Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1810665
Texier , 
Charles. 
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junger Mann den Ruf eines gelehrten Künstlers hatte. Die Werke 
der klassischen liunst und ihre Geschichte waren der Gegenstand 
seiner höchsten Verehrung, und dieser verdanken wir jetzt die liumle 
einer grussen Anzahl von Monumenten, die in Iileinasien die Zeit 
und die Barbarei mit Vergessenheit bedeckt hatte. Nachdem Te- 
xier als Pensionnär des Iiönigs in Italien seine Studien vollendet 
hatte, trat er auf Iiosteii der Regierung seine Reise an, und kam 
1854 in Constantinopel an, wo es ihm gelang, die Gunst des Se- 
raskier-Pascha in dein Grade zu gewinnen, dass ih-in die Pforten 
siiiiiiiitlicher Moscheen, darunter auch jene der ehemaligen S0- 
phienkirche geöffnet wurden, in welche noch wenige Europäer 
gedrungen sind. Es ward ihm auch gegönnt, diese Denkmäler der 
byzantinischen und arabischen huxist zu zeichnen, zu messen und 
zu beschreiben, und somit bereicherte er schon am Anfange sei- 
ner Reise die Geschichte der Baukunst mit einer grossen Anzahl 
von Zeichnungen und Rissen, welche die Iienntniss dieser Style 
erweiterten. Ausserdem zeichnete er die Obelisken Constantinopels, 
und in jenem des Theodosius fand er die Balgorgel wieder auf, 
deren Erfindung man den Arabern zusclireibt, und die im Abend- 
lande erst zur Zeit Carl's des Grossen bekannt wurde. Im lYlai 
des genannten Jahres reiste er von Constantinopel nach Asien ab, 
wo er die merkwürdigsten Entdeckungen machte, und einen rei- 
chen Schatz von Zeichnungen sammelte. Er zeichnete die Rui- 
nen und lnschrilten von Nicäa. Nicomedia, Prusa ad Olympuni 
(Brussa) in Bythinien, und in der alten phrygischen Stadt Azan 
fand er noch fast alle antiken Gebäude vorhanden, darunter einen 
prachtvollen Tempel mit jonisehem Säulenumgange von grösster 
Reinheit des Styls. Er ist noch wohl erhalten, sq wie das Thea- 
ter. Neben diesem steht ein_ grusser Portikus, wahrscheinlich 
Ueberrest des Gymnasiums. Texier hat diese Stadt gleichsam wie- 
der entdeckt, und die Wunder ihrer alten Kunst in genauen Zeich- 
nungen festgehalten. Er hatte auch das Gluck, das alte Pessinus 
in Galatieii aufzufinden, eine wegen des Tempeldienstes der Cy- 
bele berühmte Stadt. In der Nähe derselben ist die alte Necro- 
polis der phrygischen Könige. Zwei der merkwürdigsten dieser 
Gräber zeichnete der Künstler. Auf dem Wege nach Neu-Cäsa- 
119a, der Hauptstadt Iiapadociens, zehn Stunden vom Flusse Ilalys, 
fand er eine ungemein wichtige Stadt auf, die er für Tavia halten 
möchte, wenn nicht die alten Geographen diese Stadt an den Ha- 
lys setzten. Da sind noch wohl erhaltene Gebäude cyclopischer 
Art, und ein gewaltig grosser Tempel. Von diesen Denkmälern 
nahm Texier dctaillirte Zeichnungen, so wie von einem anderen 
im Gebirge, welches Alles uhertrilft. Da ist eine Ringmauer von 
natürlichen, durch Kunst eglätteten Felsen, die mit Sculpturcn 
aus den Zeiten der Perser gedeckt sind, mit theilweise colossalen 
Figuren. Weiter hin besuchte der Künstler Adramisium, Asses, 
Pergamum, Teos, den Tempel des Didimäischen Apollo, lies, 
Iinidos, Smyrna, Tralles, Nysa, Philadelphia, Sardes und den 
Tniolus. Ini Jahre 1856 untersuchte er die Küsten des sßlivmr- 
zen Meeres, ging dann nach Kurdistan, und durchwguaerge w- 
mit Iileinasien nach seiner ganzen Breite. Ein Gegenstand gc- 
neuer Untersuchung waren ihm die Denkmäler Iiariens, das Grab- 
mal des Mausolus zu Halicarnass, Aphrodisias (Gunra) mit seinem 
noch vollständig erhaltenen Tempel der Venus, dem Stadium, dem 
Theater und der Basilica. Dann ging er nach Lycieu, wo Tel- 
missus eigenthümliche Monumente bietet, in dem grosscn in eine 
Berg-wand gchauenen Theater, der Necropolis etc. In Patarn fand 
er noch vie e ztemlich erhaltene Monumente mit einem von Ha-
        

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