Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812082
Thorwaldsen , 
Bertel. 
429 
dem 51. September. dem Stiftungstage der Akademie, seine Amts- 
zeit als Direktor derselben abgelaufen war, beschloss der König 
die Wrahl eines neuen Direktors für die folgenden drei Jahre an- 
stehen zu lassen, da man hoffte, der Künstler werde innerhalb 
dieser Zeit in die lleimath zurückkehren. Mittlerweile ging erden 
Gang seiner ltiinstlerischcxl ldiiitiglseit, und schuf in "unerschöpf- 
licher Iiraft des Geistes noch eine bedeutende Anzahl von Wer- 
ken. Im April 181.12 modellirte er vier Basreliefs, welche das 
Denkmal des hoehseligen Königs von Dänemark zieren sollten, 
und unternahm die Arbeit unentgeltlich, nur aus Liebe zu die- 
sem Fürsten. Sie stellen wichtige Momente aus dem Ilegenten- 
leben desselben dar: die Abschallung der Leibeigenschaft, das 
Aufhliihen des Schulwesens und der Iiiinste, und die Gründung 
der Stande-Institution. Hierauf entwarf er einen Cyclus "von 
Bildern aus dem Leben des Heilandes, die er nach 
und nach zu modelliren gedachte. Auch ein bedeutendes Werk 
in Marmor beschäftigte ihn, wozu er schon in Copenhagen vom 
Iiönige von Wiirtemberg den Auftrag erhalten hatte. Er liess 
die Gruppe der Grazien ausführen, welche aber nicht als 
Wiederholung der früheren zu betrazhten ist, indem der Künst- 
ler in Rom dieselbe ganz umarbeitete. Sie wurden in dßser neuen 
Auffassung allgemein bewundert. Die Vollendung in Marmor er- 
folgte indessen in Rom nicht, denn 'I'horwaldsen kehrte mit dem 
Terspreclieii baldiger Rückkunft im Oktober 1842 nach Copenhagen 
zurück, aber nicht ohne Vorsorge für die Vollendung begonnener 
Arbeiten. wie wir unten bemerken. Später hatte das Emdener 
Schiff vdie gute Holfnungu, welches Kunstwerke des Meisters an 
Bord hatte, das Unglück an der liiiste von rWales zu stranden, 
wobei zwar die Kisten erettet wurden, aber die Kunstwerke durch 
das Seewasser stark gelgitten hatten. 
Der lireis der Thätigkeit dieses Meisters ist jetzt wieder in Co- 
penhagen zu suchen. Ilier vollendete er im April 1815 eine kleine 
Statue seines Enkels. Der lileine erscheint als Jäger mit dem 
Hunde Spielend, und sollte später in Marmor ausgeführt werden. 
Auch ein neues Basrelief: die Weihnachtsfreude im Hirn-i 
mel, erwarb sich in so hohem Grade den Beifall des Königs, dass 
dieser eine Ausführung in Marmor bestellte. Dieses Basreliel" ist 
von bedeutender Grösse. Drei schwebende Engel, der eine mit 
der Harfe, die beiden anderen ein Notenblatt haltend, nehmen 
die Mitte ein, und ein Haufen musicirender Engel umringt sie in 
den lieblichsten Stellungen. Ein Sternenkranz umgibt die ganze 
Gruppe. Im Jahre 1845 entschloss er sich ein Standbild Martin 
Luther's für die Frauenkirche in Copenhagen auszuführen, an 
dessen Vollendung ihn der Tod hinderte. Zwei von den für die 
Nischen in der Facade des Schlosses Christiansborg bestimmten 
vier Statuen, die er schon früher in Copenhagen modellirt hatte, 
arbeitete er um. Sie stellen Herkules und Aeskulap dar, 
der erstere in dem Momente dargestellt, als er die Heule mit 
der Rechten ergriffen und bereit steht, sie zu erheben, die Lö- 
wenhaut über die Linke geworfen als Schild. Aesculap betrach- 
tet StQhend einige Heilwurzclnxin der Hand. Eine dritte Statue 
für diese Facade stellt die Nemesis dar, und die vierte Stelle 
nimmt Mmerva ein, Den Herkules hatte der Künstler zuerst 
vollendet und darin ein Meisterwerk geliefert. Alle sollten in 
Bronze gegossen werden, der Tod des Meisters unterbrach aber 
die Vollendung. Dann übernahm Thorwaldsen auch die Aus- 
führung eines lVIOnumentes des verstorbenen Königs, 
welches auf der Schlossinsel bei Standerborg aufgestellt wurde.
        

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