Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812431
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Tieck , 
Christian 
Friedrich. 
ühertrug ihin die Vollendung seiner VVerke, besonders der Hände 
und Fiisse. Für die Draperie hatte Tieck damals noch gar keine" 
Sillll, betrachtete Sie Viellliehr nur als nothivendiges Uebcl, um 
den Figuren nach Bedürfniss zum Halt zu dienen. Gegen Ablauf 
seiner bedungcnen Lehrzeit erhielt er für eine Copie des Borghe- 
sischen Fechters die akademische Preisinedaille, und ausserdein sind 
nur einige Büsten unter seinen Händen hervorgegangen. Als sein 
Bruder Ludwig, der berühmte Dichter und Novellist, von der Uni- 
versität zurückgekehrt war, verliess auch Tieck den Meister, um 
mit jenem eine gemeinschaftliche Wohnung zu beziehen. Diesel- 
Schrittstcller hatte in der Folge einen grossen Einfluss auf die 
Bildung unsers Künstlers und auf die Richtung, welche er ein- 
schlug. Es ist bekannt, dass Ludwig Tieck und die beiden Schle- 
gel eine eigenthümliche Umgestaltung der liunst und Poesie be- 
wirkten, lll'l(l die sogenannte neue Schule gründeten. Neben die- 
sen ist auch Wackenroder zu nennen, der Verfasser der Herzens- 
ergiessungeu eines kuiistliebendeii Klostcrbruders, und der Phaii- 
tasicn über liunst. An diesen Werken hatte auch L. Tiecli Tlieil, 
und der Bildhauer nahm mit Begeisterung die Ansichten auf, wel- 
ehe diese Männer für die Gestaltung der neueren liunst niittheilten, 
Bald nach seiner Emancipation von Bettkober wagte es der Künstler, 
an einem Concurse Tlieil zu nehmen, welchen der Iiöiiig von 
Preussen nach dem Basler Frieden den deutschen liiiiisilern ei-iilf. 
nete. Es sollte ein allegorisches Bild des Friedens dargestellt wer- 
den, jedoch ohne besondere [Rücksicht auf jenen Vertrag. Tieck 
modellirte eine Gruppe, welche Mars vorstellt, wie ihm Amor die 
Flöte reicht, während in seinem Helme ein Taubenpaar nistei_ 
Schadow unterstützte ihn bei der Arbeit mit Rath und That, um] 
Tieck gewann den Preis. Jetzt fand er auch Gelegenheit in das 
Atelier Schadovfs zu treten, der ihm durch Lehre und Beispiel 
nützte. Er führte für diesen Meister Einiges in Gyps aus, und 
zwei kleine Figuren in Marmor, die eine nach der Antike, die 
andere nach Schadow's Modell. Auch machte er nni diese Zeit 
eine Reise nach Leipzig und Dresden, wo die Meiigs'sche Saium- 
lung von Gypsabgiisscu seine hochste AllllllGPliSCllHliCit erregtm 
Nach Seine;- ßiielikehr fertigte er einige Büsten und Portraitme- 
daillons, wie jenes seines Bruders und seiner Schwester, seines 
Freundes VVacl-ienroder u. a. Jetzt erhielt er durch die Verwen- 
dung des Herrn von Humboldt und Schadoiwfs eine kleine Pen- 
sion, um eine Reise zu machen, welche er mit v. Humboldt und 
v. Burgsdorf antrat. Bei dieser Gelegenheit kam er nach Wien, 
wo der Künstler Füäefs Bekanntschaft machte, und die Büste 
der liebenswürdigen attin desselben modellirte. Von Wien aus 
wollte sich die lteisegesellschaft nach Italienbegeben; allein dei- 
bevorstchende Ausbruch des Krieges setzte ihr Ziel nach Paris, 
welches (lainals einen ruhigen Aufenthalt "bot. Diesen benutzte 
er zur Ausbildung im Zeichnen, und Pajuu öffnete ihm zu weite- 
ren Studien alle Säle der Akademie. Auch führte er in Paris die 
Büsten der Frau von Humboldt und der Tänzerin Clothilde aus, 
er konnte es aber noch nicht wagen, um den grossen Preis dei- 
Akademie zu concurrireii. Er fuh te seine Sehvriiche in der C0111- 
positiou, undi sah das Prinzip einer guten Gewaiidung immer lfüch 
nicht ein. Um diesem Mangel nachzuhelfen, meldete er sich ]tttzt_ 
bei David, in dessen Schule Tieck zeichnete, nach dem Nackten 
studirte und modellirte, auch mit der Malerei sich befasste. Im 
zweiten Jahre seines Aufenthaltes in Paris machte er sich endlich 
an die Lösung der Aufgabe für den grossen Preis, und er reichte 
nach wiederholter Arbeit seinen Versuch ein, dem aber kein Prü-
        

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