Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811989
Thorwaldsen , 
Bertel. 
419 
Marmor ausführte. Der Himmelsbote erscheint mit Flügeln im 
langen Gewande und mit einem Blumenkranze auf dem gelockten 
Haupte. Er trägt eine grosse Concha mit dem heiligen Wessen 
TlHDFWQltlSGD bestimmte diese Statue ursprünglich zum Geschenke 
für die Metropole in Copenhagen, verkaufte sie aber später an 
Lord Luean, und beschloss dieselbe Idee auf eine andere Ar; 
zu behandeln. Bei Tliiele Nr. 144. In diesem Jahre fcrtäte der 
Künstler auch die Modelle der schon früher erwähnten usätze 
zum Alexanderszug, mit welchen der für das Schloss Christians- 
hurg ausgeführte Pries bereichert wurde. Während der Osterfeier- 
tage des Jahre 1324 unternahm der Künstler eine Composition, 
welche schon mehrere Jahre flüchtig auf dem Papier entworfen 
ruhte, und die Alter der Liebe vorstellt. Er kam zu dieser 
Darstellung durch das Herkulanische Gemälde: die Amorinnenver- 
kiiuferinnen. 'l'horwaldsen erweiterte und bereicherte aber die ent- 
lehnte ldce, und stellte die Verkäuferin als Psyche dar. Sie sitzt 
neben dem Käfig, und hält gerade einen kleinen Liebesgottl in 
ihrem rechten Arm empor, während sie mit der Linken das Tuch 
über den Käfig breitet, damit die anderen kleinen Wesen nicht 
lierausflattern mögen. Neben dem Käfig steht ein kleines Mäd- 
chen, welches mit den geflügelten Kindern gerne spielen möchte, 
während ein anderes, einige Jahre älteres Mädchen schon etwas 
mehr als Iiixider in diesen hübschen Wesen zu ahnen scheint. Es 
sucht den aus dem Käfig verstohlen hervorguckenden Kopf zu 
streicheln. Das darauf folgende Alter ist das der Sehnsucht und 
Anbetung. Vor Psyche kniet ein VVeih mit ausgebreiteten Armen, 
um den von ihr empbrgehobenen Liebesgott zu empfangen. Auf 
das Alter der Sehnsucht folgt das des Genusses. Ein Mädchen um- 
fasst mit ungestümer ITPGIHlO den Liebesgott, aber schon in der 
nächsten Figur drückt sich die lteue aus. Sie wandelt mit gesenk- 
tem Haupte mit der Frucht iunter dem Herzen, und hält ihren 
Liehesgott gleichgültig bei den Flügeln. Das Bild von dem Alter 
der Iiruft unter Amor's Joch stellt ein sitzender Mann vor, auf 
dessen Schulter der Liebesgott herrschend sitzt. aber trotz dieses 
Iiummers streckt der Greis sehnsuehtsvoll die Arme nach dem Lie- 
besgotte aus, der seines Alters und seiner Schwäche spottend ent- 
flieht. Dieses Basrelief war ursprünglich bestimmt, eine grosse 
Vase zu schmücken , im Jahre 1825 War es aber auch in Marmor 
vollendet. Es kam nach England in den Besitz eines Mr. Labrou- 
cheur. Bei Thiele Nr. 145. Im Umriss in Waiblingeus Taschen- 
buch aus Italien undßiriechenland 18.30. Im Anfange des Jahres 
182i war der Staats-Sekretär Card. Ereole Consalvi gestorben, 
und durch Subscription wurde ihm zu Ehren eine Medaille ge- 
prägt, welche" einen so bedeutenden Ueherschuss lieferte, dass man 
davon einen Sarkophag aus carrarischem Marmor mit der Buste 
des Verewigten ausarbeiten lassen konnte. Thorwaldsen erhielt 
dafür 440 Scudi, fertigte aber dann noch unentgeldlich ein Basre- 
lief für den Sarcophag, in welchem der Staatssekretär in einem 
seiner wichtigsten Geschäfte dargestellt ist. Er hewvirkte beim Wie- 
ner Cungresse die NVietlcrvereinigung der durch den Friedensschluss 
zu Tulentinu im Jahre 1797 abgetretenen Provinzen. Censalvi steht 
in Mitte des Basrelicfs, und stellt dem Papste die allegorischen Ge- 
stalten der wieder erworbenen Provinzen vor. Man sieht dieses 
Denkmal im Pantlmnn, Bei Thißle Nr. 146. Zu Chatswurth dem 
Sitze des Herzogs von Devonshire, ist eine von fhorwaltlsen gg- 
fertigte Büste des Cardinals Consalvi. Dieser heruhmte Cardinal 
gab auch die Veranlassung zur Errichtung des Denkmals des 
ap stes Pius Vll. , wofür er 20,000 Scudl ausgesetzt hatte. Thor- 
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