Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1810941
Theodoros- 
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Elfenheinarbciten, welche nur sichtbar wurden, wenn man schwarze 
Borsten daranhielt, wurden zur Zeit der; Mahedonischeil Herr- 
schaft bewundert. Vgl. O. Müller! Archäologie.  159- 
Theodoros der ältere war auch Architekt. Er baute mit sei- 
nem Vater Rhoikos am Labyrinthe auf Lemnos. Dieses Gebäude 
1111m! 150 Säulen, welche bei der Bearbeitung auf einer so günsti- 
gen Vorrichtung ruhten, dass sie ein Iinabedrehen konnte. Pli- 
111118 56. 15- 19 nennt als Architekten der Reihe nach: Smilis, 
Ilhoecus et Theodorus indigena. Aus dem letzteren Worte müsste 
man glauben, dieser Thcodorus sei ein Lemnier gewesen, allein 
der Irrthuin erklärt sich aus der oben angezogenen Stelle des Pli- 
nius. Dann war Theodorus auch einer der ersten Architekten 
beim Baue des Tempels der Artemis in Ephesus, wozu nach dem 
Zeugnisse von IIei-odot, Livius, Plinius und Dionysius Crösus und 
andere Könige Iileinasiens contribuirten. Der alte Thedorus legte 
Öl. 45 die Fundamente und füllte alter Ueberlieferung nach den 
Sumpfgrund mit Iiohlen, worunter vielleicht ein Rost von ange- 
branntem Holze zu verstehen ist. Wie weit er den Bau geführt 
ist nicht bekannt; man weiss aber, dass Chersiphron noch unter 
Crüsus die 60 Fuss hohen jonischeil Säulen aufgestellt habe. Sein 
Sohn Metagenes legte die Architrave darüber, ein anderer Archi- 
telit vergriisserte den Tempel, und Demetrios und Päonios von 
Ephesus führten ihn etwa OLQO- 100 zu Ende. Der Bau erhob sich 
auf 10 Stufen in einer Länge von 425 F. und einer Breite von 
220 F., Octastylos, dipteros, diastylos, hypaethros. Bei der Au- 
lage hatte Theodoros Theil, und vielleicht war auch der alte Plan 
von ihm gefertiget. Er musste damals als ein berühmter Baukünst- 
ler gelten, dessen Name sich nicht allein an den Bau des Laby- 
 rinths in Lemnos knüpfte, sondern auch an jenen des Heräon in 
Samos. Er stand da um 01.40 seinem Vater Rhökus zur Seite, wie 
wir im Artikel desselben bemerkt haben. Pausanias, Lacon. III. 8., 
nennt. ihn der Sage nach auch den Erbauer der kuppelfürmi en 
Skias in Sparta, in welcher noch zur Zeit dieses Reisenden Volles- 
Versammlungen gehalten wurden. Die Zeit der Entstehung dieses 
Gebäudes nennt er nicht, Ottf. Müller bringt es aber mit dem 
Schatzliause des Silayonischeu Tyrannen Myron zu Olympia in 
Verbindung. Dieser Thesauros wurde bald nach Ol. 35. gebaut, 
in der Zeit der Anfänge der jonischen Architektur. Der eine der 
Thalzunoi in demselben war dorisch, der andere joniscb gebaut. 
Ferner wurde einem alten Theodoros oder dem Philon, die 
Neui rroipdz; zugeschrieben, welche nach einem Fragment bei Pol- 
lux X. 52. 133 (vgl. I-Iemsterhuis) eine allgemeine Unterweisung 
im Tempelbaue enthielt. Vitruvius, Praef. VII. 12. schreibt diesem 
Theodor-es, oder vielleicht nur irgend einem späteren Künstler 
Oder Bunstverständigen dieses Namens, auch ein Werk über den 
Tempel der Juno (Herden) in Samos zu: (Edidit volumen de 
aede Junonis quae est Sami doric, Theod-orus). Auf- diese Stelle 
hin nahm man an (O. Müller, S. 54; Iiu ler, Handbuch S. 188), 
dass das Heräon ein Bau des alterthiimliclien dorischen Styls ge- 
wesen sei, womit aber die gegenwärtigen Reste des Tempels (Jo- 
nian Antiq. I. eh. 5, Bedford bei Leake, Asia min. p. 548) nlCht 
übereinstimmen. Sie zeigen die Formen der jonischen Architek- 
tur in hochalterthümlicher Gestaltung, welche gegen .Vitruvius 
sprechen. Man glaubte daher, dass der Tempel zur Zeit des Pu- 
lycrates, der mehrere bedeutende architektonische _Unternehmun- 
gen auf Samos ausfiihrte, neu gebaut wurde. Allem Herodot ll. 
143, 111, 60, welcher diesen Tempel für den grössten erklärte, den
        

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