Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815584
Uden 1 
Lucas 
VüIl- 
189 
er das Land durchwanderte, am frühen Morgen und bis in die 
Mondnacht hinein ihre Erscheinungen beobachtete, und zeichnete, 
was sie Schönes und Grossartigcs hervorgebracht hatte. Nach sol- 
chen Zeichnungen führte er dann in seiner stillen Hammer 1nit 
Islülfe einer glühenden Phantasie Gemälde aus, welche die Nami- 
in ihrer glänzendsten und feierlichsten Stimmung zeigen. Als lVIei- 
stcr in der Perspektive ordnete er seine Bilder immer nach einem 
vortheilhaften Standpunkte, mit angenehmer Abwechslung der Flä- 
chen- Seine Fernungen und die reinen Lüfte, oder die klaren 
Woll-icnzügc üben auf das Auge einen grossen Reiz, so wie an- 
dererseits die Lichteflekte auf den Flächen und in den meisterhaft 
behandelten Bäumen magisch wirken. In seinen kleinen Bildern 
ist die Färbung zart und lieblich, in seinen grösseren kräftig und 
warm. Diese Gemälde sind pastos im Auftrage und weniger vollen- 
det, je nachdem der Künstler die Hauptwirkung für die Entfer- 
nung berechnete. Rubens benutzte das Talent dieses Meisters, 
und leitete es. Uden malte öfter die landschaftlichen Partien in den 
Werken des Rubens, und wusste sich auch in eigenen Bildern so 
sehr in dic Weise jenes Meisters zu fügen, dass viele seiner Ge- 
mäilde in Charakter und Auffassung dem Rubens ähnlich sind. 
Letzterer malte ihm zuweilen Figuren in den Landschaften. Ein 
anderes Mal staPfirten A. van Dyck und D. Teniers seine Gemälde. 
Die Bilder, wo die beiden ersten Meister mit van Uden zusam- 
meuwirkten, stehen in hohen Preisen, besonders wenn sie die 
Grösse der gewöhnlichen Staffeleibilder überschreiten. Aber auch 
die Landschaften von v. Udelfs alleini er Hand sind hoch ge- 
schätzt, und werden theuer bezahlt. Die letzteren Werke des Mei- 
sters sind indessen etwas monoton, da mit den Jahren sein Far- 
bensinn geschwächt wurde. 
In der Capelle der Iiirche St. Bavon zu Gent sind grosse land- 
schaftliche Bilder mit Figuren von L. v. Uden. Diese Gemälde 
stammen aus seiner früheren Zeit, gehören aber zu den Haupt- 
werken des Meisters. Früher sah man auch in mehreren hollän- 
dischen Cabineten Bilder von ihm, wie in jenen von H. B. Du- 
bois, Deyne von Lievergen, u. a. Letzterer hesass neben anderen 
eine grosse Landschaft mit Figuren von Teniers. Auch Graf de 
Vence und Blondel de Gagny in Paris besassen Werke von ihm. 
In der Sammlung BlondeYs war eine grosse Winterlandschaü, In 
der k. k. Gallerie zu Wien war früher eine Landschaft mit Fi- 
guren und Vieh, welche im_ neuen Cataloge nicht mehr erwähnt 
ist, so dass sie als Werk eines anderen Meisters gelten dürtte. 
Die Gallerie Lichtenstein daselbst bewahrt eine schöne kleine 
Mondlandschafl. In der Pinakothek zu München ist eine meister- 
Iiaftc kleine Landschaft mit Bäurnen am Teiche, und einem Bauer, 
der die Pferde in die Schwemme reitet. In der Galleric zu Drcs- 
den sind sieben Bilder von Uden: eine Gehirgslandschaft mit 
WVassei-fällen. dann mit zwei Reitern und einer Itlirtenfamilie, ge- 
malt W311 P- Bout; eine kleine Landschaft mit Fischern und Käu- 
fern der Fische, die Staffage von Bout; eine grosse Landschaft; 
mit Wasser und einem Brantzuge, gemalt von D. Teniers; eine 
kleine baumreiche Landschaft mit Elias und Antßllius. von D. Te- 
niers äemalt; eine Waldlandschaft mit ein Paar Weibern; eine 
weite andschaft mit Reisenden und einer Heerde, Vgn Boni ge- 
malt. Auch in der Gallerie zu Salzdahlell waren ehedem mehrere 
Bilder von Uden. In Lutonhouse zu London ist eine vortreffliche 
Landschaft im Charakter von Rubens. Teniers malte die Figuren 
darin. Ein anderes meisterhaftes Bild dieser Art besitzt die Samm- 
lung in Devonshirc. Eines dieser Bilder ist wahrscheinlich das
        

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