Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812965
Tishbeiue , 
Heinrich 
Johann 
Wilhelm. 
511 
44) Jagdbare Thiere, Folge von 56 Blättern, als neue Ausgabe 
frjnherer Radirungen. Zwickau 1327, qu. fol.  
45) Vxehstudien, 50 Blätter, als neue Ausgabe von älteren Plat- 
ten. Zwickau 1827, qu- fo]. 
Tischbem, Johann Heinrich Wilhelm, Maler, genannt de,- 
Neapolitaner, der jüngere Sohn Johann Conrad's, wurde 1751 zu 
Hayua geboren, unter tausendjährigen Eichen, wie der Künstler 
selbst erzählte"). Unter diesen Bäumen , der Genosse von Haa- 
sen, Gänsen und Ilabichten, wuchs der Knabe heran, mit der 
Kreide in der I-Iand, um seinem Drange zur Kunst zu genügen. 
Die Schilderung seines Lebens ist etwas phantastisch, nicht ohne 
poetische Ausschmüttlauilg, und er wollte glauben machen, dass 
er unter ungewöhnlichen Erscheinungen zum Iiünstler berufen 
wurde. Tischbein war lange ein gefeierter Künstler, zu welchen 
ihn glückliche Umstände und die Gunst berühmter Schriftsteller 
schon in früher Zeit slempelten, allein er konnte sein Ansehen 
nicht behaupten, und während inder letzteren Periode seines 
Lebens die jüngere Generation ihr Lieht in vollem Glanze leuch- 
ten liess, war Tischbeilfs Stern untergegan en. Den ersten Un- 
 terricht ertheilte ihm sein Vater, und dann üiam er nach Cassel, 
wo er seinem Oheim Johann Heinrich Tischbein die weitere Aushil- 
dung verdankte. Dieser unterwies ihn im historischen Fache, wcl- 
ches er aber unter Anleitung des Johann Jakob Tischbein mit der 
Landschafts- und Thiermalerei vertauschen wollte. Allein später 
kehrte er in Hamburg wieder zur Geschichtsmalerei zurück, und 
copirte da eine Menge älterer Malwerlse, besonders Bildnisse. Nach 
Beendigung seiner vorläufigen Studien ing der Künstler nach Am- 
sterdam, und besuchte auch andere holländische Städte, was auf 
seine weitere Richtung grossen Einfluss hatte. Er wollte zwar in 
der Folge Aehnliches wie Carstens erreichen, besass aber den 
Ernst jenes Meisters nicht, und näherte sich in seinem Streben 
immer mehr der holländischen Schule, als dass er der Kunst eine 
so würdige Seite abgewann, wodurch Carstens zur Regeneration 
derselben beitrug, während Tischbein öfters mit der Lässigkeit 
eines Dilettanten der Eingebung seiner Phantasie huldigte, und ei- 
nes Beifalls sich erfreute, welchen Carstens nicht gewinnen konnte. 
Im Jahre 1772 kehrte Tischbein aus Holland nach Cassel zurück, 
und malte da meistens Bildnisse und Landschaften. Unter den 
ersteren ist auch jenes der Landgrätin von Cassel, welche ihn 
1777 nach Berlin empfahl, wo er in Jahresfrist mehr als fünfzig 
Personen des Hofes malte, Darunter ist auch ein Familienbild 
des Prinzen Ferdinand von Preussen in fünf Figuren, welches 
grossen Beifall fand. Im Jahre 177g sollte er sich mit Unterstützung 
des Landgrafen von Cassel nach Rom begeben, verweilte aber ei- 
nige Zeit in der Schweiz, wo er mit dem Diacon Pfenninger, mit 
Bodmer und Lavater Umgang pflog, und bei letzterem Physiogno- 
mische Grillen fing, die sich in mehreren seiner späteren Compo- 
sitionen äusserten. Pfenninger hesass mehrere Bildnisse von ihm, 
meistens von Leuten auffallender Kopfbildung. Im Jahre 1182 
kam der Künstler in Rom an , wo er jetzt ernste Studien machte. 
Hier zeichnete er Werke von Rafael, Dominichino, Guercino, 
Leonardo da Vinci u. a., und auch Gemälde dieser Meister co- 
pirte er, wie eine heil. Familie von Rafael, Christus mit der Dur 
nenlirone von Guercino etc. Jetzt gedachte der Künstler mit 
VV elt 
elegante 
1808
        

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