Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815765
Udine , 
Girolanno 
207 
niago. (Star. dellc belle arti Friulane. Udinc 1823, P- 297. XXI.) 
fand in den Akten der Stadt unter dem 15. November de_s genann- 
ten Jahres unsern Künstler, vvlVlagistrum Joannem olim Magistri 
Martini Plctorlscc genannt. Damals wählte Magister Peregrinus vor 
den Stadtverordneten den Johannes Martini und den Bastianello 
Florigero zu Schiitztern seiner Gemälde an den Flügeln der IOrgeI 
der Collegiatkirche in Udine. Gio. Martini starb nach 1554. In 
diesem Jahre kommt er in den Jahrbücltern der Stadt zum letz- 
ten Male vor. 
Aus den VVerkcn dieses Meisters ersieht man, dass er sich in 
der Schule des Gian Bellini gebildet hatte. Er malte immer in 
der Weise desselben, und einige seiner Werke verdienen hohe 
Beachtung, besonders der thronende S_t. Marcus mit sechs Heili- 
gen im Dome zu Udine. Dieses Bild ist sehr_ schön und von ge- 
wählten Fnrmen, eines Bellini würdig. Der Künstler erhielt dafür 
[15 Dakatcn, was vielleicht seiner bescheidenen Aufschrift entspricht: 
Johannes Utinensis hoc parvo ingenio fecit 1501. Als graziöser 
Nachahmer des Bellini erscheint er auch in seinem Bilde der heil. 
Ursula mit ihren Gefährtinnen, und dem ewigen Vater im oberen 
Raume. Unten sieht man in kleinen Bildern Darstellungen aus 
dem Leben der Heiligen. Dieses Bild iiialte er für S. Pietro Mar- 
tire zu Udine, es befindet sich aber jetzt in der Pinakothek zu 
Mailand, wo es Filippu Caporali gestochen hat. Unter der heil. 
Ursula ist ein viereckiger Raum niit der Inschrift: Essendo Ca- 
inarar Magistro Manziguel _MCCCCCVI. In der Iiirche des heil. 
Fi-anciscus zu Purtogruaro ist von ihm ein reiches Bild, welches 
die Darstellung des Jesusliindes im Tempel enthält . mit der 'un- 
deutlichen Schrift: Juanes  ..iilanus  ec., wie 
wir bei Maniago l. c. 176. angegeben finden. Eine Darstellung 
dieses Gegenstandes fanden wir auch dem Giovanni Iiicaniatore 
da Udine zugeschrieben. Dieses Bild befindet sich in der Gallerie 
Marfrin zu Venedig. In der Capelle del Rosariu im Dome zu 
Spiliinbergo ist ein drittes Bild, welches die Darstellung des Je- 
susknaben im Tempel vorstellt. Ueber dieses Werk sind keine 
Docuniente vorhanden, die Composititm, der Charakter der Fi- 
guren und der Fleiss in der Arbeit sprechen aber für Gio. Mar- 
tini. Dieser geschickte Künstler war Nebenbuhler des Martiiiu 
da Udine, der unter dem Namen Pellegrino da San Daniele he. 
liannter ist. Iin Artikel des letzteren bezeichnen wir den Stand- 
punkt beider. 
Udme, Girolamo da, Maler von Udine, war S-hiiler des Pelle- 
grino da San Daniele (Martino da Udine), scheint aber nach 
seinen Werken älter zu seyn, da er der früheren Iiunstweise hul- 
digte. In der Spxtalkirche zu Udine ist von ibm ein Bild der Iirö- 
nung der heil. Jungfrau durch den ewiäexi Vater. Dabei 1st auch 
der Täufer Johannes und der Evangeist Johannes, so wie ein 
die Cither spielender Engel. Dieses Bild ist sehr fleissig Vgllen. 
det, aber trocken in der Behandlung. Den Grund bildet Apchi- 
tclitur mit einer Colonnade von genlischter Ordnung mit fein ge- 
malten Ornamenten. Sie zeigt eine genaue Kenntniss der Per- 
spektive: Auf einem Zettel zu den Füssen des Engels steht: OpllS 
ieronymi Ütnlensxs. . 
In St. Maria in Valle zu Cividale sind zwei Bilder von "ihm, 
wovon das eine den heil. Johannes, das andere den lieil. Bene- 
dikt vorstellt. Das letztere dieser Gemälde ist in der Behandlung 
freier, und die Farben sind sanft vertrieben, Dennoch herrscht
        

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