Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807930
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Snterman , 
Lambert. 
doch ncapricciosa manieraw nannte. Seine Figuren sind mager, 
in Stellung und Bewegung willkürlich. Es müssen indessen auch 
die früheren Werke des Lombardus von jenen der späteren Zeit 
unterschieden werden. In den ersteren huldi te er der herkömmli- 
chen vaterliixidischen Iiunstweise, und wenn  Suavius eines der-_ 
selben gestochen hat, so kann es in der Auffassung und Durch- 
führung mit seinen späteren nicht verglichen werden. Seine Ver- 
dienste wiirdiget Füssly (Critisches Verzeichniss etc., IV. 55.) unter 
den früheren Schriftstellern wohl am genauesten, wenn er sagt, 
unter den niederländischen Malern, die in Italien studirten, habe 
wohl keiner den Geist der römischen Schule so anz und unver- 
ändert, auch nach der Rückkehr ins Vaterland, geibehalten, wie 
Lombardus, und keiner habe seine Gegenstände so tief und mit so 
viel Scharfsinn durchgedacht. Er habe die sogenannte malerische 
Compusition, deren hauptsächlicher Zweck bei seinen Landsleuten 
auf rasche Wirkung für das Auge ging, der historisch bedeutenden, 
ungekünstelten und unanmassenden Anordnung nachgesetzt, und 
da desswc en seine Darstellungen wenig AuiTal endes und schnell 
Anziehendges hätten, so sei sein Ruhm im Vaterlande seinen Ver- 
diensten nicht gleiehgekomrnen. Un eachtet nur mittehnässi e und 
zum Theil sehr schwache Iiupfersteclier nach ihm gestochen iiiaben, 
so finde man dennoch in den meisten Blättern erhabene und feine 
Gedanken, keine niederländischen, sondern römische Menschen- 
formen, stark und zweckmässig charakterisirte Iiöpfe, Wahrheit 
des Ausdruckes, ohne Ueberschreitung des Masses, ungezwungene 
Wendungen und geschmackvolle Draperie. Wenn Pontius, Bols- 
wert und Vorsterman nach ihm gestochen hätten, künnte auch 
seine Stärke in Anwendung des Lichtes und Helldunkels bestimmt 
werden. 
Ueber seine Lebensverhältnisse gibt D. Lampsonins sicher den 
bessten Aufschluss. Er schrieb die Elegien zu den Malerpurtrails 
von J. H. Wierx, unter dem Titel: Pictorum aliquot celebrium 
Germaniae infcrioris Effigies.  Unacum Doctiss. Dom. Lampsonii 
hujns artis peritissimi Elogiif). Nach Lampsonius wurde L. Lom- 
bardus 1506 zu Lüttich (Luik) geboren, und ohne wissenschaftliche 
Vorbildung zur Malerei angewiesen. Hierin ertheilten ihm Jan 
Mabuse und Arnold de Beer Unterricht, und was er später in der 
Perspektive, so wie in der Architektur leistete, verdankte er sich 
selbst. Er holte auch in anderer Hinsicht das Versäumte nach, so 
dass Suternxan zu den gebildetsten Künstlern seiner Zeit gehörte. 
Sein Freund, der Synclieus Michael Zagrius von Middelburg, hat 
das Verdienst, ihn angeeifert zu haben. Der Umgang mit diesem 
Iiunstfreunde machte ihn selbst zum Iiunstkenner. Später reiste 
er mit dem Carclinal Heginald Polus nach Rom, WO er jetzt mit 
dem glücklichsten Erfolge die Werke der berühmtesten Meister 
studirte, und sich die Vorzüge derselben so zu eigen machte, dass 
ihn Schoorel bei seiner Ankunft in Rom für einen Italiener hielt. 
Er studirte auch mit Vorliebe die Ueberreste antiker Kunst, be- 
sonders Architektur. Mehrere Bilder und Zeichnungen, welche er 
in Italien ausfülirte, erhielt sein Gönner, der Cardinal Errard de 
 
Die üüheste, überaus seltene Ausgabe dieses Werkes hat 25 
Portraite, mit Dedication an H. Cock von Lampsonius: Ant- 
vcrpiae sub intersignis quatuor ventorum, fol. Die zweite, 
vollständige Ausgabe enthält 72 Blätter in drei Theilen, mit 
Dedicaltion von H. llondius. Hag. Cum. ex offlcina H. Hon- 
dil, fo 
        

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