Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1816845
Valdes 
Leal , 
Juan 
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Palomino behauptet, da dieser Künstler fiinfJahre vor Juarfs Geburt 
starb. Er hatte grosse Anlage zur Kunst, und würde sicher eine 
hohe Stufe erreicht haben, wenn ihm sein brausendcs Tempera- 
ment mehr Ruhe und Ueberlegung gestattet hätte. So aber ist er 
in den meisten VVerken manienrt, was die Menge über dem Feuer 
der Compositiun und der schönen, wahren Färbung gering an- 
schlügt. Sein Hanptstreben ging auf schlagende Effekte, wobei ihm 
eine merkwürdige technische Fertigkeit zu Gebote stand. Er über- 
nahm Gemälde zu jedeln Preise, da ihn Gewii ucht leitete, wo- 
durch er aber nicht selten seine Kunst entweii Es finden sich 
indessen auch Werke von ihm, welche zu den ansgezeichnetsten 
Leistungen seiner Zeit gehören. Valdes Leal liess sich nach ei- 
nigem Aufenthalte bei Ilizi in Madrid zu Sevilla nieder, wo da- 
mals der grosse Wohlstand, welcher aus Indien floss, den Künst- 
lern reichen Verdienst sicherte. Diese gründeten 1660 eine Aka- 
demie; aus welcher mehrere tüchtige Maler hervorgingen. Valdes 
war der erste Vorsteher, lebte aber wegen seines neidischen und 
eigennützigen Charakters mit den meisten Iiunstgenossen in Un- 
einigkeit. Palomino erzählt mehrere interessante Anekdoten aus 
seinem Leben, namentlich in Bezug auf die Superioritiit, Welche 
er sich über die übrigen Künstler anmasste. Selbst Murillo blieb 
nicht verschont, welcher doch weit über Valdes Leal steht. Auch 
Fray Juan Hizi hält ihm das Gleichgewicht. Nach dem Tode Mu- 
rillo's galt er aber unstreitig als der erste Meister in Sevilla, wo 
sich zahlreiche Werke von ihm finden. In der Capilla del sagra- 
rio in der Cathedrale ist ein Bild der I-leilandes, wie er an der 
Säule gegeisselt wird, und daneben sieht man zwei andere Dar- 
stellungen aus der Passion. Von zwei anderen Allarhildern dieser 
Cathedrale stellt das eine den heil. Lorenz. und das andere den 
hei-l. lldefonso vor der heiLJungfrau dar. Die Capilla de los Viz- 
caynos bei S. Francisco zierte er mit einem Bilde des Prediger-s 
Johannes in der Wüste. In S. Pablo sieht man die heil. Catharina 
von Siena, wie ihr der Heiland erscheint. Im Kloster des heil. 
Anton malte er das Leben des heil. Franciscus in mehreren Dar- 
stellungen, welche 1711 restaurirt, und dadurch verunstaltet wur- 
den. In S. Clemente el Real malte er im Presbyterium zwei grosse 
Bilder aus dem Leben des Iiirchenheiligen, und in S. Benno de 
Calatrava sind die Bilder des Hauptaltares sein Werk. In der 
Mitte erscheint die heil. Jungfrau mit Heiligen. Die Seitenflügel 
stellen die Empfangniss Maria und den Calvarienherg dar. In 
Merced calzada ist neben anderen Bildern die Himmelfahrt und 
die Krönung Mariä. Der erzbischülliche Palast bewahrt mehrere 
Darstellungen aus dem Leben des heil. Ambrosius, Der Bischof 
Ambrosio Spinola zahlte ihm 1675 für diese Bilder 10.000D11haten- 
Im Chore von _la Caridad ist ein .grosses Bild von ihm, Welches 
die lirenzerhohiung vorstellt, und in der Kirche sind Frcscomale- 
reien von Valdes. In der Caridad ist auch ein Gemälde von ihm, 
welches einen Leichnam in VBTWCSUD zeigt, der so täuschend ge- 
malt ist, dass Nlurillo bei der Betracitun desselben sagte, 111311 
müsse sich mit den Fingern die Nase zuhalten. In S. Gßrünimß 
de Buonavista sind einige grosse Gemälde von Valdes. welche das 
Leben des heil. Hieronymus schildern, und zu den Hanptwerken 
des Meisters chüren. bei den Carmelitern in Cordoba zieren den 
Hochaltar melirere Bilder von ihm. Sie stellen das Leben des 
Elias und Elisäus dar. In S. Francisco daselbst ist ein Lebensgrosi 
scs Bild des hcil- Andreas" 111 La Plateria sieht man ein Altarbild 
mit der Empfängniss Ivlslriai, und zu den Seiten St. Anton und 
St. Eloy. Im Palast S. lldelonso zu Cordoba ist ein Christus an
        

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