Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815399
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Turrita , 
Mino 
von S. Maria Maggiore beendiget, und darauf die andere des Late- 
rfms begonnen. mithin 60 Jahre lang gewirkt habe. JJella Valle ver- 
muthet, der Urheber der römischen Musive sei ein Fra Giacomu 
da Turrichio bei Camerino, der um 1270 geblüht habe. . 
Das Musiv in der Apis von St. Maria magginre zeigt die Erö- 
nung der heil. Jungfrau, und darunter mehrere Heilige nebst dem 
lmienden Papst Nicolaus IV. und dem (lardinal Jacob Colonna, 
damaligem Vorsteher dieser Basilica, welcher dieses VVerk vom 
Bruder Jacopo da Turrita ausführen liess. Der Name des Papstes, 
des Cardinals und des Künstlers sind am Werke angeschrieben, 
sowie die Jahreszahl 1295. Die Angabe des Baldinizcei I. dec. 2., dass 
Gaddo Gaddi das Ganze beendiget habe, ist durch nichts begrün- 
det. Die Abb. dieses Mosaiks S. bei d'Agincourt peint pl. lß-NP- I8- 
Das Mosaik in der Apsis von S. Giovanni in Laterano (1288 
bis 92), auf welchem man das mystische Iireuz von Heiligen um- 
geben, den Papst Nicolaus IV. zu Fiissen der heil. Jungfrau u. 
a. sieht, ist unten mit dem Namen des Jacopo da Turrita, der sich 
hier einen Maler (pictor) nennt, und dem seines Gehiilfen Bruder 
Jacopo von Camerino bezeichnet. Die Abbildung S. bei d'Agin- 
court a. a. O. pl. 18. Nr. I5.  
Einige legen ihm auch das Bildniss des Papstes Bonifaz VIII. 
in der Capelle desselben in St. Peter zu Rom bei. Allein dieses 
ist nicht erwiesen. Die Auschmiicknng in Mosaik geschah von 
1295 - 1505. 
In der Gallerie der Akademie zu Siena ist ein wichtiges Bild, 
welches aus der Kirche San Salvatore della Berarden a gebracht wor- 
den ist, und das man in dem Gatalog ohne nääicren Nachweis 
dem Jacopo di Turrita zuschreibt. Das Bild trägt die Inschrift: 
Anno millesimo CCXV. Mense Novembri hec tabula facta est, und 
stellt den Heiland in einer Glorie vor. An mehreren Stellen ist der 
Gypsgruild so hoch aufgetragen, dass (las Bild zum Relief wird. 
Gold und Schmuck aller Art ist nicht gespart. In den lilcinereu 
Seitenfelderxi sind die Leidensgeschichte und andere heil. Geschich- 
ten dargestellt. S0 gross auch der Aufwand an Gold und Farben 
ist, so gehört es dennoch zu den früheren rohen Versuchen, in 
welchen die italienische, und hier insbesondere die toslsanische 
Malerei sich von der byzantinischen zu unterscheiden strebte, wenn 
es ihr auch noch nicht gelang, sich völlig loszureissen.  
Die Jahrzahl des Bildes würde zwar auf Jacobus, den Ver- 
fertiger des Musivs von 1225 passen, wollte man aber" annehmen, 
dass Jacobus di Turrita das Bild efertiget habe, so musste diesem 
Künstler eine seltene Kraft des hoäien Alters verliehen worden seyn. 
Jacopo di Turrita arbeitete nach Vasari auch im Dome zu 
Pisa. Hier führte er mit Andrea Tafi und Gaddo Gaddi die Evan- 
gelisten und andere Dinge aus, die später von Vicino vollendet 
wurden, indem sie Turrita fast nur angelegt hinterlassen hatte. 
Tllrrlta, MiUO  nennt P. della VaHc den Verfertiger des Bildes 
fler Madonna mit Heiligen im Gerichtssaale zu Siena, Wßlßhv wir 
1m Artikel des Simune cli Martino erwähnt haben. Die Angabe 
dem! Vallzäs scheint wenig Grund zu haben. 
T0110], Maler, war um 184i in Paris thätig. In dem genannten 
Jahre sah man voniihm ein Bild des 'l'äufers Johannes, eine Ge- 
stalt ohne tiefere Bedeutung. 
        

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