Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812464
Tieck , 
Christian 
Friedrich. 
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sidenten Jahohi, des geheimen Baths Schelling, des VVasserhau- 
Direktors Wicbehing und seines Bruders Ludwig 'I'iech. Diese 
Bildnisse führte der liünstler in Gyps aus, und erntete damit un- 
bedingten Beifall, der sich im Morgenhlatt 1810 S. 48g ausspricht. 
Sie hatten auch eine Bestellung von Seite des Kronprinzen Lud- 
wig zur Folge, der ihm die Ausführung mehrerer Büsten für die 
WValhalla übertrug, welche später von Rom aus nach München 
abgingen, und auf den liunstausstellungen daselbst zuerst zn se- 
hen waren. Aus dieser Zeit, und den hurz vorhergehenden Jahren 
stammen auch mehrere Zeichnungen, welche mehr oder minder 
ausgeführt in Privatsammlungen iibergingen und auch gestochen 
wurden. Für SchlegeFs Jon ist eine schwebende Figur mit der 
Leyer, für dessen Alarkos eine Medusa gestochen. Andere Zeich- 
nungen wurden für SchlegePs Blninensträiusse und für die Elegie 
über Rom gestochen. Von seinen Büsten wurde jene des Herzogs 
von VVeimar von T. A. Krüger in liupfer gebracht. 
Im Jahre 1812 begab sich Tiecla wieder nach Rom, wo er in 
den folgenden Jahren sich der Aufträge des Kronprinzen Ludwig 
von Bayern für die VValhalla entledigte, und in mehreren ande- 
ren Compositioilexl sein vielseitiges Talent erprobte, welches, jetzt 
frei von den früheren hemmenden Fesseln, mit grösster Freiheit 
sich bewegte. Zu den genannten Büsten gehören jene des VVil- 
helm von Oranien, des Stifters der xiiederländischen Freistaaten, des 
Churfiirsten Moriz von Sachsen, des Iiaisers Friedrich Barbarossa, 
des Königs Carl X. von Schweden, des Albrecht von VVallenstein, 
Herzogs von Friedland, des Churfürsten Johann Philipp von Mainz, 
aus dem Hause Schönborn, des Herzogs Bernhard von Sachsen, 
der Landgräfin Auialic von Hessen, des Prinzen lVIoriz von Ora- 
nien, des Herzogs Ernst des Frommen von Sachsen, des Herzogs 
Carl V. von Lothringen, des Admirals Michael Iluyter, des Gra- 
fen von Zinzendorf, Stifters der Brudergemeinde, jene der grus- 
sen Gelehrten Hugo Grotius, Aegidius von Tschudi, Erasmus von 
Botterdam, Gottfried Ephrailn Lessing, Gottfried August Bürger 
und Johann Gottfried Ilerder. Alle diese Büsten wurden von 1812 
bis 1818 in carrarischeni Nlarniur vollendet, in dem letzten Jahre 
jene des Grafen von Zinzentlorf. Sie sind jetzt in der Walhalla 
aufgestellt, bis auf jene des Iiaisers Friedrich Barbarossa, welche 
1855 Schwanthaler ersetzte. Im Jahre 1852 kam noch jene des 
Irldniai-sclials NVilhelm Grafen von Gneisenau, und dann die des 
Iiudolph von Habsburg und des Malers Jan van Eyck hinzu. 
Im Jahre 131g kehrte Tieeli nach Berlin zurück, wo er im 
folgenden Jahre die Stelle eines Professors der k. Akademie an- 
trat, und zum Mitglied des akademischen Senates ernannt wurde. 
Später wurde er auch Direktor der Seulpturen-Gallerie, wovon 
er 1850 eine Beschreibung herausgab. Auch bekleidete der Iiünst- 
ler, der inzwischen auch zum Ritter des rothen Adler-Ordens 
ernannt wurde, zu wiederholten Malen das Vice-Direktorat, 
da diese Stelle unter den Mitgliedern des akademischen Senats 
wechselt. 'l'ieck fertigte vom 1310 an bis auf die neueste Zeit 
viele YVerhe in grossartig einfachem, und doch zugleich zartem 
und elegantem Styl. Seine Büsten zeichnen sich durch charakte- 
ristische Aildassung aus, und geben in Marmor ein lebendiges 
und seelenvolles Bild. Er verbindet aber in allen seinen Wer- 
ken 'l'icfe des Austlruclas mit Schönheit und Würde der Gestalt. 
Auch der Sinn für Grazie fehlt ihm nicht, so dass sich neben 
den VVerhen von ernster und grossartiger Aulfassung auch Bildm- 
von zarter Schönheit" von ihm finden. Dann ist allen Arbeiten dieses 
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