Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Surugue, P. L. - Torre, G.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1809088
TMÜ 0 
Jacopo. 
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hatte seine Verbindung mit Pietro Aretiixo und Titian, aus deren 
Freundschaft jenes für die Kunst so wichtige 'I'rimnvirat entstand, 
welcheä nur der Tod zu trennen vermochte. Inzwischen starb Mei- 
ster 13110110, Architekt der alten Procuratien und Sansoirino wurde 
mit einem Gehalte von achtzig Dukaten und einem eigenen Hause 
zu seinem Nachfolger ernannt. Als solcher hatte er die Oberauf. 
sicht der St. Ivlarlauskirche, des Glockenthurmes und der angrän- 
zenden Gebäude, mit Ausnahme des herzoglichen Palastest 
Seine erste Arbeit in Venedig war die Wegräurnuimg der Läden 
und hölzernen Gebäude, welche die grossen Granitsäulen des Haupt- 
platzes versperrten, und die Aussicht auf den grossen Caual entzo- 
gen. Von viel grösserer Bedeutung war aber die Restauration der 
(Juppeln der St.  welche durch ihrAlter und durch 
eine hundert Jahre vorher ausgebrochene Feuersbrunst stark gelit- 
teü hatten, Vor allem galt es, das Vordringen der Sprünge derHaupt. 
liuppel zu beseitigen, welches er durch einen aus mehreren Schie- 
neu bestehenden, durch Schraubenmiittcrn und Heilen von Bronze 
zusaminengezogeneil Reif von Eisen bewerlistelligte. Nlan nennt 
diesen Reif noch heut zu 'I'age nil cerchio del Sansovinote, zum, 
Unterschiede von zwei anderen Ringen, die in der Folge ange- 
legt wurden. Dann restaurirte er auch das Innere der Cuppeln 
und vollendete die Arbeit mit solcher Einsicht, dass sein Ruf weit- 
hin sich verbreitete. Auch erhöhte die Republik seinen Gehalt 
auf 180 Dukaten. 
i Im Jahre 1552 übernahm Sansovino den Ausbau des schon 
i508_von P. und T. Loinbardo begonnenen Gebäudes der Scuola 
della Misericordia, welches in dieser Gestalt von einigen als sein 
ausschliessliches Werk betrachtet wird, während andere nur eine 
Nachahmung des Styls des Sansovino erkennen wollten. Das Ge- 
biiude ist auch nicht ganz vollendet. Der obere Saal ist ohne 
alle Verzierung, gegen die gewöhnliche Anordnung des liiinsllers, 
der nie in einer solchen Einfachheit coinponirte. Die schöne 
Treppe, das Gastziminer (Albergo), der prächtige Saal im Erdge- 
schosse und ein zweiter über demselben verrathen Snnsowrinds 
Erfindung. Der erstere ist durch zwei Reihen Säulen cuinpositer 
Ordnung in drei SehiFfe getheilt. Zur xiiimlichen Zeit begann 
Sansuvixxo auf Befehl des Dogen Gritti den Bau von S. Francesco 
della Vigna, ein VVerli von edler Einfachheit, welches aber Palla- 
dio vollendete. Der Dom und die Ihgade wird für das Werk dieses 
Meisters gehalten. Den Aufriss, welchen Sansovino der liircho 
geben wollte, zeigt eine Schaniniinze, welche zum Andenken ge- 
prägt wurde. Ein anderes gepriesenes Bauwerk des Künstlers, 
dessen Ausführung 1535 der llath der Zehn demselben übertrug, 
ist der Palast der Münze (la Zecca), welcher von einigen als Mei- 
sterstiick gepriesen wird, während in Hinsicht auf den Styl des 
Gebäudes dieser mehr widrig als schön erscheint, dasselbe der 
Eleganz entbehret, und durch die Anwendung der Bossagen von 
Istrischem Gesteine eher einem festen Schlosse als einem freund- 
lichen Palaste gleicht. Mit Inbegriff des Erdgeschosses, welches 
aus neun Bogen von Bossagen besteht, erhebt sich die Masse iu. 
drei Stockwerken, wovon das mittlere mit dorischen Pilastern geziert 
ist, aber durchschnitten durch Vorsetzsteixie. Die oberste Etage 
enthiilt eine jonische Säulenordixung, die ein mit liragstcinexl ge- 
ziertes Gesims trägt. Die Verzierung nimmt mit den Stockwer- 
eken zu. Im Innern des Hofes ist im Allgemeinen dieselbe An- 
ordnung, die nämliche Siiulenordnung, und dasselbe Ilöhenmass, 
Es unterscheidet sich bloss durch eine grösserc Länge und durch 
NaglerÄs Künstler- Lex. Bd. XVIII. 9
        

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