Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811022
Theophilus. 
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lege in Cambridge, in NVolfenbütlel und Leipzig, keine dieser 
Ausgaben aber genügt vollkommen. Desswegen hess Graf Charles 
Escnlupier von dem Manuscriptc aus dem 15. Jahrhunderte auf 
der Universitiits-Bibliothekiin Cambridge eine getreue Abschrift 
nehmen , und veranstaltete eine neue Ausgabe, welche mit kriti- 
schen Noten und mit den Varianten der anderen fünf Handschrif- 
ten versehen ist. Sie erschien unter dem Titel: 
Theophili Presbyteri et Monachi libri III. seu Di- 
versarum Artium Sehedula. Opera et studio Ca- 
roli de L'Esealopie r. Mit französischer Uebersetzung 
des lateinischen Textes. Lutetiae Parisioriim MDCCCXLIII.  
Ueher den Ursprung dieses Werkes, welches durch die biblio- 
graphischen Nomenelaturen des 16. Jahrhunderts bekannt ist, sind 
wir noch immer in Dunkelheit. Was Lessing (Alter der Oelinalerei, 
gesammelte Schritten, S. 504) und Leiste (Zur Gesch. u. Lit. Vl. 
Vorbericht, 4.) über das Alter der Handschrift in Wolfenbiittel 
sagen, ist ohne Grund. Der erstere setzt den Codex ins eilfte, und 
der andere ins zehnte Jahrhundert, gibt aber zuletzt die volle Un- 
sicherheit seiner Ansicht kund, indem er an anderer Stelle der 
Schrift den Wolfenbiltteler Codex mit jenem in Leipzig in das- 
selbe Jahrhundert setzt, d. h. ins 15. oder 14. Jahrhundert. Der 
Sprung ist zwar unüberlegt, das 15. Jahrhundert hat aber jeden- 
falls näheres Recht, als das 10. und 11. Jahrhundert. 
Die Schriftsteller des 15. Jahrhunderts nennen das Werk gar 
nicht, oft aber erwähnt ein unbekannter römischer Compilator aus 
der Zeit des Pabstes Johann XXII. (1516  1554) dieses Theuphiltxs. 
Er sagt in seinem Werke, welches der Pabst vvLunten animaetc 
nannte, dass ihm neben anderen Handschriften aus einem deut- 
schen Kloster das Breviarium diversaritm artium des 
Theophilus zugekoxnmeit sei, und 42mal verweist er auf die- 
sen Gewährslttanni-i  Ist nun aber das erwähnte Breviariuiii diver- 
sarum artiuzn des 'I'heophilus die Diversarum artium Schedulai? 
Simmler bejaht es, Lessing, Raspe und Leiste verneinen; allein 
J. M. Guiehard, Introduction zur Div. art. Sehedula des Grafen 
L'Esealopier, fand bei der Vergleichung der betreffenden Stellen, 
dass das Breviarium die Schedula (liversaruln artium sei, und dass 
der Compilator nur nicht wörtlich excerpirte.   
Wenn nun diess der Fall ist, so könnte das VVerk spätestens 
gegen Ende des 15- Jflhrhutiderts abgefasstfseyn; Guicharcl gibt 
aber auch zu, die Zeit der Entstehung ins 12. Jahrhundert zu 
setzen. Jedenfalls konnte Theophilus nur in der Periode des mäch- 
tigen Aufschwungs der Iiunst geschrieben haben, wo alle Künste 
mit einander wetteiferten. Die Schrecken vor dem Ablauf des tau- 
sendjährigen Reiches waren verschwunden, ein neues Leben war 
erwacht, ein mächtiger Geist durchclrang die alte Welt, und 8111 
tiefes religiöses Gefühl sprach sich in prachtvollen Tempeln aus. 
Er gab dem lWIaler, dem Musaikarbeiter, dem Ciseleur, dem Giesser, 
 
ü) Der Carmeliter Mathias Farinator in Wien beförderte 1477 
das Lumen anilnae zum Drucke, unter dem Titel? Libßr 
moralitatum elegantissimus magnarum rerum naturaliunm, Lu- 
men animae dictus, cum septem appuritoribus, necnon saue- 
torllln doctorum orthodoxe fidei prOfGSSOPIIIII, Pßetaruln eliam 
ac oratorunl auctoritatibus per modum Pharetfeeecundum 
ordinem alphabetici collectis. Fariuator wurde lrng für den 
Verfasse-r gehalten. 
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