Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812388
Tiarini , 
Alessandro. 
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rie des Palazzo Pitti zu Florenz sieht man '11 Gemälde, wel- 
ches Adam und Eva vorstellt, wie sie den Toilhlkbehs beweinen, 
eine würdige Composition dieses pathetischen Meisters. In St. 
Trediano zu Pisa zeichnet sich ebenfalls ein Werk desselben 
aus, das Bild der heil. Brigitta, welche vor dem lireuze kniet. Q 
der Gallerie zu lVIodena waren einige Werke dieses IYIeister , 
unter welchen besonders jenes gerühmt wird, welches den heil. 
Petrus in tiefster Reue vor dem Gerichtshause vorstellt, während 
im Grunde der Heiland verurtheilt wird. Die Handlung geht bei 
Fackelschein vor, was um so schlagender wirkt. In der Brera zu 
Mailand sieht man zwei meisterhafte Bilder von Tiarini: den 
Leichnam Christi und die Enthauptung des Täufers Johannes. 
Auch im Auslande findet man Bilder dieses trefflichen Iiünst- 
lers. Im Museum des Louvre zu Paris ist jenes berühmte Bild 
aus dem Mendicantenkloster in Bologna, welches St. Joseph vor- 
stellt, wie er vor Maria kniet, und um Verzeihung bittet, dass 
er an ihrer Treue gezweifelt. Sie richtet ihn liebreich auf und 
deutet nach dem Himmel. Im Grunde ist eine über die Versöh- 
nung sich freuencle Engelgruppe. Die Handlung geht in einem 
Portihus von corinthischer Ordnung vor. Dieses Bild ist dunkel 
in den Schatten, und trotz der etwas leeren Köpfe von grosser 
Wirkung. In der k. Eremitage zu St. Petersburg ist ein Bild 
der thronenden Maria mit dem liinde, neben ihr St. Franz, Jo- 
hannes, Joseph und Michael der Erzengel. In der Pinakothek zu 
München sieht man im lebensgrossen Kniestück den Tancred 
in dem hezauberten Walde, und in der Gallerie zu Schleiss- 
heim wird ein Gemälde aufbewahrt, welches den Pharisäer dar- 
stellt, der dem lleilande den Zinsgroschen zeigt, ganze Figuren. 
In der Gallerie zu Dresden ist ein schönes Bild von Angelica 
und Medoro, wie letzterer den Namen der Geliebten auf die Ein- 
fassung eines Brunnens schreibt, lebensgrosses Iiniestück. Die 
Gallerie des Museums in Berlin besitzt das Brustbild des Johan- 
nes, wie er in beiden Händen den Kelch hält, aus welchem die 
Schlange sich erhebt. Iiugler, Beschreibung des Museums S. 155, 
erkennt darin einen Iiopf von klassischen, aber fast gewaltsamen 
Formen, mit schweren Massen von Schatten und Licht. In der 
Gallerie zu WVien ist der kreuztragende Christus, lebensgrosses 
liniestiicli. 
Tiarini erreichte ein hohes Alter. Er starb 1668 in Bologna. 
In der Tribuxie zu Florenz ist sein eigenhändiges Bildniss, wel- 
ches Greguri gestochen hat. Auch bei Malvasia kommt es vor. 
Dieser Schriftsteller beschreibt in seiner Felsina pittrice, Bologna 
1078, das Leben des Meisters. In neuer Zeit bearbeitete G. Gior- 
dani die Lebensgeschichte TiarinPs, sie ist aber noch nicht ge- 
druckt. 
Stiche nach VVerken desselben. 
Die oben genannten Bilder in der Pinakothek zu Bologna, 
gest. in der Pinacotheca dclla accademia in Bologna. Publ- da 
 ROSHSPIIIQ, 1820, fol. 
Adam und Eva, welche AbcPs Tod bcweinen, das Bild in 
der Gallerie zu Florenz, gest. von F. Lorenzini, s. gr- fvli Auch 
von J. Wagner. 
Die Abbitte des heil. Joseph, nach dem berühmten Bilde der 
Bcttelxniinchc in Bologna, jetzt im Museum des Louvre, gcst. von 
.l. Traballcsi, und im Umrisse bei Landon II. 51. 
Der Leichnam Christi von den Frauen beweint, das Bild in
        

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