Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1815323
Turner , 
Joseph 
Mallord 
William. 
163 
durch bunte und grelle Farbentöne, welche sniiter in bunte Ver- 
wirrung ausarteten. Ein solches Farbenprunkbild ist neben ande. 
 sein Gesicht der Medea, welches er 1351 der staunenden 
Menge vorstellte. Ausser den Gemälden fallen in diese Zeit auch 
eine Menge vun_ Zeichnungen zum Stiche für die poetischen Vverke 
von W. Scott. flir Finden's Illustrations of the Bible, für Heath's 
Gallery cf British Engravings, für Bogeüs Italy, für englische 
lieepselies und Alnianachc, welche alle den liiinstler von einer 
gßlSlPßlChßll und angenehmen Seite erscheinen lassen. 
Im Jahre 1838 reiste Turner wieder nach Italien, um Zeich- 
nungen aufzunehmen, und Studien zu neuen Gemälden zu machen. 
Auch den Rhein bereiste der Künstler, so wie die Ufer der Loire 
und Seine. Viele Zeichnun en, welche er in Frankreich Tertigte, 
sind durch den Stahlstich bekannt. Auch mehrere der grössercn 
Gemälde, welche der Künstler nach seiner Rückkehr ausführte, 
110d theils in Somersethouse aufbewahrt werden, sind durch Blät- 
ter der berühmtesten englischen Iinpferstecher bekannt. Zu sei- 
nen Hauptwcrken zählt man die heroische Landschaft mit Merkur 
und Argus, eine andere ideale Landschaft, welche das alte Italien 
versinnlichen soll. die Ansicht des Sees von Ncmi, jene des Campo 
santo in Pisa, der Dogana in Venedig, von Oberwesel mit dem 
Iihein, von Ehrenbreitstein u. s. w. Wangen (Kunstwerke und 
Iiünstler in England und Paris I. 425) sagt aber, dass er sich in 
Somersethouse vor den Bildern des in England so gepriesenen Tur- 
ner merkwürdig getäuscht fand. Dieser Schriftsteller sah nie eine 
solche Flüchtigkeit der Behandlung, einen so gänzlichen Mangel" 
an Wahrheit, als in den von diesem Iiiinsler gemalten Angichien 
von Ehrenbreitstein und des Brandes der Parlamentshäuser. Tur- 
ner vereinigte grelle, geschminkte Bunthcit mit einem allgemeinen 
nebulistischen Wesen. Auf der Kunstausstellung zu München 1846 
sah man von ihm eine Darstellung des Zuges zur Einweihung 
der Walhalla bei Regensburg. Dieses Bild erregte Sensation, denn 
man hielt es für die reinste Satyre auf eine Feier dieser Art. Man 
kannte den Turner aus den lieblichen Stahlstichen nach seinen 
Zeichnungen, und glaubte daher mit einem Sputtbilde sich von 
ihm beehrt zu sehen. Wenn die späteren Werke dieses Meisters 
alle in dieser Weise behandelt sind, so liefern sie Beweise der 
schlimmsten und lächerlichsten Verirrungen, lll welche die Malerei 
gerathen kann. Man konnte bei der Betrachtung dieses Bildes 
nicht begreifen, dass der Iiunstler einmal gute Bilder gemalt und 
sich auf schöne Licht- und Farbeneifekte verstanden habe. In 
Bildern der genannten Art ist weder Zeichnung noch Malerei, 
noch Sinn und Verstand. Man möchte diese Produkte aln liebsten 
für heitere Satyre halten, wären sie "nicht leider baarer Errnst. Für 
den Beitrag zur Münchner Kunstausstellung ist ihm im hunstblatt 
18W S. X98 als Iilexer ein Denkmal gesetzt. Wir bemerken aber 
dabei, dass man auch in England die Verwilderunä eines so be- 
deutenden Talentes bedauere. Mehrere seiner Wer e gelten nur 
als Curiusitäten der Malerei. 
Turner wurde 1805 Mitglied der Akademie in London, und 
später Professor der Perspektive an dieser Anstalt. Er bearbeitete 
als solcher ein Ünterrichtswerli, unter dem Titel: Liber Studiqrum, 
illustrative of landscape compositions, viz historical, mountainous, 
Pastoral, marine and architeetural. Mit Skizzen in Aquatinta- 
i - 6 Lief. London 1828, qu. fol. 
Ein anderes Werk über diesen Meister erschien unter folgen- 
dem Titel: Modern painters: their Superiority in the art of Land- 
H '
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.