Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1809764
Teniers , 
David. 
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U 
welche eigentlich die Hauptsache bildet, da seine Landschaften 
gewöhnlich einförmig sind, der Umgebung von Berk entnommen, 
abernnit gewohnter Meisterschaft durchgeführt. Desto höhere 
Vorzüge bieten aber die Landschaften anderer berühmten Meister, 
welchen er die Stadage malte, wie einem J. Mompcr u. a. Die 
kleineren Landschatten sind den rösscren vorzuziehen, wo die 
Figuren meist etwas roh behandeit sind. Auch sind jene von 
klarem Tone zu unterscheiden, welcher auf anderen Bildern ins 
Bräunliche übergeht und schwer erscheint.  
Die frühesten VVerke dieses Meisters sind in der Weise seines 
Vaters behandelt, von kräftiger, warmer und irischer Färbung, so wie 
sie der Rubenäschen Schule eigen ist. In seiner mittleren Periode 
liebte er einen hellen, klaren, aber warmen Ton. Einige sind im 
vollsten Tagslicht gehalten, und so schön durchgeführt, dass dieses 
selbst neuen Glanz zu erhalten schien. Seine Tauche ist immer fein 
und geistreich, so wie sie nur ein kecker und leichter Pinsel zu ge- 
ben vermag. Die Bilder im leuchtenden Tone und von zarter Be- 
handlung gehören zu den Kostbarkeiten. Die dritte Gattung von 
Bildern ist jene, in welchen er den Brouwer nachahmte, und die von 
schwerem Tone sind, su dass sie neben den Gemälden von wun- 
derbar klarer Harmonie nicht bestehen können. Jene silberne 
Iilarheit des Helldunkels, welche ihm in seiner hessten Zeit eigen 
ist, vermisst man in diesen Werken. Auf diesen Irrweg soll ihn 
die Critik seiner Feinde gebracht haben, welche behaupteten, Te- 
niers Bilder hätten keine Dauer, und wären mit Oelfarbc bloss 
ausgetuseht. Von dieser Zeit an soll er die Bilder mehrmals über- 
malt haben, wodurch sie an Wärme und Klarheit verloren, und 
einen graulichcn_oder röthlicheil Ton erhielten. Rubens war der'- 
jenige, welcher ihn wieder auf besseren Weg leitete. Er rieth 
ihm, die Lichter nach Belieben stark aufzutragen. aber in den 
Schatten stets die Grundirung durchscheinen zu lassen. Daher 
sind in seinen bcssten Werken die Gegenstände selbst im völligen 
Dunkel noch sichtbar. Zum Schwarz bediente er sich des gebrann- 
ten Elfenbeins, was wir aus seinen eigenen Worten wissen. Als er 
eines seiner letzten Bilder, das Portrait eines Anwaltes malte, sagte 
er zu diesem, er hätte in Ermanglung der Elfenbeinasche seinen 
letzten Zahn zur Kohle brennen müssen.  
Teniers war zweimal verheirathet. Der Tod seiner ersten Gat- 
tin, der Anna Catharina Breughel, brachte ihn aber in grosse 
Verlegenheit, da CF den grössten Theil seines Vermögens, welches 
auf dem Schlosse Berk" ruhte, den Kindern herausgeben musste. 
Die zweite Ehe schloss er mit Isabella de Frene, der Tochter eines 
brabantischen liathes. Das Schloss zu den drei Thiirmen war sein 
Lieblingsaufenthalt, und nur nothgeclrungen kam er nach Ant- 
werpen und Brüssel. In Berk war immer eine Anzahl von Schü- 
lern, worunter Abshoven, Hcllemont, de Hont und Ertehout zu 
den vorziiglichsten gehören. Mehrere ihrer Bilder dürften für jene 
von Teniers gelten. G. van Tillburg und van I-Iarp arbeiteten 
ebenfalls in der Weise dieses Meisters. In Berk besuchten ihn 
Hohe und, Niedere, Einheimische undFremde, selbst Fürsten. Te- 
niers war nicht allein als Künstler hochgeehrt, sondern auch als 
Mann VOR Charakter und angenehmen Sitten. Seine unbehiilfliche 
bäuerische Welt hatte ihn nicht auch zum gemeinen Bauer ge- 
macht. Der Prinz Juan d'Austria wohnte oft bei ihm. Er nahm 
"Unterricht in der Malerei, und malte eines Tages sogar das Bild- 
niss des Sohnes unsers Meisters. Teniers malteda egen das Bild- 
niss dieses Fürsten, welches in der Briisseler Gaälerie war und
        

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