Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1808492
geführt haben. Dieser ruht unter einem von drei Säulen getrage- 
'nen Baldachin auf vier Löwen, über welchen die Brustbilder von 
acht Propheten mit Wappen angebracht sind. Ein sicheres Werk 
dieses Meisters, und das einzige in Stein, ist aber der Brunnen 
auf dem Marlite in Ulm, welcher  unter Leitung des Archi- 
tekten Thriin restanrirt wurde. In Mitte des liastens erhebt sich 
ein dreiseitiger Aufbau mit drei Nischen und einer Figur in jeder 
derselben. Diese Figuren stehen in einer Höhe von 8 F., und 
(lariiber erhebt sich ein zierlicher Baldachin, aus welchem in 
schlanker Verjüngung ein gewnndener Aufbau mit Blumen und 
Blättern zu einer Hübe von 27 F. einporsteigt. Die Ritterfiguren 
in den Nischen sind von Sandstein, vortrclflieh gedacht und aus- 
geführt. Das eingehauene Monogramm mit dem Namen: Jerg 
Syrlin 1332, macht den Meister unzweifelhaft. Von dem älteren 
Syrlin. nicht von Jörg dem Sohne, könnten auch im Kloster Lorch 
jene Werke gewesen seyn, deren in einer Handschrift des Klosters 
erwähnt wird, und wovon E. Maueh (Zur Architektur und Orna- 
mentik etc.) liunde erhielt. In dieser Pergaxuenthandschrift steht: 
M481 ist gemacht werden die Tafel vlf den Fronaltar von Meister 
Jerg Steinhawer zu Ulm, "vmb 250 Gulden vnd SFuder Wein etcm 
Ferner steht in dem angehängten Necrologium: Obiit Jörg de 
Ulma, der die Tafel vlf den Fronaltar hat gemacht, vnd darnach 
pro remedio anime suae vnd seiner Hausfrawen das Crucifix in 
dem Capitel bey dem Stul des Abts vinsonstm Das Tudesjalir ist 
nicht angegeben, es kann sich aber das wohiila nicht auf Syrlin 
jun. beziehen, wenn die Handschrift, wie angegeben, gegen Ende 
des 15. Jahrhunderts gefertiget wurde. Tafel und Cruciiix soll 
1525 mit der Kirche zerstbrt worden seyn. 
Mit dem Jahre 1482 oder 1'184 schliesst sich nach dem der- 
maligen Standpunkt der Forschung die Thiitigkeit des älteren Syr- 
lin, es mag aber im Privatbesitze noch manches Werk des einen 
oder des andern Syrlin vorhanden seyn. S0 besitzt Decan Dr. 
Durseh in Wurmlingen neben vielen anderen Werken mittelalter- 
licher Schnitzelei eine Kreuzigung in beinahe halb lehensgrosseli 
Figuren, welche zu dem Tre liebsten gehören dürften, was dieser 
Meister eschatfen hat, und dessen Erhaltung bis auf den reichen 
Farbensclimuelt nichts zu wünschen übrig lässt. Professor E. Manch 
in Ulm besitzt zwei Büsten in halber Lehensgrösse, welche ohne 
Zweifel von einem Syrlin nach dem Leben in Holz geschnitzt sind. 
Die eingeschnittene Schrift bezeichnet eine als: Simon von Wal- 
deek, die andere als: Anna von Witzleben. Am Rücken sind ihre 
Wappensehilder an esetzt. Die Thiitigkeit des Vereines von Ulm 
und Oberschwaben lgiisst noch manchen Zuwachs hoffen. 
Das Todesjahr des älteren Jörg Syrlin ist unbekannt, es geht 
aber die Sage, dass er unzufrieden mit dem Rathe von Ulm, der 
ihm das erbetene Leibgediilg absehlug, nach VVien gegangen und 
dort, oder kurz nach der Rückkehr in die Heimath. im Elend 
esturben sei. Nach einer vielverbreiteten Annahme fertigte aber 
gyrlin in Wien die alten Chorstuhle lIl der St. Stephanslurehe, 
denn am Buche einer Münehsstattie ist das_Monogramm J. S. ein- 
geschnitten. Sie breiten sich zu beiden Seiten der mittleren Pfei- 
ler aus, und jede Seite enthält 20 Vorder- und Q3 Rücksitze. Je- 
der Sitz ist von dem anderen durch eine reich verzierte Säule, auf 
der immer eine Heiligenstatue unter einem durchbrochenen Däch- 
lein steht, getrennt. Die Lehnen theilen sich in drei Felder, in 
welchen dem Sitzenden zunächst Halbrundhogen mit Laubverzie- 
rungen, dann über diesen viereckige Tafeln mit halb erhobenen 

        

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