Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812703
Timm , 
Hermann 
Antou 
Friedrich. 
491 
wieder abliess. Das erwähnte Bild von Giorgione besitzt jetzt der 
Maler und Professor Jensen in Copenhagen. Von dieser Zeit an 
widmete sich Timm ausschliesslich der Restauration alter Gemälde, 
und erlangte bald einen solchen Ruf, dass die Wände seines Ate- 
lier stets mit schadhaften Meisterwerken der Malerei gefülltwaren. 
Nicht nur die Vaterländischen liunsttreunde vertrauten ihm solche 
an, sondern auch alle fremden europäischen Gesandten liessen Bil- 
der durch ihn restauriren. Als Meister in seiner Iiunst bewies 
er sich namentlich bei der Restauration eines vortrefflichen Bildes 
von Carel Molenaer aus der Sammlung des Conferenzrathes Bü- 
luw zu Sandevnmgaard auf Fühnende. Dieses Gemälde war von 
zahllosen Sprüngen netzförmig bedeckt, nach der Restauration 
konnte man aber bei der genauesten Prüfung keine Spur mehr 
entdecken. Gegenwärtig befindet sich dieses Bild in der Samm- 
lung des obigen P. v. Timm, der es als heiliges Andenken an 
seinen Bruder bewahrt. Zwischen diesen beiden Künstlern herrschte 
die innigste Harmonie, hervorgerufen durch das frühere Zusam- 
menleben und durch die beiden inwohnende begeisterte Liebe für 
das Erhabene der Kunst und ihrer Schöpfungen. P. v. Timin besitzt 
auch Gemälde von unsermKiinstler, darunter drei schöne Blumen- 
stücke und zwei landschaftliche Ansichten. Sein letztes Werk war 
die Copie eines Seestückes von Buysdael, welches täuschend nach- 
gebildet ist, so dass es mit der Zeit für Original genommen wer- 
den kann. Er starb zu Eckernförde 1858, mit dem Rute eines 
tüchtigen Künstlers, und eines Mannes von dem edelsten Cha- 
rakter. 
H. A. F. Timm hat ebenfalls einige Blätter radirt, welche 
auch von dieser Seite einen geübten Künstler verrathen. 
1) Der Staubbach im Luuterbrunner Thale in der Schweiz. 
1m Vorgrunde die unter einer Holzbrücke über Felsenstücke 
schäurnend dahinströmende Lütschine, im Hinter runde die 
Jungfrau. Nach dem Originalgemälde des Prof.  P. Möl- 
ler in der Sammlung des Hofschlossers Timm. qu. fol. 
Dieses Blatt ist selten, denn nach 40 Abdrücken hatte 
1er Kupferdrucker die Platte an einen liupferschmied ver- 
auit. 
2) Eine Skizze 111m obigen Bilde, ganz klein, um das Scheide- 
wasser zu probiren, und nur in wenigen Exemplaren vor- 
banden. 
5) Eine holländische Bhede. Im Vorgrnnde eine vor Anker 
liegende Tjalk, zu der ein Boot mit Leuten zurückkehrt, 
in der Ferne die Stadt. Nach S. cle Vliegeüs Gemälde in 
der Sammlung des Herrn P. v. Tiinm in Ulzburg. Zart 
auf Zink radirt. Rund, qu. fol. 
1;) Die Ansicht Nr. 4 vom Fischersteg in Eckernförde, nach 
dem eigenen Gemälde schwach geätzt und sehr selten, da 
nur etwa 20 Exemplare existiren. Sie sind meistens ohne 
Luft, da der Nr. 1 genannte Drucker nach wenigen Ab- 
driicken mit der Luft die Platte treulos verkaufte. 
5) Eine kleine Landschaft in Seeland, nach einem Oelbilde 
von Prof. J. Juel. Es gibt Abdrücke ohne und mit der 
Luft, die Platte hatte aber gleiches Schicksal wie Nr.  
6) Ansicht jenseits des Eckernförde Hafens zur Borbyer Mühle. 
Erster Versuch im Ilailiren, ein lslcines und seltenes Blatt. 
7) Das adelige Gut Farve vom Müllerhause, zart auf Zlflli 
radirt.
        

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