Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811889
Thorwaldsen , 
Bertel. 
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Aenderungen stellte er den triumphirenrlen Amor der. Am 
Iiaumstamme, an den er sich lehnt, hat er die Lyra des Apollo 
und die Löwenliaut des Herkules aufgehängt. ])er Helm des Mars 
und der Donnerkeil Jupiters sind zu seinen liüssen, er hält aber 
in der Linken den immer bereiten Bogen, während er mit der 
Rechten einen Pfeil emporhebt, dessen Spitze er prüft, ob sie 
für einen anderen Bewohner des Himmels oder der Erde hinläng- 
lich geschärft sei. Der Fürst Esterhazy bestellte diese Statue in 
Ivlarmor, und sie war im Jahre 181g bereits vollendet, als sie durch 
den Einsturz seines Studio den Kopf verlor. Vollkommen restaurirt 
befindet sie sich jetzt inder Gallerie des Fürsten zu Wien. (4 F' 
1 Z.) Bei Thiele .Nr. 80. Das Modell zu dieser schönen Statue 
ist nicht mehr vorhanden, im Jahre 1815 nahm er aber einige 
Aenderungen mit derselben vor und stellte ein zweites Exemplar 
her. Er vermehrte die Attribute der besiegten Götter, fügte den 
Dreizack und den Thyrsus bei, und liess das Taubenpaar der 
Venus im Helme des Mars nisten. Bei Thiele Nr. 81. Hierauf 
schritt er an die Ausführung des Grabmnles des edelmüthigen 
Philipp Bethmann-Hollwcg, mit drei Basreliefs, welche 
den sanften Tod des Jiinglings, den herben Familienschmerz, den 
Idlussgott Arno mit der die schiine That des Verewigten aufzeich- 
nenden Nemcsis vorstellen. Dieser starb zu Florenz, in Folge ei- 
ner Krankheit, welche er sich bei der Rettung von Unglücklichen 
in Wien zuzog. Die Basreliefs gibt Thiele Nr. 82  85. 
Im Jahre 1814 fertigte Thorwaldsen das Monument der 
Baronin von Schubarwb, welches in Marmor ausgeführt auf 
dem englischen [iirchhofe in Livorno errichtet werden sollte. Die 
Verstorbene liegt in tref-fendster Aehnlichkeit auf dem Lager aus- 
gestreckt, mit dem Genius des Todes zu den Hänpten. Der Gatte 
nimmt Abschied von der Gefährtin seines Lebens. Ein Candelaber 
beleuchtet das Lager. Dieses Basrehef (3 F. 1 Z.; 11 Z.) gibt 
Thiele Nr. 84. In demselben Jahre modellirte Thorwaldsen auch 
das Basrelief mit Nessus und Dejanira. Der Centaur eilt in 
wilder Umarmung mit seiner schönen Bürde davon. Dieses in an- 
tikem Geiste erfasste Basrelief führte der Iiiinstler für den Grafen 
Marulli zu Neapel in Marmor aus. ([1 Fq 5 F. 6 Z.) Bei Thiele 
Nr. 85. In demselben Jahre modellirte der Künstler auch die Statue 
der Lady Georgina Elisabeth Russe], der vierjähri en Tochter des 
Herzogs von Bedford, unter dem Namen Faneiuilla bekannt. In 
Marmor ausgeführt befindet sich jetzt dieses Standbild in Woburn- 
Abbey. Bei Thiele Nr. 86. in dem genannten Jahre erhielt der 
Künstler auch den Orden delle due Sicilie, und den 12. Oktober 
überschickte ihm die Akademie in München das Ehrendiplom. 
Im Jahre 1315 modellirte Thorwaldsen ein Basrelief, mit wel- 
chem er sich in die schönsten Zeiten der griechischen Seulptur 
versetzte. Es stellt Priamus vor, wie er mit reichen Geschenken 
vor Achilles kniet, um die Leiche seines Sohnes zu erkaufen. Der 
Held sitzt mit Automedon und Alkimos noch an der Mahlzeit, die 
zur Nachtzeit genommen wird, worauf die Lampe deutet. Der Her- 
ZUg von Bedford bestellte dieses Basrelief sogleich in Marmor und 
trug ihm auf, als Seitenstück das schon 1805 ausgeführte Basrelief 
initAchilles un d B riseis in derselben Grösse (6 F. 5 Z., 2F-QZ.) 
zu behandeln. Beide sind jetzt in Woburn-Abbey. Bei Thiele Nr. 37, 
und Outline engravings of the VVoburn Abbey Marbles Nr. 51. 52. 
In tiefe Sehwerinuth versunken, verlebte jetzt Thorwaldsen 
Monate, ohne dass er etwas vernahm, bis er früh an einem 
Morgen das Lager verliess, um ein Bild darzustellen, welches 
in der schlaüosezi Nacht vor seine fruchtbare Phantasie schwebte.
        

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