Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1816512
232" 
Uytcwael , 
Joachim. 
67) St. Peter und Paul den Lahmen heilend. Sie stehen llhlis 
vor der Pforte des Tempels, und rechts sitzt der liraul-e 
 aufeinen Bund Stroh. St. Petrus erfasst seine Hechte. Links 
in der Ferne erhebt sich eine Kuppel, und auf der Strasse 
geht ein Mann. In der M-itte unten steht der Nanxe des 
Meisters, und das Zeichen des Verlegers N.Visschcr. Links 
am Steine 1615. li. Weigel sah dieses Blatt in der Summ- 
lllllg des Erzherzogs Carl. Er fand die Nadelarbeit etwas 
verschieden von den übrigen Blättern. H. 4 Z. 8 L-, Br. 
2 Z. 10 L. 
Uytewael, JOHGlIIIII, nach der alten Orthographie Vytenwael 
und Wte-Wael, wurde 1566 zu Utrecht geboren, wo sein "Vater- 
Glasnialcr war, welcher aber nach seinen Werken unbekannt ist, 
Joachim malte Anfangs ebenfalls auf Glas, wurde aber nach C, 
van Mander schon als Jüngling von 18 Jahren dieser liunst Über- 
dnissig, und widmete sich unter Joost de Beer der Malerei in Oe], 
Nach zwei Jahren besuchte er Italien. und fand in Padua an dem 
Bischof St. Malo einen Gönner, mit welchem er zwei Jahre in 
Italien reiste. Hierauf begleitete er diesen nach Frankfurt. wo ei- 
wieder zwei Jahre verblieb, und für St. ßlalo einige XVerke an's- 
führte, deren Besitzer jetzt unbekannt ist. Hicraufliess sich der 
Iiiinstler in Utrecht nieder, wo er nach van Member's Bericht viele 
grosse und kleine Bilder malte, welche dei- genannte Schriftsteller 
sehr schon und geistreich findet. Uytewael ist indessen mülllürirt, 
da er das Studium der Natur vernachlässigte und nur seiner Phan- 
tasie folgte. Diese ist aber nicht reich, was namentlich in seinen 
leeren und fast immer gleichen Köpfen sich zeigt. Das Costiiin 
schuf er sich selbst, und daher sind seine historischen und niy- 
thologischen Helden öfter sonderbar aufgeputzt. In der Behand- 
lung sind seine Werke nicht gleich, so dass v. Mander sagt, man 
könne in seinen Werken zwei verschiedene Meister herausfinden, 
Zu jener Zeit besass ein in Utrecht lebender Italiener ein grosses 
Gemälde von Uytewael, welches Loth mit seinen Töchtern Vup- 
stellt. Die Figuren sind lebensgruss, mit gut gemalten nackten 
Thcilen, und von besserem Geschmacke in Coinposition und Zeieh- 
nung als gewöhnlich. Die landschaftliche Umgebung und der ferne 
Brand tragen ebenfalls zur Wirkung des Ganzen _l_iei. Dann nennt 
van Mander auch ein gut gezeichnetes. und schon gemaltes B114 
der Verkündigung der Engel an die Hirten, welches damals der 
Maler Liikas in Utrecht besass, der Neffe unsers Meisters. Unter 
den vielen kleinen, zart gemalten Bildern auf lillpfcr nennt er 
besonders ein Göttermahl, welches Sr. Joan Yker in Amsterdam 
hesass, vielleicht das Bild in der Pinakothek zu München. Dann 
rühmt van Mander auch ein höchst zierliclies und fleissig VCIllcu. 
(letes kleiiiesßild auf Kupfer, welches Mars und Venus mit vie_ 
len in der Luft schwebenden Liebesgöttern vorstellt. Dieses Ge- 
mälde bcsass zu v. Mandefs Zeit Sr. van Wecley, welcher 1616 
ermordet wurde. Ein anderes Gemälde mit Venus und Mars be_ 
sass damals Melchior Wijngens in Midclelburg. C. van lYIandep 
sagt, dass (der jetzt seltene) Uytewael viele Bilder llllllleflüs5gn 
habe, meistens historischen und mythologischen Inhalts, und dann 
auch Sßhöne liiichenstiicke. Die oben genannten Werke weisen 
ihm nach der Ansicht uiisers Schriftstellers einen Rang unter den 
ersten niederländischen Malern an. Dann lieferte er auch einige 
Cartons zu Glasgemälden in der Johaniieskirche zu Gouda, wveliche 
Adrian de Yrye zwischen 1591-90 ausliihrtc. Mehrere seiner 
Zeichnungen sind. durch den Stich bekannt.
        

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