Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815368
Turpinuls , 
Johannes 
und 
Philippus. 
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Ile Crigse war ein Mann von. umfassender Bildung, und einer der 
vorziiglichsten liiinstler der französischen Schule, dessen Bilder 
eben so geistreich als schon behandelt sind, nur zuweilßn nicht 
jene technische Fertigkeit zu erkennen geben, welche den Mai- 
stern von Profession eigen ist, wofür sie ihn zum Dilettanten 
stempelten. _wie es Männern seines Standes ergeht. Er unternahm 
mehrere Reisen, und zeichnete bei dieser Gelegenheit viele inter- 
essante Ansichten von architektonischen Denkmälern, Ruinen und 
Gegenden. Er bereiste Frankreich, England, die Schweiz, Ita- 
lien und Sicilien, und in seinen Gemälden und Zeichnungen 
sprechen sich die Erinnerungen an diese Iiunstreise aus. Eines 
seiner früheren Gemälde, welches 1808 entstand, schildert den 
Abschied Renüs von seiner Schwester, und erwarb dem liiinstler 
eine goldene Medaille. Im Jahre 1808 kaufte die Kaiserin Jo- 
sephinc die Ansicht von Civita Castellana. Hierauf folgten ver- 
schiedene Ansichten aus Rom und Tivoli, theils mit Staiiage aus 
der römischen Kaiser-zeit, theils mit Scenen des modernen Volksle- 
bens. Auch die alten classischen Idyllendichter boten ihm manch 
mal Smif zur Staffage seiner Llandslchaften. Sein Bild des Hera- 
tius Flaccus in Tivoli erwarb i m cas Lob eines der ersten fran- 
zösischen Landschaftsmaler, obgleich ihn der Zunftzivang zum 
Dilletanten verdammte. Andere Gemälde enthalten Ansichten aus 
Florenz, Gaeta, Caprea, Terracina, Pompeji und Neapel. Diese 
Stadt und ihre Umgebung bot ihm 'Gelegenheit zireinex- grossen 
Anzahl von Zeichnungen, welche, meistens in Sepia ausgeführt, 
in Kupfer gestochen wurden, und "Souvenirs de Naplesß bilden. 
Einige dieser Zeichnungen führte er in Oel aus. Eine reiche Aus- 
beute fand er auch an den alten Denkmälern Siciliens, deren er 
viele in Zeichnungen festhielt, wovon er dann einige in Oel aus- 
führte, mit Staifage aus den Dichtungen der Alten, oder mit See- 
neu des modernen Lebens. A,n' diese Werke reihen sich viele 
Ansichten von alten Denkmälern in Frankreich und der Schweiz. 
Seine Ansichten aus GriechenlandDfiihrte er meistens nach Zeich-  
nunwen des Grafen Choiseul aus. er rösste Theil seiner Werke 
sindn in den Gallerien des Luxenibouiig, des Herzogs und der 
Herzogin von Berry, das Grafen Pourtales, im lVIuscuxn zu An- 
gers und in verschiedenen Privatkabineten. 
Ausser den lieblichen Souvenirs Irlu golfe de Naples. Paris 
1333, haben wir von Turpin de Crisse ein lithographirtes Werk: 
Souvenirs de vieux Paris, exeniples d'architecture de temps et de 
styles divers. Trente vues dessinces dälpres nature par le Cte. T. 
Turpin de Crissc. Avec des notes hist. et (lescript. pur Mrne. la 
Princessc de Craon, lVIme. la comtesse de Meulan, et par M. M. 
de Bcauchesne, Castellan etc. Deuxieme edition, Paris. 1856-, fol. 
Dann lieferte er auch Zeichnungen fiir das Werk: Le moyen age 
pittoresque, vucs et lragments d'Architecture, meubles, Arnles etc. 
en Europe du X.  XVII. Siecle. Avec texte explicatif. [km5 
 ff- J. Pappel stach nach ihm für die Urania 1855 eine An- 
sic t von Neapel.  
Tllrpin de Crisse war Ehrenmitglied des k. Instituts , Genera]- 
Inspektor des Departement der schönen Künste, und Ritter der 
Ehrenlegion. Er starb i3l5-  1 
Tufpinus, Johannes und PhlllPPllSh, Iinpferstecher und Kunst- 
händler, Franzosen von Geburt, waren um 159g in Rom thätig- 
1:15 finden sich mehrere Blätter mit ihren Namen, wovon aber nur 
wenige von Johannes herrühren.
        

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