Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1809107
Talti , 
Jacopo. 
131 
Theil des Palastes Cornaro am grossen Canal bei S. Maurizio, 
und der Proeurator Giorgio Cornaro übertrug den weit prächti- 
gei-en Neubau dem Sansovino. Dieser gehört zu den grossten, 
schönsten und merkwürdigsten Gebäuden der Stadt. In drei Stoch- 
werken sich erhehend beherrscht er die ganze "Umgebung. Man 
findet aber das Gesilns der oberen Etage etwas zu hoch, die Mauer 
derselben nicht hinlänglich geschützt. Der Architekt soll sich diess 
gegen die Solidität erlaubt haben, um einen Tlieil der Eekpila- 
ster sehen zu lassen, die mit den Vorsprüngen der Bogen in ge- 
rader Linie fortlaufen. Uebrigens ist die Siitilenordnnng sehr 
regclmässig, und die Eintheilung erscheint bei grosser Mannig- 
faltigkeit höchst zweekmiissig. Bald darauf baute er auf der einen 
Seite des Glockenthurnis von S. Marco eine Imggia, wo sich die 
Nobili versammelten. Mittelst einiger Stufen gelangt man auf 
eine von drei Seiten mit einer Balustratle umgebene 'I'erasse, 
auf welcher sich die FilQRtlC erhebt. Sie ist mit acht halben Wand- 
siiulen geziert, die ein fortlaufendes GCSlYDS.tPIIgCII. In den drei 
grössten Säulenweitexi öffnen sich drei grofise Bogen, durch die 
man in den grossen Saal gelangt. Die vier anderen Siiulenweiteil 
sind enger, und enthalten reich verzierte Nischen. Ueber den Bo- 
gen erhebt sich eine mit Busreliefs gezierte Attika, deren Felder 
genau auf die Abtlieilungen der unteren Etage treffen, Die Iirö- 
innig des Gebäudes bildet eine mit Statuen und Basreliels gezierte 
Balustrarle. Es sollten auch die drei anderen Seiten des 'l'liurines 
mit solchen Loggien umgeben werden, was aber unter-blieb. Ge- 
gen 1542 wurde Szinsoviixo lIlll der NVieilerherstellung der Kirche 
S. Spirito beauftragt. Die Arbeiten im Chore und an der Faqade 
sind sein Werk. Gleichzeitig ist der Palast des G-iovanni Delfine 
am grossen Canal bei S: Salwzatoi-e. Dieses schöne Gebäude ist we- 
gen der glücklichen Ehntheilung merkwürdig. Der Hdf und die 
Treppe sind reich verziert. Sansovniois Name knüpft sich auch an 
die liirche S. Fantino, welche, obwohl schon 1501 durch testamen- 
tarische Verfügung des Cardinuls Zeno gegründet, wegen Man. 
gel an Fonds 1555 noch weit zur Vollendung hatte. Er führte 
den Bau zu Ende, und fügte den Chor hinzu, welcher allgemein 
bewundert wurde. Hierauf ereignete sich das Unglück drV Ein. 
Sturzes des Gewölbes der Bibliothek, wovon wir oben bcnnßhrich- 
tet haben. 
Nach dieesr Zeit entstand ein grosses Gebäude am grnssen 
Canal, welches dem Handel bestimmt war. Es sind (lieas die so- 
genannten Fabriche nuove di Rialto. Vln drei Stockwerken sieh 
erhebend enthält dieses Gebäude im Erdgeschossc 25 Arkaden für 
die Iiaufläden, und diesen entsprechen die Fenster der beiden obe- 
ren Etageil. Im Inneren treffen aber durch fehlerhafte Anordnung 
die Mauern nicht auf einander, wodurch häufige Reparaturen ver- 
anlasst wurden. Es vereiniget sich daher nicht Solidität mit der 
Schönheit der änsseren Anlage. Sansnvino entwarf auch einen 
Plan für die Rialto-Briielie, welcher nicht genehmiget wurde, weil 
man die Iiosten zu hoch erachtete, in einer Zeit, wo die Republik 
in einen Krieg mit den Türken verwickelt war. Iin Jahre 1556 
vollendete er den Bau der Kirche San Gemignano, 611105 der merk- 
würdigsten Gebäude dieser Art, welches erst vor ein Paar Decen- 
nien abgebrochen wurde, um die durch dasselbe unterbrochene 
Verbindung der alten und neuen Proeuratien zu bewerkstelligen, 
Der Grund zur Iiirehe wurde schon 1505 gelegt, und die Haupt- 
kapelle nach dem Modelle des Arehitekten Cristofbro del Leguame 
aufgeführt. Seine erste Sorge war, den Bogen der jwxrhaiidenen 
Cupelle, deren G-esims und alles Uebrigl: in harmonische Verbin- 
g I
        

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