Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1808570
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Tacca , 
Pigtro. 
Von eigenen Arbeiten nennen wir zuerst zwei Modelle. welche 
in Erz gegossen werden sollten, was aber durch Zeitverhältnisse 
unterbrochen wurde. Das eine war eine Gruppe des Centaurs mit 
der Dejanira, das andere eine Statue des Herkules. Im Jahre 1616 
übertrug ihm aber der Grossherzog ein monumentales Werk, an 
welchem-auch Gio. dell' Opera Theil hat. Es ist diess die eo. 
lossale Statue FerdinamPs I. von Medici am Hafen zu Livomo, 
mit den vier gefesselten Sclaven an der Basis, welche Tacca in 
colossalen Verhältnissen darstellte, und die als Hauptwerk des Künst- 
lers betrachtet wurden. Im Jahre 1619 trug ihm der Herzog von 
Savoyen auf, ein Pferd zu bilden, auf welches seine Statue gesetzt 
werden sollte. Er fertigte das Modell, da aber der Herzog Ver- 
langte, der Iiiinstler so le den Guss in Turin leiten, goss er das 
kleine Modell in Erz, und überwachte es demselben zum Ge- 
schenke, weil er seine angenehmen Verhältnisse in Florenz nicht 
aufgeben woll'e._ Es konnten ihn selbst grosse Versprechungen 
von Seite des Turiner und spanischen Hofes nicht bewegen, Flo- 
renz zu verlassen. Im Jahre 1630 goss er die colossalen Statuen 
Ferdinand's I. und Cosmus II, welche in der k. Capelle S. Lo- 
renzo in Florenz zu sehen , und als Grabdenkmiiler zu betrachten 
sind. In der Kirche des heil. Stephan zu Florenz sind schöne Bas- 
reliefs in Bronze von Tacca, in welchen er die Marter des Heili- 
en vorstellte. In der Allee des Garten Boboli steht eine Statue 
der Abundantia, welche ursprünglich jene der Johanna von Oester- 
reich, der Gemahlin Franz I. von Medici war. Sie sollte am Mar- 
cus-Platze auf einer Säule errichtet werden, wobei sie zerbrach, 
was die Metamorphose zur Folge hatte. Sie ist als Denkmal der 
Vermählung FerdinantPs II. zu betrachten. Im Dome zu Pisa sieht 
man am Grabmale des Erzbischofs Ranuccini ein Crucilix in Bronze, 
welches dem Tacca zugeschrieben wird. Ein ähnliches Crucifix 
wird im Dome zu Pratu für dessen Arbeit gehalten. 
Das letzte Werk des Künstlers ist die Reiterstatue Pbilipp's IV. 
von Spanien, wobei ihm ein Bild von Rubens zum Vorbilde diente. 
Im Jahre 1640 wurde es von Ferdinand Tacca nach Spanien ge- 
bracht. Im dritten Bandevon Gaye's Carteggio inedito ist ein Schrei- 
ben des letzteren d. d. 10. Jäner 164i, worin er über den Tod 
des Vaters spricht. Das Pferd ist im Galoppe vorgestellt, wobei 
Galileo Galilei den Schwerpunkt bestimmte, um eine so unge- 
heuere Masse ins Gleichgewicht zu bringen. Sie war bis 1845 im 
Schlosshofe von Buon Hetiro, in jenem Jahre fand sie aber auf 
der Plaza del Oriente vor dem Schlosse eine würdigere Aufstellung. 
Die Ileiterstatue dieses Königs, wahrscheinlich die von Tacca, ist 
durch zwei kleine Stiche bekannt, der eine: Dan. Meist). sc., der 
andere: Moncurnet exc.. bezeichnet. 
T8063, bßfdlnündO, Bildhauer und Architekt, der Sohn des obi- 
gen Künstlers, war in den letzten Jahren dessen Gehiilfe, und 
vollendete einige hinterlassene Werke desselben. Darunter ge- 
hören nach Baldinucci die Statuen der beiden Medici in S. Lo- 
renzo, und mehrere Basreliefl in Erz. Dass er die Ileiterstatue 
Yhilipp IV. nach Madrid gebracht habe, erwähnten wir im Artikel 
des Pietro Tacca. Als grossherzoglicher Baumeister fertigte er v"- 
nchiedene Pläne zu Gebäuden lll Florenz. Dann zeichnete er 
auch Decorationen bei Hoifesten, und nicht minder erfahren war 
er in Erfindung von Maschinerien fiir Sehaubiihnen. Fiissly jun. 
sagt, dass A. Hallwang 1610 das Leichenbegän niss Heim-ich's III. 
von Frankreich nach seiner Zeichnung gestociiien habe. Diesen 
Stecher kennen wir nicht, wenn nicht A. Halweg zu verstehen
        

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