Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1812033
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Thorwnldsex: , 
Bertel. 
in Copenhagen ausgeführt hatte, bereits an Ort und Stelle, und 
da er immer einen Theil seiner anderen Bildwerke in Gyps oder 
Marmor mitfolgcn liess, so entstand jetzt bei der Nation der 
VVunseh, ein eigenes Museum für seine liunstschiitze zu bauen. 
Ein Verein von seinen Bewunderern liess die Aufforderung zu 
Beiträgen ergehen, und bald war eine Summe zusammengebracht, 
welche das schöne Unternehmen in erfreuliche Aussicht stellte, 
ohne dass man noch von der bedeutenden Schenkung des Iiiinst- 
lers Gewissheit hatte. Der Honig gab den Bauplatz her und der Ar- 
chitekt Bindesboel fertigte einen Plan zum Museum, welchen Thor- 
waldsen vor anderen für zwecltmüssig und würdig erkannte. Das 
Gebäude stand aber erst beim Tode des Iiiinstlers vollendet da, 
so dass wir spiiter darauf zuriicliltonnticn. Die Liebe, welche er 
sich im Vaterlnnde erworben hatte, bewog ihn endlich selbst zur 
lliicltkehr, und den 7. August 1358 reiste er von Rom ab. Die 
Fregatte Rote brachte ihn am 17. September in den Hafen von 
Copenhugen. Es war bei seiner Ankunft ein allgemeiner Jubel, 
ein so wahrhaftei- Enthusiasmus, welchen man in Copenhagen nie 
erlebt hatte. Tausende strömten hinunter, um den heimkehren- 
Landsmann, den ruhmgekrünten liiinstler jubelnd zu empfangen, 
welcher neunzehn Jahre die Vaterstadt nicht mehr gesehen hatte, 
Im 'l'riumpl'ie wurde er in seinem Wagen vom Volke nach der 
Charlottenburg gezogen, welche ihm zu seiner Wohnung einge. 
richtet ward. Jetzt iolgten Feste auf Feste, bei welchen Freude 
und Begeisterung eiuzogen, so dass der greise Iiiirisller mit dem 
langen weissen Haar einmal selbst die Polonaise tanzte. Allein wie 
sehr ihn auch die Huldigung freuen musste, so war sie doch auf 
die Länge druckend, und er sehnte sich nach der gemächlicher! 
Ruhe des Hauses. Er fand diese auf Nysoe, dem Sitze des Baron 
Stampe, welcher durch 'I'horv:alclsen in Dänemark berühmt ge- 
werden ist. Hier fand er sich heimisch, hier schien er fest zu 
wachsen, hier sind eine Reihe seiner schönsten Werke geschafTen, 
Der kindliche Sinn der Baronin Stampe lauschte ihm jeden klei 
nen Wunsch ab , machte ihm den Aufenthalt zu einem Paradiese, 
wo lauter Freunde ihn umfingen. Im Garten zu Nysoe hatte er 
ein kleines Atelier, wo er sich noch als Greis mit jugendlicher 
Frische den Eingebungen seiner Phantasie hingab, wenn nicht 
Besuche, Concerte, Spazierfzihrten und Spielparthien seine Zeit in 
Anspruch nahmen. Beim Lottospiel konnte er recht aufgeräumt 
seyn, und manchen Scherz treiben. 
'l'h0rsvaldsen's schöpferische Iiralt sprach Sich auf Nysoe in 
mannigfaltigen Bildern aus, zuerst in einer Anzahl der lieblich- 
sten Baisreliefs nach griechischen Dichtungen , bßßtlllilcrs der ero- 
tischen Mylhe. Neu und romantisch ist ßillß l-hlllßlcllllllg der B e- 
freiung der Andromeda. Perseus hat das Unthier getüdtet, 
und die Gerettete auf den Rücken des Pegasus gehoben, neben 
welchem er bereits fortschwebt, hin über das Uugethiim. Amor ep- 
öffnet mit dem Schwerte des Helden den Flug. Eben so scrhön ist 
auch die Fabel der Leda behandelt. Der Schwan ist durch die 
WVellc-n ziehcnd gedacht, aber schon empfängt ihn Leda licbhosend 
am Uter,:währeud Amor mit dem Donnerkeil entflieht, der zu 
den menschlichen Schwächen des Gottesmicht passt. Für die Ba_ 
ronin Stampe fertigte er ein liebliches llelicf, welches Diana vor- 
stellt, wie sie schmeichelxnl den Jupiter um jungfrüulichen Stand 
und das Geschäft der Jagd bittet. Bei der Feier derusilbernen 
Hochzeit der dänischen Mnjestäten überreichte er der Iioiugixx ein 
ßledaillon, auf dem Hymen und Amor ihre Fackel durch Ro- 
s-"ilgrewiudo verbinden. Ein anderes Relief, welches die Baronin
        

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