Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811816
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Thorwaldscn , 
Bertcl. 
des Lord Lucan erhielt Thorwaldsen einen überaus schönen Mar- 
morblock aus Carrara, was ihn bewo , die Statue mit einer sonst 
ungevirühxilichen Feinheit zu vollenden. Der Lord drang aber 
während seiner wiederholten Reisen in Italien sehr auf die Vol- 
lendung der Statue, was indessen den liünstler nicht hinderte, 
auch die Büsten der Gemahlin und der drei Töchter (lcsselhen 
zu modelliren. Endlich wurde die Statue nach Livorno gebracht 
und eingeschiHt; allein das Fahrzeug scheiterte, und die Venus 
versank in das Meer, um als Anadyomene nach einiger Zeit wie- 
der empor zu steigen. Jetzt kam sie ohne Beschädigung in Eng- 
land an. Ein drittes Exemplar wurde 1824 ohne besondere Be- 
stiiiniiung angefangen.   
1m Mai des Jahres 1805 wurde Thorwaldsen Mitglied der 
Akademie in Copenhagen, und bald darauf an VViedenhaupFs 
Stelle zum Professor derselben ernannt. Auch wurde er in die- 
sem Jahre Soeio onorario dell' Acadeniia nazionale in Bologna. 
Damals erhielt Thorwalclsen vom Marchese Torlonia den Auf- 
trag, als Gegenstück zur berühmten Gruppe von Canova, _wel- 
che Herltules und Lichas vorstellt, ein Gegenstück zu arbeiten, 
und zwar nach eigener Wahl. Er wollte anfangs eine schone 1802 
sbizzirte Gruppe des Achilles und der Penthesilca benutzen, wählte 
aber zuletzt Mars und Venus zur Darstellung. Der Mars war be- 
reits niodellirt, als die Arbeit ins Stocken gerieth, und er wurde 
später zu einer besonderen St-atue gewählt. Mehrere_Zeitschrif- 
ten haben auch erwähnt, dass Thorwaldsen 1806 mit der Aus- 
führung einer colossalen Statue des Friedens für die nordame- 
rikanischen Staaten beschäftiget gewesen sei, und dass sie in Was- 
liington aufgestellt wurde; allein es blieb beim Auftrage. das 
Werk kam nicht zu Stande. Auch von einem Monumente Dan- 
te's für St. Croce in Florenz war in diesem Jahre die Rede, C5 
kam aber ebenfalls nicht zu Stande. Im Jahre 1850 fertigte Ilieei 
das daselbst befindliche Denkmal des grossen Dichters. Im Jahre 
1807 erhielt Thorwaldsen die erste Bestellung aus Dänemark. Die 
Gräfin Charlotte von Schiuunelniann übertrug ihm durch ihren 
Bruder, den Baron Schubart, die Ausführung eines Taufsteines 
für die Brahe-Trolleborgerliirehe in Fiinen, wodurch sich der 
Künstler auf das Feld der christlichen liunst versetzt sah, wel- 
ches er aber erst in der letzteren Zeit seines Lebens mit Vorliebe 
bebaute. Der Taufstein ist ein Parallelopipedon, dessen vier Seiten 
mit iBareliefs geziert sind (2 F. 5 Z.; 1 F. 8-5 Z.) Die Taufe 
Christi, Maria mit dem liinde und" Johannes, Christus mit den 
Kindlein und drei schwebende Engel sind an diesem 1827 vollen- 
deten Taufstein dargestellt. Bei '1hiele Nr. 24  27- Gleichzei- 
tig vollendete er auch das schon 180i angefangene Basrelief des 
Tanzes der Musen auf dem Ilelikon, tief gebeugt war er aber in 
jener Zeit über das Unglück, welches die Engländer der Stadt 
Copenhagen bereiti-t hatten. Am Ö. März 1808 Crfiülmte illll die 
Akademie von St. Luca in Rom zum Acadeinico di nierito, sein 
Einfluss auf die liunstschüler jener Anstalt scheint aber durch 
Partheigeist lange gehemmt worden zu seyn, der aber weniger 
von Canova, als von den Anhängern desselben ausging. Thor- 
waldscn's Schüler hatten oft die Kränkung, zurückgesetzt zu wer- 
den. Auch Bestellungen liefen in jener Zeit wenig ein, endlich 
aber erhob sich das Christiansburger Schloss, und (las. liathhaus 
in Copenhagen wieder über der Brandstätte, und die Regierung 
nahni Anlass, ihn für das Vaterland zu beschäftigen. Er erhielt 
sofort den Auftrag, die Bildsäulen des Solon und des Lylsnrg für 
da-. neue Piathhaus aiuszuarbeitcn. Dazu liillll noch ein Fronten,
        

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