Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815920
Ulm , 
Meister 
Jakob 
223 
beitete. Die Fenster der Libreria waren 1472 vollendet. Dann 
Jnalte er auch die Fenster des Refectoriuins, zwei Fenster der Ca- 
 pelle des heil. Doininicus, und das grosse Ruiidfenster der Hir- 
clie, welches von seltener Schönheit war. Alle diese Malereien 
gingen zu Grunde, oder wurden verschleppt. Ueber dem Ein- 
gange des ersten Dorniitoriums ist noch ein kleines Bild, welches 
Christus am Kreuze mit Maria und Johannes vorstellt. Man 
schreibt dieses Gemälde dem Fra Giacoino Azu, Iiunstverstiindige 
halten es aber fiir viel älter. 
Auch die liirche S. Petronio in Bologna prangt mit Glasma- 
lerien des beato Giacomo Aleinanno, man kann aber nicht mit 
Bestimmtheit sagen, welche von ihm herrühren. In dieser Kirche 
hiiiterliesseii auch andere Künstler Glasgeinälde, die im Style, in 
der Composition und in der Schmelzung verschieden sind. Im 
Jahre 1792 wurden gemalte Scheiben herausgenommen, vielleicht 
auch solche von Jakob von Ulin. P. Melloni schreibt ihm einige 
Bilder im Oratorio della B. Elena dall, Olio im Palazzo Bentivogli 
zu Bologna zu. Im Hause des Professors Bianconi in der Via 
Mascarella ist ebenfalls ein kleines Glasgeinälde, welches als Werk 
des seeligen Jakob vonUlm erklärt wird, so wie auch zwei Rund- 
bilder in der Iiirche della Misericordia, und einige Fenster der 
grüsseren Capelle des Collegio di Spagna zu Bologna von ihm. 
herrühren sollen. Mit Sicherheit kann man jedoch dem B. Giacomo 
de Aleiiiania kein Werk zuschreiben. Er bildete aber eine Schule, 
deren Einfluss man weithin in Italien begegnet. In seinem Iilo- 
ster standen ihm Ambrugino da Soncino und Fra Ailastasio zur 
Seite. Der erstere war 35 Jahre Gehülfe Jakobs Leandro Al- 
berti rühmt ihn als tFGmiCllGIl Meister, und sagt, dass seine Werke 
in den Kirchen Bolognws bewundert werden. Alberti war der 
Zeitgenosse des Ambrogino, und bemerkt auch, dass letzterer das 
Leben des Beato Giacomo geschrieben habe (Venetianer Ausgabe 
von 155? S. 360). Werke von Sonciiio's Hand sind ebenfalls nicht 
mit Sicherheit zu bestimmen. In S.Petronio arbeitete er mit Mei- 
ster Jakob, und. starb 1517. wie wir in EchartPs und QuietiPs 
Bibliotheca scriptorum Ord. Praedicatorum lesen. Daraus erfahren 
wir auch, dass Fra Bartolonieo della Porta Giacoino's Schüler ge- 
wesen, und auf Glas gemalt (vielleicht Gartens" gezeichnet), so- 
wie dass er Nachrichten über dessen Leben gesammelt habe, welche 
 dann Prierio, I-"laminio, nlberti und Melloni benutzten. Der 
oben genannte Fra Anastasio,_Mitconventual des heil. Jakob, wird 
nach einem Berichte im Archive zu Bologna von 1521 wingenio 
eccellente , lacritissimo in fare finestre di vetro, discipulo e imita- 
 tore del beato Jacobo per spacio di otto anniavgenaiint. Doch 
 auch von ihm lassen sich keine Werke nachweisen, Er starb 
152 - 
gEin anderer berühmter Glasinaler war Gugliehno di Marcillat, 
welcher ebenfalls viele Werke hinterliess und Schüler bildete. In 
den Nachträgen werden wir über diesen Meister weitere Nachricht 
geben. 
Ulm, Meister Jakob von, Maler, stammt aus der Familie aß.- 
Acker oder__Ankerlin, und war vielleicht der Sohn eines gleich- 
namigen Iiunstlers, dessen Wittwe 1454 in den Biirgerbiichern 
zu Ulm genannt wird. Der jüngere Meister Jakob von Ulm kommt 
1460 als Bürger vor. Unter dem Jahre 1478 wird er nvnsm- Fra- 
wen Glaseric genannt, so dass er also Glasinaler war. Später 
(1486) malte er die Orgel im Münster, welche 1551 niedel-gel-igsen 
 wurde. Weitere Nachrichten fand Weyerinann (Neue Nachrichten 
von Künstlern Ulfns,  nicht.
        

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