Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812067
Thorwaldsen , 
Bertel. 
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Äbtheilungen getheilt betrachtet, indem Christus selbst mit den 
ihn umgebenden Frauen und den Verbrechern die nnttelste Haupt- 
qruppe, die römischen Centurionen und das Iiriegsvolk die erste, 
Pilatus und die reitenden Pharisäer die letzte Abtheilung bilden. 
Im Herbst des Jahres 1840 wurde dieses in Auffassung wie in 
Ausführung vorzügliche Werk in der Frauenliirclie über der ziem- 
lich hohen vergoldeten Altarnische, in welcher das knieende Chri- 
stusbild sich befindet, an ebracht. Die Figuren sind sechs FusS 
hoch, also höher, wie wolgil bei einem Basrelief der neueren Zeit, 
aber dennoch ist der Platz zu hoch, um es mit blossen Augen 
deutlich zu sehen. Zugleich mit ihm wurde der Einzug in Jeru- 
salem unter dem Säulenportal der Kirche über den Eingangsthii- 
ren aufgestellt, ebenfalls keine Stelle, wie sie weisse Figuren auf 
gleichfarbigexn Grunde erfordern.  
Aussertlem enthält jetzt die Frauenkirche von Thorwaltlsen 
die zwölf Apostel zu beiden Seitenwänden des SchiFfes; zwei lieb- 
liche Basrelief über den Armenlaiisten rechts und links, wenn man 
eingetreten ist, und einen Taufengel vor dem Altar. Im Fronti- 
spice des Portals ist der Täufer Johannes predigend in der Wüste, 
Figuren von Thun. Diese Werke sind aber zu ausgedehnt, als dass 
sie Thorwaldsen allein hätte ausarbeiten können, und er musste 
daher tüchtige Gehilfen wählen. So wurde der Einzug Christi 
im Atelier des Bildhauefs Freund ausgeführt, aber von Thor- 
waldsen sorgfältig überarbeitet, wie diess auch mit dem Zuge 
nach Golgatha der Fall ist, welchen der Künstler in seinem 
Attelier auf Nysoe ausarbeiten liess. Die Bildhauer Mathäi, B0- 
rup, Petersen, Fräulein Herbst und andere waren beider Aus- 
führung der grösseren Sculpturen thätig.  
Damit ist aber das Verzeichniss der Werke, welche Thor- 
waldsen bis zu seiner zweiten Abreise nach Italien zu Copenha- 
gen ins Daseyn rief, noch nicht geschlossen; es sind noch deco- 
rative und monumentale Arbeiten zu erwähnen, und Bildnisse 
grosscr Männer. Mathäi modellirte unter sdner Leitung Deco- 
rationen für das Schloss Cliristiansburg. Für die Nischen neben 
dem Hauptportale wurden vier Statuen bestellt, wovon er alsobald 
Skizzen machte, die er aber später verwarf, indem er die Statuen 
UUHIIOLlOlllFlZO. Für den grossen Fronton znodellirte er andere Fi- 
guren. Jene des Okeanos wurde 1840 ausgeführt. Ferner erhielt 
er den Auftrag zur Anfertigung eines grossen Reliefs für den 
Fronten des neuen ltathhauses. Dann fertigte er das Modell zu 
einer lebensgrossen Statue des Königs Christian IV., die 
in Erz gegossen im Dome zu lloesltilde aufgestellt wurde. Dann 
fertigte er auch das Modell zur Statue des Königs Fredß- 
rik IV. von Dänemark, welchen er sitzend auf dem Throne vor- 
stellte, wie er die Institution der Stände in der Rechten hält. Diese 
Statue wird in Erz gegossen, und im Roseuburger Garten aufge- 
stellt. Für die lYledailleu auf den Regierungsantritt und die Ju- 
belhochzeit Christialfs VIII. von Dänemark, lieferte er zwei Skiz- 
zen, nach welchen die ltevers der Denkmünzen ausgeführt wur- 
den. Für das Denkmal des Predigers Hans Massen 
führt er ein Relief aus, welches denselben vorstellt, wie er dem 
Grafen llßuzow die Pläne der Feinde rnittheilt, um einen schlim- 
men Anschlag zu. vereiteln. Im Auftrage der Stadt Glasgow fer- 
tigte er ein Modell zur Statue WVellingtonE, welche daselbst 
errichtet werden sollte. Dann überschiclate er der Stadt Frankfurt: 
zwei Skizzen zum Denkmal Göthds, welchen er sitzend und 
stehend vorstcllte. Die letztere dieser Shizzen wurde vom Co-
        

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