Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Torre, G. - Veiss, R.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1813556
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1814957
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Trotti , 
Giovzmni 
Bnltista. 
In S. Domenieo zu Cremnna ist eine Enthauptung des heil. 
Johannes von ihm, eines der Bilder, welches sich durch Mannig- 
faltiglieit der Formen empfiehlt. Eben St; ist es mitseincn Dm- 
Stellungen der Empfiingniss Mariii, w-urilt sich kein Mangel an Ideen 
kund gibt. In S. Agostino und in S. Franecsco zu Piaccnza sind, 
zwei schöne Gemiihle dieser Art. Im Dome zu Crenmna ist ein 
gekreuzigter Heiland mit einem Ileiligen, im bessten GeSChmachc 
der venetianischen Schule, wie Lanzi bemerkt. Eine aus dem 
Tempel gewiesene Maria Aegyptiaca in S. Pietro claselbt ist nach 
der Behauptung des genannten Schriftstellers fast im römischen 
Style behandelt, und die Pieta in S. Abondio zeigt, dass er 
zuweilen auch die Carraecische Schule berücksichtigte. In S. An- 
tonio zu Mailand findet man zwei Bilder von ihm, die lireuzah. 
xiehmung und die Auferstehung des Herrn. Bei den (Jarmelitern 
zu Pavia ist ein Crucilix von Malosso, 11ml ill 3h Trillilä VCCCbia 
zu Parina wird ihm ein schönes Gemälde zugeschrieben, welches 
die heil. Jungfrau vorstellt, wie sie das Jesuslaind anbetet, dabei 
Johannes und St. Franz. Ansser den oben erwähnten Bildern der 
Enthauptung des Johannes und des gelireuzigten Heilandes findet; 
man in Cremcna noch andere Werke von Trotti. in S. Pietro al 
Po ist ein Bild der theologischen 'I'ugentlen, und im grosseix Saale 
des Stadthauses die hl. Jungfrau mit dem Iiinde, umgeben von S. 
Omohuono und dem Schutzengel der Stadt. In der kleinen, dem 
auferstandenen Heiland geweihten liirche bei S. Luca sind Dar- 
stellungen aus dem Leben des Ileilandes, theils in Oel, theils in 
Fresco gemalt. Unter den Frescobildern dieses Meisters stehen 
jene im sogenannten Gartenpalaste zu Parma oben an, und diese 
erwarben ihm die Ilitterwiirde. Auch die Cuppcl der liirche S. 
Äbondio in Cremona malte er in Fresco aus, aber nach Zeichnun- 
gen von Giulio Campi, welche er meisterhaft und mit grosser liraft 
in Farben setzte. In den Engelgruppen scheint Trotti Aenderun- 
gen vorgenommen zu haben, was aus der Abwechslung zu schliessen 
ist, welche in diesen Gruppen herrscht, während Campi und des- 
sen Schüler die Engel oft in eine Linie stellten, wie die Pferde an 
den (lrei- und vierspiixinigen Wägen der Alten. 
Den Beinamen Malosso erhielt Trotti durch Agostino Carraeci, 
welcher in diesem Meister einen gefährlichen Nebenbuhler er- 
kannte, der ihm manch arges Bßül (malosso) zu nagen geben 
werde. Baldinucci u. a. nach ihm- wollen gleichsam darin einen 
Spottnamcn erkennen, welchen ihm Agostirxo gab, als er eines 
Tages den Künstler an einem schlechten Beine nagen sah. Diese 
Annahme scheint unbegründet zu seyn, denn Trott! war iiber sei- 
nen Beinamen nieht unzufrieden, und nannte sich in der Folge 
selbst Cav. Malosso. Er vererbte diesen Namen so ar aufEuclide 
Trotti. Dieser war sein Schüler, sowie E. und M. iodi, G. Calvi, 
St. Lamhri und C. Augusta. Das Todesjahr des Cav. Malosso ist 
unbekannt. Er lebte llüllll 16H- Auf dem Bilde der Kreuzahneh- 
muno- steht nämlich: Joan. Baptista Trottus dictus Malossus Crem. 
faeicliat an. 1611. 
Malosso gab A. Lamo's Abhandlung über die Malerei und. 
Bildhauerlsunst mit der Biographie des Bernarrlo Campi heraus, 
unter dem Titel: Discorso interne alla scultura et pittura, dem 
si ragiona della vita e operß Cli Ber. Campi. Cremona 1584, 4. 
Eine neuere Ausgabe ist betitelt: Discorso di Aless. Lamü illtorltu 
alla seultura e pittura, dove ragiona della vita ed opcre in lnulli 
luoghi, ed a diversi Principi c pcrsonnagi, fatte di B. Camni, pit- 
ture Crclnoncsc. Nebst lüxrerc sopra 1a piltura di M. B. Uatnpi,
        

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