Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811735
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Thorwaldsen , 
Bertel. 
Holz, modellirte Basreliets, und arbeitete mit dem Meissel in Stein 
Der Uhrmacher Schiwe in Cupenhagen besass noch 1850 ein Uhr: 
gehiiuse, welches er damals in Holz geschnitten hatte. Unter 
den Arbeiten in Stein, die der Vater durch seine Hiilfe ausgeführt 
hatte, nennt man das königliche Wappen über-dem Eingaiige 
der Hvfapotllßlie, und die vier Löwen auf dem runden Platze vor 
dem Friedrichsherger Garten. Im Jahre 1790, beim festlichen Em_ 
pfange der Kronprinzessin, stellte er das Bildniss dieser Fürstin 
in einem lYIedaillon dar, und erreichte die höchste Aehnlichkeit 
obgleich er nur ein Gemälde vor sich hatte, und die lebenden, 
Zügß _beim Erscheinen derselben ablauschen musste. Der Gvpsel. 
 Regeln kaufte ihm das lYIedaillon ab, und verbreitete viele Abgüsse 
In einem Fronten der sogenannten Zollbudenbörse ist ein Baue: 
lief, welches er nach der Zeichnung des Bildhauers Nicolaus XVuIR- 
in Marmor ausfiihrte. Es stellt eine weibliche Figur mit dem Fei-n_ 
rohrc vor. In jener Zeit schloss Thorwaldsen mit Heinrich Allo-ust 
Grosch, Carl David Probsthain und Claudius Detlef Fridsch atiich 
einen Verein, um wöchentlich einmal sich durch gemeinschaftliche 
Uebung in der Composition auf die bevorstehenden akademischen 
Preisbewerhnngen vorzubereiten. Siewählten gewöhnlich Anfgm 
ben aus dem alten und neuen 'l'estamente, und während die mh 
deren Freunde sich noch über die Lösung der Aufgabe bespi-a_ 
clien, modcllirte er bereits still am Tische in Thon, oder bediente 
sich in Ermanglung desselben dcs Brodes. Bisweilen ergriff er den 
Bleistift, um seine Ideen zu skizziren, oder zeichnete die Gegen_ 
stünde, die sich ihm darboten. Auch Zeichnun en von A. Carstens 
kamen zur Vorlage, den Iiiixistler selbst aber äernte Thorwaldsen 
erst in Rom kennen. 
Jetzt nahte der Zeitpunkt der Preisbewerbung um die kleine 
goldene Medaille, Thorwaldsen äusserte aber bei jeder Gelegen, 
heit seine Abneigung daran Theil zu nehmen, und es war ein im, 
hender Refrain der Freunde geworden: wCPhux-walilsen sei der Preis- 
bewerbung eingedenk h. Am I. Juni 1791 waren endlich die (10,1- 
currenten in den Schulen der Akademie versammelt, und jeder 
musste in eine besondere Logo, um die Skizze zu machen, wo. 
nach es beurtheilt werden sollte, ob sie zur Ausführung derselben 
zur Preisbewerbung um die goldene Medaille zugelassen werden 
können. Das Thema war die Verjagung des lleliodor aus 
dem Tempel nach dem zweiten Buche der Macchabiier Cap, 11h 
25 -2Ö. Thorwaldsen war bereits in seiner Loge, als er von 
Furcht und Misstrauen seiner Kräfte getrieben, die schmale Iiiii- 
Imartreppe hinunter eilte, um das Weite zu suchen. Ein Professur, 
dem Vernehmen nach Prcissler sen., der gerade entgegen kam, 
ermahnte ihn jedoch zur Umkehr, und in vier Stunden war die 
Skizze vollendet, welche als preiswürdig befunden wurde, und 
wonach er in den folgenden zwei lYlunaten das grössere Basreliek 
ausfiihrte, (5 F. 6 Z. 4 L-  5 F. 7 Z.  Der Staatsminister 
Detlev von Iieventlow liess es abformen, und hielt sich einen Ab- 
guss für seinen Palast bevor. Dieser Minister war Tliorwaldselfs 
Gönner, und der erste, welcher die damals vom Maler Wulff vor- 
gelegte Subscriptionsliste zur Unterstützung und Beschäftigung de, 
 
 Frieflerilie Brun sagt im Morgenblatte 1312, S. 191 ff. irrig, 
dass Ö-er Künstler zum Staunen der Richter in 4 Stunden 
das Basrelief ausgeführt habe. Dieses kann sich nur von 
der mudelllirten Skizze verstehen. Auch wurde ihm nich: 
die grosee, sondern die kleine goldene Medaille Crlheilt-
        

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