Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1811000
Theophilus. 
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 sehe, französische und italienische Kunst, und macht die ver- 
scliiedeiien lWIethoilen bis ins Detail bekannt. GrafCicognai-a, Stur. 
della scultiira III, 143, und andere machten ihn zu einen Italic- 
ner, weil eine Handschrift von Theophiluä: Divcrsarunl artinin 
seliedula die Aufschrift vTfaCtatllS Lumbardieusc trägt, und weil 
sie im Namen Rugerus, welcher in der Ilandsehritt der Bibliothek 
Naiii beigefügt ist, italienische Ableitung suchen. Allein schon 
lNIorclli (Codex manusc. Bibliothecae Nani p. 55) glaubt, der Name 
'I'heophilus deute eher auf einen Deutschen, so wie dem; auch 
Rugerus der deutsche Rüdiger ist, wie sich vielleicht Theophilus 
vor seinem Eintritt ins liloster genannt hat. Lessing (über die 
Wolfenbiitteler Handschrift) spricht sich entschieden fiir die deut- 
sche Abliunft des Theopliilus aus, weil der Compilator des Wer- 
kes nLumen aniinaee sagt, er habe Theophilus' Diversarum ar- 
tium Schediila in einem deutschen Kloster gefunden; allein T'hen_ 
philus schrieb seine Anweisung _auch für die Franzosen und Ita- 
liener, er lieferte Vorschriften für Künstler jeder Nation. Um in 
Deutschland ein liloster zu finden, wo Tlicophilus gelebt haben 
könnte, wendet sich Lessing nach St. Gallen, wo ein Tutilo oder 
Tuotilo lebte, welcher Maler, Musiker und Redner war. Diesen 
hält Lessing für Eine Person mit Theuphilus, wozu ihn die Ana- 
logie des Namens verleitete, ohne anderweitige Belege beibringen 
zu können. Tutilo lebte aber im Jahrhunderte vor Theopliilus, und. 
letzterer steht daher selbstständig da. Seine deutsche Abstammung 
wird jetzt nicht mehr bestritten. Selbst Graf Charles de lfEscalo- 
pier (Theophili prcsbyteri et monaclii Libri III. seu Diversaruin 
artiuin Schedula mit französischer Uebersetzung. Paris 1845, Z4.) 
adoptirt die Ansieht von dein deutschen Ursprung des 'l"heophilus. 
Auch im vierten Bande der Annales areheologiques, dir. par Didroii 
ainö, Paris 1846, wird diese Aiiiiahiiie hicht bestritten, und über- 
diess gegen Lessing sehr wahrscheinlich gemacht, dass Tntilo von 
St. Gallen mit unserm Theophilus keine Gemeinschaft habe. Die 
alte St. Galler Chronik nennt diesen, sagt aber nichts von einer 
Diversarum artium Schedula.  
Dieses Werk verdient vor drei anderen Schriften über Kunst- 
{echnik  die besondere Aufmerksamkeit der Kuustforscher. Den 
Namen des Theopliilus nennt zuerst Cor. Agrippa, De incgpt, e; 
vanit. seientizirum, {lntv- 1530- Cap. XC., er kennt aber nur das 
zweite Buch, jenes uher die Glasinalerei, ade qua 'l'he0philus qui- 
claxn pulcherrimum llhrunl conscrlpsntw Josias Simmler, Epit. B113. 
liotli. C. Gesneri. Tiguri 1555, P. 175, gibt aber den Inhalt der 
Handschrift der LeipzigerVBiIJliOthL-li, welche in einem alLen Iilu- 
 ster gelundexi wurde, näher an: Theuphili monachi lib. IlI. Px-i- 
xnus de temperamentis culorum, Secundus de ratione vitri, Tei-Lius 
de ülsuria et metallica. Extant apud Georgium Agricolam in per- 
gamenis, et in Cella veteri monatcrio, quae bihliollieca Lipsiam 
translata est. Dasselbe Manuscript erwähnt auch Joachim Fellner: 
Cat. cod. manuscript. bibliuth. Paulinae in academia Lipsiensi p. 255, 
und in den Actis crudilorum 1690, p. 419, ist dasselbe genauer 
beschrieben, als eine der Seltenheiten der Paulinischen Bibliothek. 
Da lesen wir: Est autem islhoc libri initium: Theophilus humilis 
Pregbyler, servus scpvurum Dei, inclignus nomiue et prufessione 
 
 1) Compßsifiones ad tingenda musiva, pelles epc. bei M11- 
ratnri, Anuq._ Italicae mcdii acvi. II. 2) Ileracllusz de cu- 
luxaibus et aruhns Bgmanurluxx. Ed. Baspe. 5) Cennmu Cen. 
nini, n-atatu dclla plttura (1457), Roma 1821. 
Naglefs "Iiünstler- Lex. Bd. XVIII. 21
        

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