Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811748
Thorwaldsen , 
Bertel. 
395 
Künstlers unterzeichnete. Der Zweck der Subscription war es vor- 
züglich, Thurwaldsen Musse zur Behandlung einiger Gegenstände 
aus der lliade zu verschalfcn. Er wählte die Verse 475  489 des 
Qfiten Buches, und stellte den Priamus dar, wie er in der Stille 
der Nacht in das Zelt des Achilles sich begibt, und knieend um 
den Leichnam des elieliten Sohnes fleht. Dieses Basrelief (g F. 
5 Z.; 2  1 Z.) ldieb bis zur Abreise Thorwaldseds von Coperi- 
hageii unbeachtet, weil einer seiner Jugendfreuiide, der Kupfer- 
stecher G. H. Lahde, es sich zum Andenken erbeten hatte. Im 
Jahre 1327 wurde es für die akademische Sammlung angekauft. 
Man muss es von einer späteren Behandlung desselben Gegen- 
standes unterscheiden, welche im Besitze des Herzogs von Bedford 
zu WVoburrä Ahbey ist. Auähdfin dder Sammlung zu Chatsworth, 
dem Sitze es Herzens von e 'or ist ein Basrelief, w  
Prianius vorstellt, wtie er sich den ,Leichnan1 des Hehtfiicldshitcigii 
Ein zweites Basrelief aus jener Zeit stellt Herhulcs und Om- 
p h ale dar, auf Veranlassung Abilgaarefs ausgeführt, als 1792 Pro- 
fessor G. Schaduw in Berlin sein llcecptionsstiicls einsandtc. Der 
lleld sitzt neben der liöni in mit dem S innroclaen, während sie 
die licule hält (2 F.; 1 lihg? Z.) P 
Iiii Jahre 1793 bot sich dem Künstler ein edlerer Wettstreit 
dar, indem es jetzt galt, den grosscn akademischen Preis zu ver- 
dieneln. Die Aufgabe Svar ausl dem cäritteä Buche der Apostelge- 
sc iie ite enmnmen. ie I-Iei un es ahni cn durch Petrus 
und Joheäincs musste dar estellt wgrden, nach jener einfach schö- 
nen Erzählung. Diessma? betrat Thorwaldsen mit weniger Angst 
die Luge, doch ohne im Vorgefiihle des Siegcs zu schwelgen, wel- 
cher ihm zu Theil wurde. VVährcnd der Sommermonate arbeitete 
er das Basrclief (5 F. 6 Z.; 5 F. 9 Z.) aus, und den 14. Au iist 
wurde ihm der grosse goldene Preis zuerkannt. Dieser gcwviilirte 
auch den Vortlieil eines dreijährigen Reisestipendiums, welches 
aber damals nicht crlediget war. Auch fand man es gcrathcn, die 
Lücken seiner wenig sorgfältigen Erziehung auszufüllen, und den 
liinstlcr liir die Reise vorzubereiten. Zu diesem Ziwcche bewil- 
ligte ihm für die folgenden zwei Jahre die Ahadeinie eine "Unter- 
stützung, so dass er jetzt seiner beiderseitigen Ausbildun mit 
Ruhe entgegen gehen konnte. Indessen ist, wie geschehen, äsaum 
anzunehmen, dass der Iiunstler damals noch auf einer gar ge- 
ringen Stute des Wissens gestanden sei, wenn auch der Drlangel 
der sltrenge Iiegleiter 501110: Jngeiäd war. Er hat wohl durch den 
Schu unterric it weniger e ernt a s andere, er muss es aber ver- 
standen haben, das Versägiiinte nachzuholen, er, der zu einer Zeit, 
wo man ihn als fast unvveltläuligen Jüngling erklärte, den Homer. 
die griechische Mythe und die Geschichte plastisch zu erklären 
hatte. Ihm fehlte aber noch die Schule der Welt. Er liebte in 
seiäeän stillen triiuinerischen Gemiithe seinen Genius über Alles, 
uli sünimerte sich weni um das, was um ihn vor in . Daher 
theilte er sich auch wenigginit, und war selbst in iröhligheigi, freund- 
lichen Kreisen mehr Zuschauer als Gesellschafter. lVIan konnte 
sich sein triiumerisches, verschwiegenes Wesen nicht erklären, und 
glaubte desswegen einerseits sogar, es nage in ihm ein geheimer 
linminer iiher die häuslichen Verhältnisse seiner Eltern; alle aber 
scheinen darüber überein zu stimmen, dass er ein liebenswiirdi. 
ger, wenn auch in sich verschlossener Jüngling war, dessen hell 
blaues, ferliliirtes Auge den Freund wie den Gönner aiizog, und 
wie in einciirmagisehen Spiegel erblichen liess, was er einmal in 
der liunst eisten wiirilc. Eine neue, s äter ewonncne Weltan- 
schauung brach aucli- das gelieimnissvullcpSchwgigen; Thmtvaldsen
        

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