Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1809732
Alle seine Bilder sind fleissig gemalt und von warmer Färbung. 
In der St. Paulskirche zu Antwerpen sind die sieben Werke der 
Barmherzigkeit van ihm gemalt. Als eines seiner Hauptbilder er- 
klärt Descamps eine Bauernhochzeit, welche zu seiner Zeit in der 
Sammlung eines H. de Gaignat sich befand. Aehnliche Bilder hatte 
auch D. Teniers jun. gemalt, und es sind deren gestochen. In 
der k. k. Akademie zu Wien sind einige Bilder von ihm, darun- 
ter sechs kleine Landschaften auf Kupfer, mit D. Teniers F. be- 
zeichnet. Das eine dieser Bilder zeigt Tobias mit dem Engel. ein 
ein anderes Juno, wie sie die von Jupiter in eine Kuh verwan- 
delte J0 verlangt, mit Namen und Jahrzahl 1658. Eine dritte Land- 
schaft zeigt den Merkur, wie er durch sein Flötenspiel den Argus 
einsehläfert, um die Jo zu befreien, 1658 dadirt. Ein anderes 
Gemälde von 1658 stellt den Pan und eine Nymphe dar, welche 
tanzen, während Satyren und Nymphen bei einander sitzen. Ein 
weiteres Bild zeigt Vertumnus und Pomona im Garten, mit dem 
Namen und der Jahrzahl 1658, klein und auf Kupfer. In der Gal- 
lerie Lichtenstein zu VVien sind ebenfalls sechs Bilder von Te- 
niers sen., zwei kleine Landschaften, und vier Genregemälde. In 
der Gallerie zu Schleissheim wurden ihm früher fünfzehn Bils 
der zugeschrieben, wovon aber später G. Dillis die meisten auf 
Rechnung des jüngeren Teniers setzte. In Schleissheim gelten jetzt 
nur zwei Bauern mit' dem Kruge, ein tanzender Narr mit der 
Puppe, und eine Rauchgesellschaft von acht Bauern als Werke die_ 
ses Meisters. Auch in den älteren Verzeichnissen der k. Gallerie 
in Dresden werden mehrere Bilder dem älteren Teniers zugeschrie- 
ben, in jenem von F. Matthäi sind aber nur zwei, und als zwei- 
felhaft angegeben. Das eine schildert ein fröhliches Mahl am Ti- 
sche vor der Schenke. Der Geiger und der Violoneellist spielen 
zum Tanze auf, welchen ein Bauer mit seiner Schönen bereits 
begonnen hat. H. 5 F., Br. 6 F. 45 Z. Das andere kleine Bild 
stellt eine Marine dar, mit alten Thürmen auf den Bergen. An 
den Büumen im Mittelgrunde lagern zwei Hirten mit den Heer- 
den. In Salzdahlen waren 14 Bilder, die als Werke des älteren Te- 
niers galten, welche aber bei der Transferirung nach Braunschweig 
grösstentheils dem jüngeren Teniers anheimgegeben wurden. In 
der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist von ihm die Versuchung- 
des heil. Antonius, ein kleines Bild auf Kupfer. Der Heilige sitzt 
in der Höhle, umgeben von Teufeln und Missgestalten. In der 
gräilich Schönbordschen Sammlung zu Pommersfelden ist eine 
niederländische Bauernstube, in welcher zwei Bauern Karten spie- 
len. Im Hintergrunde steht ein Mann, anseheinlich Bildniss des 
Meisters. Die Bilder, welche Füssly jun. nach Landorfs Paysages 
et tableaux de Genre dem älteren Teniers zuschreibt, gelten jetzt 
als Werke des Jüngeren. Es dürfte demnach schwer seyu, die 
Werke beider Meister strenge zu scheiden, wenn nicht die Jahr- 
zahl und untriigliche Kennzeichen entscheiden. Ueberdiess fanden 
die Teniers auch Nachahmer. Gilles van Tilburg und G. van Harp 
malten namentlich in der Weise derselben. Eben so schwer ist es, 
die Blätter zu scheiden, welche nach den beiden Teniers gestochen 
wurden. Die Mehrzahl ist sicher nach den Gemälden des Jünge- 
ren äefertiget, und daher zählen wir die vorziiglichsten im Artikel 
desse ben auf, obgleich im Winckler'schen Cataloge eine Anzahl 
der Erfindung nach dem älteren 'I'eniers beigelegt wird. Dieses 
Verzeichniss ist nicht genau. Auch unter den Radirungen, Welche 
dem Teniers jun. zugeschrieben werden, dürften Versuche von Te- 
niers sen. seyn.
        

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