Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1810956
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Uxcokloros. 
er kannte, weise nichts von einem Neulaau. und 'l'hiersch (zu m1. 
ner Abb. über hellenisch bemalte Vasen in den Abhandlung-eh 
der k. bayr. Akademie IV. München 1844, S. 12), sagt (lahm-I 
idass 'l'he0dorus über einen dorischen Tempel der Ilera auf Sülllgs 
nicht habe schreiben können, weil es weder dort, noch überhaupt 
in Jonicn einen solchen gegeben habe. Nach seiner Ansicht be- 
ruht die alle geschichtliche Entwicklung der griechischen Archi- 
tektur gleich vom Anfang aufhebendc Behauptung von einem-do_ 
rischen Juno-Tempel auf der falschen Leseart des Vitruvius dm 
rica statt iunica. Damit ist aber nicht gesagt, dass auch kein 
Werk über das Heriion vorhanden gewesen. Vitruvius mag darüber 
gegründete Nachricht geliebt haben, immerhin aber bleibt die 
Vermuthung, dass dieses Werk späteijentstamlen sei. Der Verfasser 
möge ebenfalls Theodoros geheissen haben, welcher Wniilnunsel-m 
Künstler für Eine Person dürfte gehalten worden seyn, weil er mit 
seinem Vater Bhülius am Baue thätig war. Hirt (Gesch. d. h. {i 
S. 86) ist seiner Sache gar zu gewiss, wenn er behauptet, Rhö_ 
lius habe den Tempel gebaut, und sein Sohn Theodurus ihn he_ 
schrieben, unbeachtet der scharfsinnigen Einwürfe Thiersclfs (EPQ. 
chen, 2. Aufl. S. 189-) Hirt (Amalthca l. A.) meint, das Buch habe 
über die durischcil Verhältnisse des Tempels gehandelt, es sei also 
ein rein architektonisches, und in der Absicht geschrieben gewgb 
sen, die Lehre, nach welcher das Gebäude aufgeführt War, ge]- 
tend zu machen und zu empfehlen, und diess könnte nur von 
Theoderos dem Sohne des llhökos geschehen seyn, da nach seiner 
Ansicht kein späterer Künstler über die dorischen Verhältnisse e; 
nes Tempels geschrieben haben dürfte, welche der früheren Zeit 
äemiiss noch sehr sehwerfällig aussehen müssten. Allein Hirt be, 
enkt nicht, dass zur Zeit des Polycrates, in welche er seinen 
Theodorus setzt, dicss keineswegs der Fall war, abgesehen davun, 
dass die Reste einen Bau altjonischer Art beurkunden. Der Ruhm 
dieses grössten aller Tempel, wie Herodot ihn nennt, da zur Zeit 
dieses Gesehichtsschreibers des Artemision seine volle Ausdehnun" 
noch nicht erreicht zu haben scheint, könnte immerhin auch einer: 
Späteren angcreizt haben, den Tempel zum Gegenstand nlltiqllpg_ 
rischer Untersuchungen zu wählen, in welchen die Geschichte SQi_ 
ner Erbauung und seine Architektur einen Hauptabschnitt bilde_ 
ten, wie Thierseh der unhaltbaren Hypothese Hirfs gegenüber 
vermuthet.  
Theodoros, der Sohn des Telekles von Samos, gab schon in 01,1. 
gem Artikel einen Grund zur historischen Untersuchung, da er 
mit dem Sohne des Ilhökus verwechselt wurde,-der um mehr denn 
fünf Menschenalter älter ist als der Sohn des Tclelalcs. Letztere;- 
ist demnach wieder von dem Bruder des alten Tlieodoros zu Vunter- 
 scheiden.   
Theodoros der jüngere war Metallarbeiter und von ihm im; 
wahrscheinlich das Bildniss mit der Quadriga, welche eine Fliege 
mit ihren Flügeln bedecken konnte. dessen wir im obigen Artikel 
erwähnt haben, da es dem älteren Theodoros zugeschrieben wurde, 
Der jüngere Theodoros arbeitete zwischen Ol. 55. und 58- für 
Crösus und Polycrates. Er goss für den ersteren einen grossen 
silbernen Mischkrug für den delphischen Gott, nach Herodot 
III. 42 ein Werk von leigenthiimlicher Schönheit, welche P1111511. 
nias den Arbeiten des RhÖliUS und des älteren Thcodorus abspricht, 
die indessen nicht zu den lileinmeistern gehörten, sondern als 
Architekten und Bildner in Erz und Eisen zu betrachten sind.
        

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