Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1816188
Untcrberger , 
Franz. 
Unterbergcr , 
Ignaz. 
Ünterberger, Franz, Maler und Bruder des Michael Angelas, 
wurde 1706 zu Cavalese geboren, und von Alberli in den An- 
fangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er sich nach Venedig 
begab, um unter Pittoni seine weiteren Studien zu machen. Spä- 
ter liess sich dieser Künstler in Brixen nieder, wo er über [40 
Jahre thätig Wßr- Er fertigte mehr als 500 Altarbilder, da er Fleiss 
mit grosser technischer Fertigkeit verband. Ueberdiess finden sich 
auch kleine historische Bilder von ihm, meistens mit himmlischen 
Glurien, die sehr schon bekunden wurden. Auch Bildnisse malte 
er. Jenes des Gouverneurs Grafen Gottfried von Heister befindet 
sich im Ferdinandeum zu Innsbruck. Zu seinen Hauptwerken 
gehört das Bild des Busenkraitz-Altares im Dome zu Brixen, wo 
für er 855 Gulden erhielt, Die Himmelfahrt Mariä in der Pfarr- 
kirche zu Cavalese, die Maria mit dem Iiinde bei den Serviten 
zu Innsbruck, einige Bilder in den liirchen zu Brixen u. s. w. 
In der letzten Zeit seines Lebens zog er sich nach Cavalese 
zurück, und starb daselbst 1776. 
Unterberger, lgnaz, Maler und Kupferstecher, geb. zu Cavalese 
17118, war Bruder des Christoph Unterbcrgcr, und Schüler seines 
Onkels Franz. Hierauf copirte er einige BilderAlbertPs, deren 
er in Cavalese vorfand, und begab sich dann nach Rom, wo er un- 
ter Leitung seines genannten Bruders in kurzer Zeit reissende 
Fortschritte machte. Der Umgang mit E. Mengs, P. Battoni, A. 
Maron, u. a. Meistern, welche ihn auf die Meisterwerke der al- 
ten und neueren liunst aufmerksam machten, hatte den wohl- 
thätigstcn Einfluss auf ihn. Vor allen aber sagte Correggio seiner 
Individualität zu, aber weit entfernt in der Folge ein blosser Nach- 
ahmer zu werden, schöpfte er hauptsächlich aus der wahren Quelle 
der unendlich formreichen Natur, und aus den Idealen, welche 
die alte römische und griechische Iinnst geschaffen hatte. Auch 
wählte er die bessten italienischen, französischen und deutschen 
Schriftsteller zur Lektüre, so dass er nicht allein ein tüchtiger 
Iiünstler, sondern auch ein wissenschaftlich gebildeter Mann war. 
Untcrberger fertigte schon lll Rom einige historische und alle- 
 gorische Gemälde, welche Bewunderung erregten und in Kunst- 
siilen aufbewahrt wurden. Besonders gelangen ihm Grotteshcn, 
kleine Figuren und Bambuccinden nach Art der Niederländer. In 
der Villa Yinciana bewunderte man die Darstellung eines Festes, 
welches der Fürst Borglxese der verwittweten Churfürstin von 
Sachsen und ihrem Gefolge gab. Dann hatte Unterberger auch 
die Geschicklichkeit, ältere Meister täuschend nachzuahmen, S0 
dass in ltoni Kenner und Maler diese Bilder für Original hielten. 
Zwei solcher Bilder gaben zu merkwürdigen 'I'äuschungen Veran- 
lassung, und das eine hat lt. Morghen unter Correggiifs Namen 
gestochen.  
Das Factum selbst, und den Ünterbergeräs Talent chrenden 
Streit über das Alterthum des Gemäldes erzählt lliri in einem grös- 
seren Aufsatze des Morgenblattes 1808, Nr. 145  46. Im Jahre 
1786  87 erstand Lovera in Rom, der sich mit dem Ausbcssern 
und Handel alter Gemälde abgab, einen Theil aller Bilder von 
Christoph Unterberger. Darunter befand sich eine Mutter mit 
drei hindern. Das Bild war auf ein altes Brett gemalt, beschmutzt 
und nicht ganz fertig. Die Hauptfigur hat ungefähr anderthalb 
Fuss. Lovera reimgte und retouchirte das Gemälde, gab ihm 
einen Firniss, und war höchlieh über seinen Fund erfreut. Die 
Sache ward in der Sadt bekannt; liiinsller und liunstlreundc
        

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