Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811891
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Thorwaldscn , 
Berta]. 
Es war das berühmte und vielbekannte Bild der Nacht im 
Basrelief, welches er mit dem Gegenstiicke, den Tag Udcp 
elier den Morgen darstellenrl, in einem Tage zum Abformen vol- 
 landete. Dieses Zwillingspaar würde allein dem Künstler die Un- 
stcrhliehkeit sichern. Die stille Nacht erscheint unter dein Bilde ei- 
ner schönen weiblichen Gestalt, die mit gesenktem liaupte und mit 
geschlossenen Augen aus der Tiefe des Sternenrauines über die Erde 
schwebt, mit den sanft schlummernden Genien des Todes und des 
Schlafes in den Armen. Im anderen Basrelief schwebt die feurige 
Ilßmera, oder vielleicht richtiger die Eos, auf leichten Flügeln, 
und bestreut mit Rosen den Morgen. Auf ihre Schulter stützt 
sich der muntere Ilesperus und hebt die Faqkel hoch empor. Diese 
beiden Medaillons (2 F. 6 Z.) wurden zuerst für den Lord Lucan, 
und dann für den Fürsten von Metternich in Marmor ausgeführt. 
Später wurde ein Exemplar von beiden in halber Grösse in Mar- 
nior ausgeführt. Nach und nach wurden mehrere Exemplare von 
Thorwaldseifs Schüler in Marmor wiederholt, aber die Sage im 
Iiunstblatt 1825, S. 206, dass der "Künstler selbst ein Exemplar 
mit besonderen Kennzeichen ausgearbeitet habe, ist nach Aus- 
sage (lesselben irrig. Nur wenige Basreliefs der neueren Zeit ha- 
ben Kenner und Nichtkenner so durch tiefen poetischen Geist hin- 
gerissen, als diese, und sie sind mit vorziiglichem Interesse nicht 
allein in der Kunstwelt, sondern auch in der Modevvelt aufge- 
noniinen werden. Zu Rom sieht man sie in vielen Ladenfenstern 
in Stein oder Conchylien geschnitten, in Pasten oder in Gyps ab- 
gegossen, als weiblichen Schmuck, oder als einfache Erinnerung an 
den geliebten Meister. Noch in der neuesten Zeit wurden sie in 
feiner Masse nachgebildet. Bei Thiele Nr. 88 und 89. Am Schlusse 
des genannten Jahres vollendete Thorwaldsen das Nlodell zur lcbens- 
grossen Statue der Gräfin von Osterniann, sitzend in mo- 
dernein Costüm, welchem der liünstler antike Schönheit zu geben 
gewusst hat. Graf Osterniann liess diese Statue in Marmor austüh- 
rcn. Bei Thiele Nr. 90. Dann vollendete Thorwaltlscn auch die 
Büsten des Lords Bentink, (leg Atlmirals Exmouth und der 
Fürstin von Gallitzin, ferner die schon 1810 begonnene eigene 
Büste und die Venus mit dem Apfel. Die schon 1800 vollendete 
Statue der Hebe arbeitete er ganz um. (lt F. 8   Die emig- 
lJlÜllClHlO Jungfrau hält mit der Rechten die Patera empor und 
schreitet von Einem zum Anderen im lireisc der Olympischen Göt. 
ter. In der früheren Behandlung (Mori, Statue et Bassur. tab. 16.) 
erscheint ihre reine Gestalt nicht mit der Strenge, wie in der 51.15- 
tcr vollendeten. Das Obcrgewand, welches hier über beide Schul- 
tern zusammengeheftet, den Busen bedeckt, liess in dein früheren 
Exemplar die linke Brust frei, u. s. w. Die Bestellung in Mar- 
mor auf die spätere Statue machte der Amerikaner Diwet, er 
starb aber vor der Vollendung. Später kaufte sie Alexander Ba- 
ring in London. und 1822 wurde das Werk nach England gesandt. 
Im Jahre 1325 kaufte Samuel Boddington in London diese Statue, 
und E. Finden hat sie gestochen. Bei Thielc Nr. 91. In diese 
Zeit fiillt auch die Restauration der berühmten ägiiietischen Sta- 
tuen in der Glyptothek zu München, welche Honig Ludwig für 
20000 Scudi gekauft hatte. lhorwalilsen vollendete die Arbeit 181? 
zur Bewunderung aller Kenner. Er ging ungern und voll lvllss- 
trauen in sich-selbst an's Werk, als er aber angefangen hatte, 
wurde es bald seine liebste Beschäftigung, indem er völlig von dem 
Geiste, worin diese Werke ausgeführt sind, durchdrungen und 
beseelt wurde.  
Von neuen VVcrhen niodellirte cr ini Jahre 1817 eine Q 1'.
        

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