. 
Valencia, lnütlas de, Maler, geb. zu Valencia 1696, war in Rom 
Schüler von D. Corraclo Giaquintu, und wählte diesen zum Vor- 
hihle. Nach seiner Rüeklselu- fand er in Granada Beschäftigung, 
trat aber daselbst 17-17 in den Capuzinerurden. Im Refectorium 
dieses lilosters ist ein Abendmahl des Herrn von ihm. Er starb 1749. 
Der weltliche Name des Künstlers ist Loxjenzo Chafriuu. 
Valencla, Fehpe de, Maler, geb. zu Granada 1654, war Schüler 
von Cieza, und ein Künstler von Ruf. Bei den Carmelitern zu 
St. Gil und St. Anton sind Bilder von ihm, welche nach Fiorxllo 
den Künstler mit Hecht berühmt machten. Er starb 1694. 
valßflßlßnflßS, PICITC Henry, Landschaftsmaler, geb. zu Tou- 
louse 1750, war Schüler von Doyen, und gelangte durch eifrige: 
Studium der Natur in kurzer Zeit zu glücklichem Resultate. Seine 
Anschauung ist aber eine andere, als die der jüngeren französi- 
schen liünstler. Er suchte der Natur einen grossartigen Charakter 
zu ertheilen und wendete sich jener Richtung zu, welche Poussin 
verfolgt hatte. Er ist der Schöpfer der heroischen Landschaftsma- 
lerei, welche in Frankreich durch ihn viele Verehrer fand, und 
eine Menge von Nachahrnern erzeugte, worunter mehrere zu sei- 
nen Schülern gehören. Doch liegt dieses Feld seit mehreren Jah- 
ren brach, und nur hie und da taucht wieder eine Pflanze auf 
französischem Boden auf. Valen iennes Werke sind selbst schon 
der früheren Geschichte der Malerei in Frankreich verfallen, 
da eine andere Richtung sie verdrängte. Die Zeitgenossen ge- 
standen ihm aber den Ruhm des Wicderherstellers der Land- 
schaftsmalerei zu, sie konnten den edlen Styl und die Originalität 
seiner Werke nicht genug rühmen. In Landun's Annalen, im Pau- 
sanias francais, erhoben sich ehrende Stimmen für ihn, da seine 
Auilassungsvveise neu war, und der liüustlcr häufig in seinen Ge. 
miilclen die heroische Zeit Griechenlands und Italiens zur An- 
schauung brachte. Der Pausanias lraneais p: 590 nennt ihn einen 
gehornen Denker, der die manestiitischen, llzllVßtl und zauberisehen 
lieize der Landschaft schilderte, und damit Scenen der Vurzcit in 
Verbindung brachte. Nur fanden andere seine Färbung etwas grau 
und kalt, so dass seine Bilder nicht von zauherischem Reize seyn 
dürften. Seine Gemälde sind überallhin zerstreut, und in bedeu- 
tender Anzahl vorhanden. Eines der gerühmtesten ist in der Gal- 
lerie des Louvre, Cicero vorstellend, wie er in Sicilien das Grab- 
mal des Archimedes entdeckt. Nicht minder belobt wurde Oedipus 
auf dem Cythiiron, derselbe im Tempel der Eumeniden, Philolttet 
auf Lemnos, die Ansicht des alten Trüzene und der Umgebung, 
das Thal Tempe mit dem Tod des Ilippolyt, der T8111 4'168  
seus, die Eruption des Vesuv unter Titus, Mithridates u. s. w_ 
Alle diese Bilder, und die meisten anderen des Künstlers, sind 
ideale Landschaften mit heroischer Staffage. Eigentliche Veduten, 
und Gemälde mit Scenen aus dem modernen Leben findet man nicht 
häufig. Doch bereiste der Künstler zum Zwecke landschaftlicher 
Studien Frankreich und Italien. Er fertigte bei (ließe? Gelegenheit 
viele Zeichnungen. die gewöhnlich mit der Feder und in Tusch 
ausgeführt sind. Schöne Büume. Ruinen, Fontainen, Monumente 
und Gebäude verschiedener Art sind darin vorgeführt. Valen- 
cienncs soll sich mehrere Jahre in Italien aufgehalten haben. Nach 
Naglefs Iiünstler-Lex. Bd. XIX. 21
        

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