Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1810962
Theodoros. 
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Dieser Mischkrug wurde Ol. 58. 1. (548 v. Chr.) geweiht. Ein gol- 
dener Mischkrug war im Palaste der persischen Könige, welchen 
Charis aus Nlitilene bei Athenäus XII. 514. F. ein WVerle des Theo- 
dor von Sainos nennt, worunter ebenfalls unser Künstler zuiverste- 
hen seyn dürfte, nicht der alte Thcodoros, der Sohn des Rhöhos. 
Dann fertigte Theodoros auch den Siegelring des Polylarates, wel- 
cher dem Tyrannen so wohl gefiel, dass er ihn beständig trug. 
Ob der Stein geschnitten gewesen, ist zweifelhaft. Nach Plinius 
war der Stein ein Sardonix, den man noch spät in Rom sah. Livia, 
die Gemahlin des Augustus, liess ihn in ein goldenes Horn fassen, 
und weihte ihn im Tempel der Concordia. Dass in diesem Stein 
ein Siegel oder eine Figur geschnitten sei, sagt weder Plinius, 
noch Herodot; sie sprechen nur von einer Fassung in Gold, die 
vermuthlich schön gearbeitet war. Pausanias scheint von einem 
Siegel in Stein Kunde gehabt zu haben. Auch Strabo und Cle- 
mens Protr. deuten auf einen geschnittenen Stein. Neuere" Ar- 
chäologen, wie O. Müller, S. 77. 2, wollen dem Theodorus nur 
die Fassung zueignen. Es gab im Alterhume eigene Siegelschnei- 
der, die auch andere Steine in Ringe schnitten; Theodoros wird 
aber nur Arbeiter in lYletall genannt. Polyl-trates starb Ol. 64. 5, 
zu einer Zeit, wo Theodoros wahrscheinlich schon lange nicht 
mehr lebte. 
ThGOÖOPOS, Architekt von Phokäa, ist aus Vitruvius Praef. VII. 12. 
bekannt. Er schrieb ein Werk über den Tholus in Delphi. Diese 
Art von Gebäuden sind nach ihrer innern Einrichtung wenig be- 
kannt. Sie waren wahrscheinlich Rundgehäude, so wie die Skias 
des alten Theodoros in Sparta. Der Tholos von Athen hiess eben- 
falls Slaias. Ob dieser Tholos in Delphi das Buleuterion oder der 
Thesaurus claselbst war, ist unbekannt. Reisende sprechen von 
einen Rundbau in jener Gegend. l 
TllBOÖOrOS, Mosaikarbeiter, Bildhauer oder Moclelleur, blühte ge- 
gen 01. 120, wahrscheinlich in Rom. Plinius sagt, dass er den 
trojanischen Krieg in mehreren Tafeln dargestellt habe. Dieser 
Mythenkreis war damals beliebt, und wurde an Fussbüdexi, an 
Pokalen, VVaiTen, und später auf Belieftafeln dargestellt. Er wird 
für den Verfertiger der berühmten Tabula Iliaca im Mus. Caipi- 
tolinu gehalten. Sie enthält im Relief die Begebenheiten der Ilias 
und die folgenden bis zur Auswanderung des Aeneas, in Bezug 
auf Rom als Neu-Troja. Auf einem Fragmente stehen nach O. 
Jahn's LesunälGei-harcfs arch. Zeitung S. 502. 13) die Worte: 
GEOAQPHOd HITEXNH. Abgebildet ist diese Ilische Tafel: 
Mus. Cap. IV. 08., Tischbein VII. 2, Montfaueon, Antiq. expl. 
Supp. IV. 58., Millin 558-  
Plinius 55, 40, 40 sagt indessen nicht, dass das Werk dieses 
Meisters: Bellum Iliaeuxn pluribus tabnlis, quod est Romae in 
Philippi porticibus, eine plastische Arbeit sei; er nennt den Mei- 
ster einen Maler, welcher ein anderer Künstler dieses Namens 
seyn dürfte, der auf mehreren Tafeln Gegenstände aus der Iliaile 
in Gemälden behandelte. Dann zählt er noch andere Gemälde 
auf: das Bild eines Mannes, der sich mit Oel einreibt, den Tod 
des Eghisthus und der Clytenmestra durch Orestes, das Bild der 
(Iassandra im Tempel der Concordia, jenes der Leontium im Nach- 
denken, und ein solches des Königs Demetrius. 
Theodoros, der Sphn des .P0r0s, 
eine Inschrift bel BOBCkh (CnrP- 
Bildhauer von Argos, ist durch 
insc. gr. Nr. H97) bekannt, aus
        

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