Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815966
Ulrich. 
Ulrich. 
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Gallns. welche Immu unvollendet hinterliess. Diese Tafel vollen- 
dele Ulrich. Das liloster St. Gallen hatte damals viele Iiunstsclliitze, 
der Herzog Welf erpresste sie aber, und selbst die Säulen wurden 
ihres metallenen Schmuckes beraubt. 
Ulrich, Maler, lebte um 1550 in Brünn. Unter diesem Jahre er- 
scheint er in einem Losungshuche (Steuerhucheyder Stadt, zu- 
gleich mit Anton Pilgram dem Maurer, dessen Name sich an die 
St. Stephauskirche in Wien knüpft. 
UlflCll, Maler aus Maulbronn in Schwaben, gehört zu den merkwür- 
digsten deutschen Meistern aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhun- 
derts. Seiner erwähnt Fiorillo in der Geschichte der Malerei in 
Deutschland I. 303. und nach ihm Füssly in den Supplexnenten 
zum liiinstler-Lexicon, sie setzten aber den Künstler ins 12. Jahr- 
hundert, weil Fiorillo den Meister Ulrich als Zeitgenossen des 
Walter von Lomersheim nimmt. Dieser baute H37 die Kirche und 
das Kloster in Maulhronn, die erstere wurde aber um 1420 ver- 
ärrössert, und bei dieser Gelegenheit zierte Ulrich die Kirche in 
resco aus. In neuester Zeit untersuchte F. Iiugler diese Male- 
reien genauer, und gab im liunstblatte 1840 Nr. 96 Nachricht dar- 
über. 
Diese Gemälde sind jetzt ziemlieh verblichen, zeigen aber noch 
in diesem Zustande einen grossartigen Charakter. Am Pfeiler des 
Chorbogens ist der grosse Christoph mit dem Jesuslaintle von Ul- 
rich gemalt. Au der nördlichen Wand sieht man eine heil. Jung- 
frau mit dem Rinde, vor welcher noch einer der drei Könige sicht- 
bar ist. Im Grunde ragen noch einige Pferdelsiipfe hervor. Auf 
der siidlichen Seitenwand sieht man ebenfalls eine Madonna mit 
dem Kinde, und vor ihr den Bischof Günther von Speyer, der 
die Kirche geweiht, 'und den Stifter derselben, Walter von Lo- 
mersheiin, um das Ordenskleid bittend. Rechts dahinter zeigt sich 
die Kirche in ihrer ursprünglichen Gestalt, und seitwarts erschei- 
nen mehrere Figuren. Die Gestalten sind hoch und ansehnlich, 
in dem ernsten statuarisehen Styl einer frühem Zeit gehalten. Die 
darüber stehenden Verse nennen den Maler und den Baumeister 
der neuen. Iiirche (Berthold). Die Zeit bestimmen die Verse: 
Denique milleno. tetra. C. duo. X. quaterno. 
Patre sub Alberto. piugitur hic paries. 
Per quem testudo praecelsior et laterales 
Sunt quuque perfectae taliter ecclesiac. 
Conversis operis Berchtold, Ulrichqtie magistris 
Alter depictat, sed prior aedificat.  
Nach den obigen Distichen sind diese Bilder 1424 gemalt. 
UlPlCh, Formsclmeidei- von Ulm, koiumt 1598 in den Biirgerbiichern 
der Stadt vor, und ist der einzige Iiiiustler dieser Art, die bisher 
aus der Zeit vor 151.40 bekannt sind. Mit Ludwig V09 Ulm, dessen 
wir unter w-Ulnm erwähnt haben, könnte er im Verhältnisse eines 
Enkels stehen, da dieser nicht viel jünger seyn durfte als Hans 
Spore: (1464  87).  
Von Ulrich von Ulm ist kein Werk bekannt. Vielleicht gehören 
ihm einige der ältesten mit dem Reibei- gedruckten XylQgPElPlllSCllCll 
Produkte an. Er nähert sich der Zeit des Meisters von 1425, dessen 
wir B. IX. S. 10 erwähnen. Ein Zeitgenosse dürfte der Nördlin- 
Eer Bi-iefdruclser Wilhelm seyn, der 1428 vorlwiiimt. In Nürn- 
erg lebte 144g ein Hans FOTIDSClIDCidBY, weicher wiührfwCliellllliih 
15 '
        

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