Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815770
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Udinc , 
Blartino 
in diesem Bilde noch viel Altertliümliches. Nach einer Urkunde 
bei Maniagu l. e. 501. XXIX. bezahlte Relint de Cusan 155g dem 
Künstler 7 Dukaten L. 4. 12. für das Bild des heil. Benedikt. 
Lanzi kennt nur das Bild der Krönung Mariä, dessen Seltsam- 
keit ihn irre macht. ' 
Udine , 
Martino 
der Aeltere , 
Giu. 
Ucline. 
da 
Martini 
Üdme, llIElPtlnO da, genannt Pellegrino da San Daniele, svar der 
Sohn eines Malers Battista von Udine, und in Venedig Schüler 
des Gian Bellino, welcher ihm wegen seines seltenen Talentes den 
Namen Pellegrino gab, wie Vasari im Leben des Pordenone lII_ 
188 sagt. Der liünstler nannte sich dann selbst Pellegrino, mit 
dem Beisatze da San Danicle, von einem Orte beiUdine, wo sich 
der Künstler mit Elena Portuneria verehelichte. Das betreffende 
Document bringt Graf Maniago (Stur. delle belle arti Friulane, 
Udine 1825, p. 293 XV.) bei. Es ist von 149g, und der liünstlcp 
wird bereits Magister Pelegrinnus Pictor de Utino genannt. Der 
Meister heisst aber in allen bekannten Urkunden Pcregrinus oder 
Yellegrino da Udine, so dass man fasst glauben mochte, "Vasar; 
habe ihn mit dem älteren lVIartino da Udine, oder mit Gio. Mar- 
tini da Udine verwechselt, so dass die Namensänderung durch 
Gian Blfllini eine Fabel ist. Pellegrino gehört zu den vorzüglich- 
sten lii nstlem seiner Zeit, und ist mit Pordenone das Haupt der 
Maler-schule in Friaul, in welcher Gio. Martini neben ihm das 
Feld behauptet. Beide zeichnen sich durch Einfachheit der Com- 
position, durch das Streben nach Charakter und Ausdruck, und 
durch sorgfältige Behandlung aus. Während aber Gio. Martini eut- 
schieden der Richtung BellinPs folgte, so spricht sich bei Felle- 
ärino schon früh eine originelle, grossartigere Iiuxishveise und 
"reiheit in der Bewegung aus. Den Beweis liefert das früheste 
Werk des Künstlers, der heil. Joseph mit dem Jesuskinde in den 
Armen, und dem kleinen Johannes als Hirtenknaben, im Dome 
zu Udine. Im Grunde sieht man die Ruinen einer antiken Culon- 
nade, und an dcr Basis des Gemäldes zwei kleine liebliche Bilder 
der Geburt Christi und der Flucht in Aegypten. Schon Vasari 
rühmt dieses Werk, und Lanzi sagt, dass das Gemälde selbst in 
dem beschädigten und verbliebenen Zustande noch schön sei. Spä- 
tcr wurde es restaurirt. Nach einem Documente bei Maniago l. c. 
XV., legte der Künstler 1500" die Zeichnung vor, und sogleich 
wurde ihm die Ausführung für die Capelle des heil. Joseph über- 
tragen. Er erhielt 35 Dukaten, und alles, was er zum Bilde 
brauchte. Jacobus Ser Francisci Maronzoni von Venedig machte 
das Schnitzwerk für 25 Dukaten, die Vergoldung nicht mit ein- 
gerechnet. 
In demselben Style, und ziemlich gleichzeitig ist auch das Bild 
des Täufers Johannes in der Wüste bei den Mönchen von Std" 
Maria in Valle zu Cividale, wofür nach urkundlichem Ausweis 
(Maniago, 1., c. XVII.) 1501 Elisabetha Formentina auf Rechnung- 
des Ser Benedetto Nodaro dem vvlVIistro Piligrin depentom 125 
Dukaten ausbezahlte. Jetzt ist dieses Bild restaurirt. 
Diese beiden Bilder sicherten dem Künstler bereits einen ent- 
schiedencn Rang vor Gio. Martini, seine Hauptwerke sind aber 
die Fresken in der kleinen Kirche des heil. Anton zu San Daniele. 
Am Gewölbe des Chores sind ältere Malereien, von ihm sind 
aber die Bilder an den Wänden des Chores und ein Theil der- 
jenigen im Schiffe der Kirche. Im Chore malte er die Kreuzig- 
ung Christi, eine reiche und verständige Composxtion. Der Hei-
        

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