Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813779
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T0 rriggi ' 
GiusePPe' 
Torriggianß , 
Pietro. 
nete. Nach seinem Plane wurde 1835 die St. Michaelslairche in 
Odessa gebaut, welche sich durch Schönheit der Verhältnisse aus- 
zeichnet. Die Faeade ist zu beiden Seiten mit einer lialblsreisfiir- 
migen Colonnade geschmückt, und erhält dadurch ABlHlllCllliOllI mit 
der Cathedrale in liasan. Die innere Ilotunda ist mit Säulen uni- 
geben, welche eine doppelte Kuppel tragen. 
Torriggi, GHISCPPC, Kupfierstecher, soll das Bildniss des Cardi- 
nals M. A. Rieci gestochen haben.  
Torriggiano Torriggiani, Pietro, Bildhauer, wurde um 1470 in 
Florenz geboren, und von Bertoldo xinterrichtet. Dieser Meister 
erkannte das entschiedene Talent seines Schülers, und bildete es 
mit Vorliebe heran. Er empfahl ihn auch dem Herzog Lorenzo 
il magnilico, als diesem in seinem Palaste eine Akademie errichtet 
hatte, um jungen Künstlern Gelegenheit zur Ausbildung zu ver- 
schaffen. Bertoldo war Aufseher über die Antiken, Modelle und 
Zeichnungen, welche der Herzog gesammelt hatte, und im Garten 
desselben waren Statuen aufgestellt, die als Muster der alten und 
neueren Kunst zu betrachten waren. Alle diese Kunstschiitze dien- 
ten den Schülern zum Studium, worunter Torrigiani von Bertoldo 
am meisten begiinstiget war, obgleich noch mehrere andere junge 
Künstler von grussein Talente die Schule besuchten, wie Micliel 
Angele, F. Granacci, F. Rustici, Nicolo di Donienico Soggi, Iio- 
renzo di Credi, Giuliano Bugiarilini, Baccio die Monte Lnpo, 
Andrea Cuntucci, Angelo Policiano u. a. Allein Torriggiani genoss 
seine Vergünstigung nicht lange; neidisch und heftigen Tempe- 
raments wie er war, gerieth er mit Michel Angeln in Streit, und 
schlug ihm mit der Faust, oder wie andere sagen, mit einem stei- 
nernen Dintenfass das Nasenbein entzwei, so dass Buonarotti Zeit- 
lebens das Merkmal trug. Um der Strafe zu entgehen, floh er jetzt 
nach Rom, und fand da an Papst Alexander VI. einen Beschützer. 
Er verzierte einen Saal der Torre Borgia mit Stuecaturen, die niit 
grossein Beifalle betrachtet wurden; allein sei es, dass Tforrigiani 
neuerdings in Unannehmlichkeiten gericth, oder dass es ihm an 
Aufträgen gehrach, er verliess auf einmal die Kunst, und suchte 
im Heere des Duca Valentino als Soldat sein Heil. Sein Streben 
ging nach der Stelle eines Hauptmanns, und erst als er sich darin 
getäuscht fand, griff er wieder zu dem Meissel. Er fertigte jetzt 
in Florenz einige kleine Bilder in Marmor und in Erz, WClChß 
von florentinischen Kaufleuten erworben und im Privathesitze 
als Meisterwerke bewundert wurden. Auch mehrere Zeichnun- 
en führte er aus, deren Ertrag aber gering war, so dflSS der 
Künstler in En land sein Glück zu verfolgen beschloss, wßlCllßS 
ihn in London läegiinstigte. Walpole zählt mehrere Werke auf, Vvcl" 
ehe dem Künstler zugeschrieben werden, worunter das Grabmal des 
Königs Heinrich VII. und seiner Gemahlin Elisabeth von Yurh zu 
den Hauptwerken des Meisters gehört. Es ist sehi'__reicli oi-na- 
mentirt und höchst fleissig in Erz ausgeführt. Der Ixunstler voll- 
lendete es 151g und erhielt dafür 1000 Pf. St. Man sieht dieses 
IWonuinent in der Capelle des I-iönigs in der Westminster Abtei, 
wo es vor allen anderen Denlziiiiilerii bewundert wird. C. du Bosc 
hat es nach CiraveloUs Zeichnung gestochen. Dann fertigte Tor- 
riggiani nach Walpole auch das Grabmal der Qräfin Margaretha 
von Piichinond, der Mutter des genannten Königs, was nicht be- 
gründet zu seyn scheint. Das Monument ist indessen von gwrosser 
Schönheit, und allerdings eines Torriggiani würdig. In Bull's ihapel 
(tilianeery-lane) ist das Grabmal des Dr. Yonge von ihm gcfci-liget.
        

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