Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1816798
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Valckenburg, 
Valekenbxurg , 
Mart. 
Vßlßkßnbvrg, 1111935 Van; Maler vob Mecheln, war vermuthlich 
Schüler des Peter Breu hel sen., wie aus den Werken des Mei- 
sters zu schliessen ist. iäescamps will wissen, dass er nur Land- 
schaften in Wasserfarbe gemalt habe; allein die Gallerie in Wien 
bewahrt viele Bilder von ihm, welche alle in Oel ausgeführt sind, 
gewöhnlich in kleinem Formate. Er arbeitete bis 1566 theils zu 
Mecheln, theils zu Antwerpen, in dem bezeichneten Jahre vor- 
liess er aber der Unruhen wegen mit seinem Bruder Martin die 
Hßimaih, und begab sich nach Aachen. Hier, so wie zu Lüttich, 
und dann auf der Rückkehr nach der Vaterstadt, zeichneten sie 
viele Landschaften und Städteansichteu, besonders längs der Maas, 
woraus Deseamps seinen Schluss zog. Im Jahre 15g? erscheint er 
in Nürnber , wo ihn der bekannte Paul Praun beschäftigte. E;- 
malte für dgiesen einen Sturm, und eine Schlacht grau in Grau. 
Auch auf dem Bathhause daselbst sah man Bilder von ihm, dar- 
unter eine Amazonenschlacht. Valcltenburg wollte sich in Nürn- 
ber niederlassen, als ihn der Erzherzog Mathias als Hofmaler 
nacig-i Linz berief, welcher schon früher einige Bilder von ihm 
erworben hatte. Aus der Sammlung dieses Fürsten stammen wahr- 
scheinlich die Gemälde Valclsenburgk im Belvedere. Darunter ist 
eine felsige Landschaft mit dem Monogramm und der Jahrzahl 
1580, eine Weinlese und eine Landschaft mit Schmttern van 
1585, ferner eine Winterlandschaft von 1586- Auf einem andern 
Gemälde sieht man eine I-lirschjagd bei Linz, mit dem Erzher- 
zog im Vorgrunde, wie er mit der Angel fischt. _Dieses Bild 
hat das Monogramm und die Jahrzahl 1590. Die Figuren dieser 
Gemälde sind sehr fein ausgeführt. Diess ist auch mit einem G9. 
mälde der Fall, welches einen römischen Feldherrn vorstellt, wg], 
eher in einer Landschaft steht, und den Zug der Truppen au, 
der Stadt erwartet. Im Mittelgrunde hat das Beitertrelfen hegen. 
nen, und derselbe Feldherr begnadiget an der Spitze seines G0. 
fulges zwei Verwundete. Mit dem Monogramm und der Jahrzahl 
1530. Dann malte er auch ltleinvznPol-traite _m Oel, die ebenfalls 
miniaturartig behandelt sind. Fur die Civitates orbis terrarum 
von G. Braun und F. Hogenberg. Coloniae Agripp. 1573, 1617. 
lieferte er neben anderen Zeichnungen. Im Jahre 1025 wollte sich 
der Künstler wieder nach Nürnberg begeben, starb aber auf der 
Reise.  
Valclißnburg, Illartm van, Maler und Bruder des Obigen, wurde 
1542 zu lVlecheln geboren, und wahrscheinlich von Lueas v. Valclsen- 
burg unterrichtet, da er in der Weisedesselben malte. Er beglei. 
tete ihn auf seiner Flucht vor den liriegsunruhen, und zeichnete 
bei dieser Gelegenheit viele Gegenden, Städte und Dörfer an der 
Maas. Später kam der Künstler nach Frankfurt, wo er eine Menge 
von Bildnissen, historischen Darstellungen und Genrebildern malte, 
Hiisgen rühmt eine nächtliche Fastnachtsbelustigung auf dem Pla. 
tze einer Stadt, und den Brand von Troja, beide in unzähligen 
Figuren, und in grösster Wahrheit dargestellt, wie Hiisgen meint. 
Auch die vier Jahreszeiten sah der genannte Schriftsteller vun Val- 
chcnburg gemalt. Von ihm ist aber nur der landschaftliche Theil, 
die Figuren und die übrigen Beiwerkc malte Georg Flegel. so das; 
dieser den griisseren Antheil hat. Noch mehr als die reichen C0111- 
püsitißnen erhebt Hiisgen Valckenburgk einzelne Figurenstiicke; 
darunter eine halb lebcnsgrosse Wollust, wahrscheinlich eine Ve- 
uns oder eine andere nackte weibliche Gestalt. In der Gallerie 
zu Wien ist eine Durflcirmess mit vielen fein gemalten kleinen
        

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